06.09.2018 - Lunapharm Deutschland GmbH

Pharmaskandal um Brandenburger Firma zieht immer weitere Kreise

(dpa) Der Pharmaskandal um das Brandenburger Unternehmen Lunapharm ist nach neuesten Ermittlungsergebnissen größer als bislang bekannt. «Das Ausmaß des vermutlich illegalen Arzneimittelhandels wächst von Tag zu Tag und von Woche zu Woche», sagte der Präsident des Landesamtes für Gesundheit, Detlev Mohr, am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags. Zuletzt hieß es, die womöglich unsachgemäß gelagerten Medikamente könnten unwirksam sein.

Lunapharm habe über lange Handelsketten gestohlene Krebsmedikamente aus Griechenland, Zypern und möglicherweise aus Italien bezogen, erklärte Mohr. Die Zahl der beteiligten Firmen im Ausland steige und sei noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass mehr Medikamente als zunächst angenommen vom mutmaßlich illegalen Handel betroffen seien.

Mohr sagte, man bemühe sich, die gefälschten Arzneimittel schnell zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen. Es müssten alle Bestände gesichert werden, die noch bei Ärzten und in Apotheken lagerten. «Diese Chargen dürfen die Patienten nicht erreichen», so der Behördenchef. Hierfür würden alle Bundesländer, in die Lunapharm geliefert hat, sowie die betroffenen europäischen Staaten kooperieren.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Lunapharm
  • News

    Krebsarznei-Firma Lunapharm Herstellungserlaubnis entzogen

    (dpa) Neue Etappe im Brandenburger Pharmaskandal: Das Unternehmen Lunapharm, das illegal mit Krebsmedikamenten aus Griechenland gehandelt haben soll, darf nun endgültig keine Arzneimittel mehr herstellen oder in Verkehr bringen. Die entsprechende Erlaubnis sei untersagt worden, teilte das L ... mehr

    Spahn erwägt nach Pharmaskandalen Gesetzesänderungen

    (dpa) Nach den jüngsten Pharmaskandalen um gestohlene oder verunreinigte Medikamente erwägt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn größere Kompetenzen für den Bund. Mit Blick auf den Fall von Blutdrucksenkern mit dem Wirkstoff Valsartan, die mit einem potenziell krebserregenden Stoff verunrei ... mehr

    Brandenburg verspricht Aufklärung im Pharmaskandal

    (dpa) Im Skandal um den Handel mit gestohlenen Krebsmedikamenten hat Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke eine umfassende Aufklärung zugesagt. Es müsse geklärt werden, was bei der Aufsicht und Kontrolle schief gelaufen sei, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in einer erneuten Sonde ... mehr