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Gemeiner Lein



Gemeiner Lein
 
Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Malpighiales
Familie: Leingewächse (Linaceae)
Gattung: Lein (Linum)
Art: Gemeiner Lein
Wissenschaftlicher Name
Linum usitatissimum
L.

Gemeiner Lein (Linum usitatissimum), auch Saat-Lein oder Flachs genannt, ist eine alte Kulturpflanze, die zur Faser- (Faserlein) und zur Ölgewinnung (Leinöl) angebaut wird. Er ist eine Art aus der Gattung Lein (Linum) in der Familie der Leingewächse (Linaceae) und die einzige Lein-Art, deren Anbau eine wirtschaftliche Bedeutung hat.

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Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Vegetative Merkmale

Der Gemeine Lein ist eine einjährige Pflanze (Therophyt), die ein Wuchshöhe von 20 bis 100 Zentimetern erreicht. Sie besitzt eine kurze, spindelförmige Pfahlwurzel mit feinen Seitenwurzeln. Die Hauptwurzel wird etwa gleich lang wie der Spross. Die ganze Pflanze ist kahl. Die Stängel stehen meist einzeln und aufrecht, im Bereich des Blütenstandes sind sie verzweigt.

Die stiellosen Laubblätter stehen wechselständig. Sie sind zwei bis drei (vier) Zentimeter lang und 1,5 bis drei (sechs) Zentimeter breit. Ihre Form ist lineal-lanzettlich, dabei ist ein Blatt fünf- bis 15 mal so lang wie breit. Die Blätter sind dreinervig, kahl und haben einen glatten Rand.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=30.

Fasern

  Im Stängel befinden sich 20 bis 50 Bastfaserbündel als Festigungsgewebe. Jedes Bündel besteht aus zehn bis 30 Sklerenchym-Zellen, den Elementarfasern. Diese besitzen einen sechseckigen bis polygonalen Querschnitt mit kleinem Hohlraum. Die Länge einer Elementarfaser beträgt im Durchschnitt 2,5 bis sechs Zentimeter, in den oberen Stängelteilen kann sie auch acht bis zehn Zentimeter erreichen. Das ganze Faserbündel wird als technische Faser bezeichnet. Der Fasergehalt des Stängels beträgt 19 bis 25 Prozent. Die Faser selbst besteht zu 65 Prozent aus Zellulose, die weiteren Bestandteile sind Hemizellulose mit 16 Prozent, Pektin (3 Prozent), Protein (3 Prozent), Lignin (2,5 Prozent), Fette und Wachse (1,5 Prozent), Mineralstoffe (1 Prozent) und 8 Prozent Wasser.

Blütenstand und Blüten

Der Blütenstand ist ein rispenartiger Wickel. Die Blüten sind groß und über zwei Zentimeter breit. Die Blütenstiele sind länger als das Tragblatt, kahl und aufrecht. Die Blüte ist fünfzählig. Die Kelchblätter sind fünf bis sieben (neun) Millimeter lang. Sie sind lang zugespitzt, haben einen weißen Hautrand und sind an der Spitze bewimpert. Die Kelchblätter sind drei- oder fünfnervig. Die Kronblätter sind 12 bis 15 Millimeter lang und von hellblauer Farbe mit dunklerer Aderung, selten auch weiß, violett oder rosa. Die fünf Staubblätter sind zwei bis fünf Millimeter lang. Der Fruchtknoten ist oberständig und besteht auf fünf verwachsenen Fruchtblättern mit freien Griffeln. Die Narben sind keulenförmig. Blütenbiologisch handelt es sich um eine homogame, nektarführende Scheibenblume. Vorherrschend ist Selbstbestäubung (Autogamie), die Fremdbefruchtung durch Insekten (Auskreuzungsrate) beträgt rund fünf Prozent.

Früchte und Samen

Die Fruchtstiele stehen aufrecht und tragen eine sechs bis neun Millimeter lange Kapsel. Diese ist kugelig-eiförmig, ist rund einen Millimeter lang geschnäbelt. Die Kapsel ist fünffächrig, jedes Fach enthält zwei Samen. Dabei ist jedes Fach durch falsche Scheidewände in zwei Kompartimente mit je einem Samen unterteilt. Die Kapsel öffnet sich wand- oder fachspaltig oder bleibt geschlossen. Die Samen sind 4 bis 4,9 (6,5) Millimeter lang und 2,5 bis drei Millimeter breit. Die Form ist abgeflacht eiförmig. Die Farbe der Samen variiert je nach Sorte hellgelb bis dunkelbraun bei glänzend glatter Oberfläche.

