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Dem Zusammenspiel der Nervenzellen zusehen

Neue Bioimaging-Technik ermöglicht bislang unerreichte Einblicke

04.01.2019

Ertürk Lab

Neuronale Strukturen.

LMU-Forscher sorgen mit ihrem bildgebenden Verfahren in der Fachwelt für Aufmerksamkeit: Es macht Organe und sogar ganze Organismen transparent und wird entscheidend dazu beitragen, das Nervensystem besser zu verstehen.

Eine neue Bioimaging-Technik ermöglicht bislang unerreichte Einblicke in das Zusammenspiel von Nervenzellen im Körper. Die Methode wurde von Dr. Ali Ertürk, Forschungsgruppenleiter am Institut für Schlaganfall und Demenzforschung des Klinikums der LMU, entwickelt. Die Möglichkeiten, die das neue Verfahren in der Forschung eröffnet, sind so weitreichend, dass darüber bereits im Vorfeld der aktuellen Veröffentlichung berichtet wurde. Unter dem Titel „Invisible mice reveal anatomical secrets“ stellte bereits das Muttermagazin Nature im November Ertürks neue Technik mit dem Namen „vDISCO“ vor. „vDISCO“ ist eine Weiterentwicklung der von Ali Ertürk bereits 2016 entwickelten Methode „uDISCO“.

Mit Ertürks Technik gelingt es, Organe oder sogar einen ganzen Organismus durchsichtig und damit für bildgebende Verfahren zugänglich zu machen. Durch das transparente Gewebe hindurch lassen sich einzelne Zellen, die mit fluoreszierenden Proteinen markiert werden, durch Bestrahlung mit Licht im Mikroskop beobachten.

Bereits mit „uDISCO“ wurden Bilder eines intakten Nervensystems einer Maus erzeugt, wobei jedoch noch Spuren von Knochen und Gewebe zu sehen war. Bei vDISCO werden zusätzliche Chemikalien eingesetzt, dadurch wird ein noch klareres Bild erreicht.

Das neue Bioimaging-Verfahren ermöglicht neue Erkenntnisse über das komplexe Netzwerk von Nervenzellen und damit etwa über den Heilungsprozess bei Entzündungen und Verletzungen. „vDisco“ habe bereits überraschende strukturelle Verbindungen zwischen Organen aufgedeckt, urteilte Nature, was unter anderem zu besseren Behandlungsmethoden bei Schlaganfällen führen könnte.

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