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Angina Pectoris




Klassifikation nach ICD-10
I20 Angina pectoris
I20.0 Instabile Angina pectoris
I20.1 Angina pectoris mit nachgewiesenem Koronarspasmus
I20.8 Sonstige Formen der Angina pectoris
I20.9 Angina pectoris, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Angina Pectoris (Synonym: Stenokardie, deutsch: Brustenge) ist eine anfallsartige Enge in der Brust.

Als Angina Pectoris (AP) bezeichnet man einen Schmerz in der Brust, der durch eine Durchblutungsstörung des Herzens ausgelöst wird. Meist beruht diese Durchblutungsstörung auf einer Engstelle (= Stenose) eines Herzkranzgefäßes. Beim Herzinfarkt sind dagegen Durchblutung und Sauerstoffzufuhr in einem bestimmten Bezirk des Herzens plötzlich und auf Dauer unterbrochen, weil eine Koronararterie vollständig blockiert ist.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Pathophysiologie

Angina Pectoris wird entweder durch körperliche oder seelische bzw. psychische Belastung verursacht, meistens im Rahmen einer vorbestehenden Koronarsklerose. Eine Sonderform ist die Prinzmetal-Angina, hier wird eine vorübergehene Ischämie des Myokards durch einen Spasmus der Koronararterien ausgelöst. Die Dauer eines Anfalls liegt zwischen Sekunden und Minuten.

Unterscheidung des Auftretens in Ruhe (Ruhe-AP) oder unter Belastung (Belastungs-AP). Von der Ruhe-AP geht eine unmittelbare Infarktgefahr aus.

Eine Unterscheidung von AP und Herzinfarkt ist manchmal mit dem Medikament Glyceroltrinitrat (Nitrolingual®) möglich. Bei einem AP-Anfall kann das Medikament gut helfen und Schmerz und Enge in der Brust lassen deutlich nach. Allerdings sollte man sich nicht auf diese Art der Unterscheidung verlassen.

Formen der Angina Pectoris

  • Belastungsangina
  • nächtliche Angina
  • stabile Angina Pectoris
  • instabile Angina Pectoris
  • therapieresistente Angina Pectoris
  • Prinzmetal-Angina
  • Präinfarktangina (vor einem Herzinfarkt auftretend)

stabile Angina Pectoris

Eine stabile AP liegt vor, wenn der Schmerzcharakter der Anfälle immer gleich ist und die Beschwerden durch entsprechende Gegenmaßnahmen (körperliche Ruhe, Medikamenteneinnahme) nachlassen. Der stabilen AP liegt häufig eine mehr als 90%ige Stenose von mindestens einem bedeutenden Koronargefäß zugrunde

instabile Angina Pectoris

Als instabile AP bezeichnet man jede plötzliche Änderung des klinischen Bildes

  • erstmaliges Auftreten einer AP
  • AP in Ruhe
  • Zunahme der Anfallsdauer, Anfallshäufigkeit und Schmerzintensität bei unzureichender Medikamentenwirkung

Der instabilen AP liegt in der Regel eine koronare Mehrgefäßerkrankung oder eine linksseitige Hauptstammstenose zugrunde. Eine instabile Angina Pectoris geht mit großem Herzinfarktrisiko einher. Ein Patient, der unter entsprechenden Symptomen leidet, benötigt in der Regel umgehend ärztliche Hilfe.

Behandlung

In Deutschland gab es im Jahr 2005 316.000 Einweisungen in Krankenhäuser. Dies war die häufigste Ursache für Aufnahme von Patienten in Kliniken.[1]

  • Ruhe (nur beim akuten Anfall, nicht als Dauertherapie)
    bei mehr als 15 Minuten anhaltender Angina in Ruhe („akutes Koronarsyndrom“) werden eine Lagerung mit 30° angehobenem Oberkörper, die schnellstmögliche Anfertigung eines vollständigen Elektrokardiogramms und ein ununterbrochenes Monitoring des Herzrhythmus empfohlen.[2] Die Behandlung einer infarktverdächtigen AP umfasst Sauerstoff, ASS und Heparin.
  • Meidung von starker körperlicher oder seelischer Belastung
  • organische Nitrate (In der Medizin wird Glycerintrinitrat wegen seiner gefäßerweiternden Wirkung (Freisetzung von Stickstoffmonoxid) unter dem Namen Glyceroltrinitrat eingesetzt)
  • Betablocker (Betablocker hemmen die aktivierende Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin, wodurch der stimulierende Effekt des Sympathikus auf die Zielorgane, vornehmlich das Herz, gedämpft wird.)
  • Calciumantagonisten
  • Ivabradin (bei Unverträglichkeit von oder Kontraindikationen gegen Betablocker, Ivabradin ist kontraindiziert u. a. bei instabiler Angina und Myokardinfarkt)
  • Sauerstoff
  • Aufdehnung eines Kranzgefäßes mittels Ballondilatation (PTCA) und evtl. Einlage eines Stents bei einer Koronarangiographie (siehe auch Herzkatheteruntersuchung, Angiographie)
  • Bypassoperation
  • Neurostimulation

Ursachen

Symptome

  • beginnen typischerweise plötzlich und dauern Sekunden bis zu Minuten,
  • werden oft als Brennen, „Sodbrennen“, Reißen oder krampfartiger Druck in der Herzgegend beschrieben,
  • werden oft hinter dem Brustbein (retrosternal) empfunden, häufig ausstrahlend in beide Brustkorbseiten, seltener auch in beide Schultern und Oberarme, in den Oberbauch und Rücken, über den Hals bis hin zum Unterkiefer sowie in den ganzen linken Arm bis in die Hand,
  • können auch nur zwischen den Schulterblättern, in der Magengegend und in der rechten Brustkorbhälfte auftreten.

Grad-Einteilung

  • 0: Stumme Ischämie (Zufallsbefund)
  • I: AP-Beschwerden nur bei schwerer körperlicher Anstrengung
  • II: geringe Beeinträchtigung bei normaler körperlicher Belastung
  • III: erhebliche Beeinträchtigung bei normaler körperlicher Belastung
  • IV: AP-Beschwerden bei geringster körperlicher Belastung oder Ruheschmerz

Differenzialdiagnose

Siehe auch

Quellen

  1. Ärztezeitung, 2. August 2007, S. 9
  2. Hamm CW: Leitlinien: Akutes Koronarsyndrom (ACS) - Teil 1: ACS ohne persistierende ST-Hebung. Z Kardiol (2004) 93:72–90. (online als PDF-Datei)
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Angina_Pectoris aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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