Anbau

Lein stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, lediglich staunasse, verschlämmungsgefährdete und anmoorige Standorte verträgt er nicht. Für die Blütenbildung und das Faserwachstum sind Langtagbedingungen nötig. Trockenperioden verringern die Faserbündelanzahl deutlich, der Wasserbedarf des Ölleins ist dabei geringer als der des Faserleins.

In der Fruchtfolge ist ein Abstand von sechs Jahren zwischen zwei Leinanbauten nötig. Dies ist durch die Akkumulation von Schadpilzen, besonders Fusarium oxysporum nötig.

Als Langtagpflanze erfordert der Lein eine frühe Aussaat. Auftretende Spätfröste werden vertragen, verstärken aber die Basalverzweigung, was für Faserlein ertrags- und qualitätsmindernd ist, für Öllein aber tolerierbar ist. Das Haupternteprodukt - Faser oder Öl - kann neben der Sortenwahl auch durch die Bestandesdichte beeinflusst werden: geringe Dichten fördern die Samenbildung, hohe Bestandsdichten die Faserbildung.

Düngung beschränkt sich in der Regel auf die Gabe von Phosphor und Kalium, bei Öllein erfolgt eine einmalige Stickstoff-Gabe. Zuviel Stickstoff erhöht die Lagergefahr wesentlich.

Die Ernte erfolgt beim Öllein nach 110 bis 120 Tagen Vegetationszeit durch Mähdrusch. Die Erträge liegen zwischen 1,8 und 3,0 Tonnen pro Hektar. Faserlein erfordert zur Ernte spezielle Maschinen. Die Ernte erfolgt zur Gelbreife, das heißt sieben bis 10 Tage vor Vollreife. Dabei werden die Pflanzen in Bündeln mit einer Raufmaschine gerauft, also mit dem Wurzelansatz aus dem Boden geholt. Es folgen die weiteren Verarbeitungsschritte wie Rösten

Schädlinge

An Krankheiten sind im Jugendstadium Botrytis, Septoria, Alternaria, Fusarium und Colletotrichum von Bedeutung. Junge Bestände sind relativ konkurrenzarm, sodass Unkräuter eine Rolle spielen: Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis), Gewöhnliches Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris), Kamille (Matricaria recutita), Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum), Weißer Gänsefuß (Chenopodium album), Windenknöterich (Fallopia convolvulus), Vogel-Knöterich (Polygonum aviculare), Vergissmeinnicht (Myosotis spp.), Vogelmiere (Stellaria media), Gemeiner Windhalm (Apera spica-venti) und Hühnerhirse (Echinochloa crus-galli). An Schadinsekten sind gelegentlich Erdflöhe (Aphthona euphorbiae, Longitarsus parvulus), Schattenwickler (Enephasia alticolana) und Blasenfüße (Thysanoptera) von Bedeutung.

Verwendung

Hauptartikel Leinen (Faser), Leinöl

Der Lein wurde im Jahre 2005 zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Systematik

Der Gemeine Lein ist nur aus Kultur bekannt. Nur selten tritt er verwildert auf. Er stammt vom Zweijährigen Lein (Linum bienne) ab, der im Mittelmeergebiet heimisch ist. Diese Art wurde in Mesopotamien ab dem frühen Neolithikum (ab 7500 v.Chr.) kultiviert. Die Entstehung des Gemeinen Leins dürfte in Mesopotamien oder Ägypten erfolgt sein.

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Es gibt zwei Unterarten :

  • Schließlein oder Dreschlein (Linum usitatissimum ssp. usitatissimum), mit nicht aufspringenden Samenkapseln, hohem, wenig verästeltem Stängel und minder feiner und weicher Faser, ehemals hauptsächlich in Russland, Norddeutschland, Österreich, Belgien, Holland und England angebaut.
  • Springlein oder Klanglein (Linum usitatissimum ssp. crepitans oder L.u.convar crepitans), mit beim Dürrwerden mit einem leisen Klang sich öffnenden Kapseln, kürzerem, ästigerem Stängel, größeren Blättern, Blüten und Samenkapseln, feinerer, weicherer, aber kürzerer Faser, etwas hellerem und ölreicherem Samen und von kürzerer Vegetation als dem Schließlein, noch häufig in Süddeutschland kultiviert.

Literatur

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
  • W. Diepenbrock, G. Fischbeck, K.-U. Heyland, N. Knauer: Spezieller Pflanzenbau. 3. Auflage, Ulmer, Stuttgart 1999, S. 289–296. ISBN 3-8252-0111-2
  • Udelgard Körber-Grohne: Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute. Theiss, Stuttgart 1995, S. 366–379. (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6).
 
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