07.11.2019 - Universität Zürich

Vertrauen in Wissenschaft und Forschung ist nach wie vor hoch

Wissenschaftsbarometer Schweiz

Die Schweizer Bevölkerung vertraut Wissenschaft und Forschung stark bis sehr stark. Wie der «Wissenschaftsbarometer Schweiz» 2019 zeigt, steht sie der Wissenschaft positiv gegenüber und möchte über die Forschung informiert werden. Am wichtigsten ist der Bevölkerung Forschung zu Klima und Energie.

Das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in Wissenschaft und Forschung ist nach wie vor hoch. Das zeigen aktuelle Daten der repräsentativen Umfragestudie «Wissenschaftsbarometer Schweiz» 2019. So geben 56 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung an, ihr Vertrauen in die Wissenschaft sei «hoch» oder «sehr hoch». Damit ist das Vertrauen in die Wissenschaft ähnlich ausgeprägt wie bei der ersten Befragung des Wissenschaftsbarometer Schweiz 2016 – damals waren es 57 Prozent.  «Insgesamt vertrauen Männer der Wissenschaft ein wenig mehr als Frauen, und jüngere Menschen ein wenig mehr als ältere», erklärt Mike S. Schäfer, Professor der UZH, der die Studie gemeinsam mit Julia Metag, Professorin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, leitet. «Ein weitreichender Verlust des gesellschaftlichen Vertrauens in die Wissenschaft lässt sich damit nicht zeigen», so Schäfer, «das entspricht auch den Ergebnissen vergleichbarer Studien in anderen Ländern». 

Das Vertrauen in Wissenschaftler an Universitäten ist sogar noch höher: Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten vertrauen diesen in hohem oder sehr hohem Masse. Auch dies unterscheidet sich nur geringfügig von den Ergebnissen 2016. Mit diesem hohen Vertrauen verbunden ist ein insgesamt positives Bild der Wissenschaftler. «Die Befragten weisen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern überwiegend positive Eigenschaften wie ‘kompetent’, ‘erfahren’ oder ‘verantwortungsbewusst’ zu», so Julia Metag.

Positives Bild von Wissenschaft und Forschung

Die Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers zeigen, dass die Schweizer der Wissenschaft insgesamt positiv gegenüberstehen. 64 Prozent sind der Ansicht, dass wissenschaftliche Forschung ihr Leben verbessert. 73 Prozent der Befragten finden Grundlagenforschung notwendig, und ebenfalls 73 Prozent meinen, Forschung solle staatlich unterstützt werden.

Zudem will die Schweizer Bevölkerung über Wissenschaft informiert werden: So sind 79 Prozent der Befragten der Ansicht, Wissenschaftler sollten die Öffentlichkeit über ihre Arbeit informieren. 36 Prozent würden gern einmal in einem wissenschaftlichen Projekt mitforschen. Allerdings sind nur 28 Prozent der Meinung, Bürger sollten mitentscheiden, zu welchen Themen geforscht wird.

Klima- und Energieforschung intensivieren

Wenn es nach der Schweizer Bevölkerung geht, sollte die Wissenschaft in den nächsten Jahren insbesondere zu den Themen Klima und Ener­gie forschen. An zweiter Stelle in der Prioritätenliste rangiert Forschung zu Gesundheit und Ernährung. Dann folgen Verkehr und Mobilität, Einwanderung und Integration sowie Kommunikation und Digitalisierung.

Internet zentrale Informationsquelle für wissenschaftliche Themen

Laut den aktuellen Ergebnissen kommt die Schweizer Bevölkerung am häufigsten im Internet mit Wissenschaft und Forschung in Kontakt. Dort informieren sie sich vor allem auf Wikipedia oder auf den Webseiten und Apps von Zeitungen und Zeitschriften über wissenschaftliche Themen. Damit bestätigt sich, dass die Digitalisierung voranschreitet und auch die Kommunikation wissenschaftlichen Wissens zusehends verändert.

Junge Menschen stossen über YouTube auf Wissenschaft

Betrachtet man die Schweizer Bevölkerung insgesamt, dann sind Zeitungen und Zeitschriften sowie Wikipedia die wichtigsten Quellen für wissenschaftliche Informationen. Für junge Schweizer allerdings ist YouTube die zentrale Quelle: 44 Prozent der befragten 15- bis 34-Jährigen gibt an, «häufig» oder «sehr häufig» über YouTube mit Wissenschaft und Forschung in Kontakt zu kommen – mehr als auf jedem anderen Kanal. Bei dieser Altersgruppe spielen auch Facebook und andere soziale Netzwerke für den Kontakt mit wissenschaftlichen Themen eine nennenswerte Rolle (30 Prozent), Messenger wie WhatsApp (9 Prozent) allerdings nicht.

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