400.000 Euro für ein neues Malariamedikament

21.12.2009 - Deutschland

Das Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin erhält von der Stadt Hamburg 400.000 Euro an Fördermitteln für die Entwicklung eines neuen Malariamedikaments. Gemeinsam mit dem European ScreeningPort kann damit ein möglicherweise entscheidender Schritt zur Bekämpfung der Malariaparasiten erfolgen.

Wissenschaftler um Dr. Carsten Wrenger am BNI haben entdeckt, dass Malariaerreger einen Stoffwechselweg benötigen, der beim Menschen nicht vorkommt und sich deshalb hervorragend als Angriffspunkt für neue Medikamente eignet. Nun soll im Hochdurchsatzverfahren nach spezifischen Hemmstoffen gesucht werden.

„Viele Forschungsprojekte enden an diesem Punkt“, sagt Prof. Dr. Rolf Horstmann, Vorstandsvorsitzender des BNI. „Wir haben jedoch mit dem European ScreeningPort einen Partner, der mit seiner Technologie einen wesentlichen Beitrag leistet, um aus unseren Forschungsergebnissen Medikamente zu entwickeln. Im Fall der Malaria ist dies besonders dringlich. Immer noch stirbt alle 30 Sekunden ein Kind an Malaria, und Experten sehen mit großer Sorge erste Befunde, dass die Malariaparasiten auch gegen die neuesten Malariamedikamente resistent zu werden drohen.“

Mit Unterstützung von Ascenion, dem Technologietransfer-Partner des BNI, wurde ein Pilotprojekt mit dem European ScreeningPort vereinbart. In einer Studie mit 2.500 Testsubstanzen haben die Partner bereits erste Erfolg versprechende Wirkstoffe gefunden. „Der Blick durch das Mikroskop war sehr beeindruckend“, so Meike Johannsen und Ann-Kathrin Grützmacher von der Hamburger Behörde für Wissenschaft und Forschung nach einem Besuch am BNI. „Es ist großartig zu sehen, wie das Wachstum der Parasiten durch die Zugabe von bestimmten Wirkstoffen beeinträchtigt wird!“

Von den heutigen Ergebnissen bis zum einsatzfähigen Medikament ist es allerdings noch ein weiter Weg, der Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe erfordern wird. Die von der Stadt Hamburg jetzt zugesagten Mittel können jedoch enorm Hebelwirkung erzielen, denn das Projekt kann damit soweit voran gebracht werden, dass eine Anschlussförderung durch große Stiftungen, Fonds und staatliche Förderprogramme möglich wird.

„Es ist wirklich beispielhaft, wie Forschung, Politik und öffentlich-private Einrichtungen an diesem Standort zusammenspielen, um ein sinnvolles Forschungsprojekt in die Anwendung zu übertragen“, kommentiert Dr. Peter Ruile, COO von Ascenion. Auch die in Hamburg ansässige Norddeutsche Life Science Agentur Norgenta hat die Beantragung von Fördermitteln bei der Stadt Hamburg wesentlich unterstützt.

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