Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität identifizieren Lockstoff von parasitischen Wespen

14.06.2007

Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin ist es in Kooperation mit Kollegen der Technischen Universität Berlin und der Universität Hohenheim erstmals gelungen, einen von Männchen produzierten Sexuallockstoff bei einer sogenannten parasitischen Wespe (Nasonia vitripennis) zu identifizieren.

Wie die meisten Insekten verwenden auch parasitische Wespen chemische Botenstoffe (Pheromone) bei der Partnerfindung. Diese werden meistens von Weibchen abgegeben, um Männchen anzulocken. Dass auch Männchen mit Duftstoffen nach Weibchen "rufen", war bei parasitischen Wespen bislang kaum bekannt.

Die etwa zwei Millimeter großen Insekten befallen Kokons verschiedener Fliegenarten; sie können auch zu deren Bekämpfung eingesetzt werden. Nach dem Schlupf aus dem befallenen Fliegenkokon geben die Wespenmännchen den Sexuallockstoff 5-Hydroxy-4-decanolid über eine Pheromondrüse im Hinterleib ab und locken so unverpaarte Weibchen an. Die Weibchen werden danach durch Balz zur Paarung bewegt. Verpaarte Weibchen sind an dem Männchenduft allerdings nicht mehr interessiert. Im Gegenteil, nur wenige Minuten nach der Paarung meiden Weibchen den Duft, der ihnen anzeigt, dass Männchen in der Nähe sind. So bestimmt also der Paarungszustand der Weibchen, wie diese auf den Duft des anderen Geschlechts reagieren. Die Weibchen reagieren deshalb so variabel, weil sie sich nur einmal im Leben paaren und dann auf die Suche nach Ablageplätzen für ihre Eier begeben. Balzende Männchen würden bei dieser entscheidenden Tätigkeit nur stören.

Originalveröffentlichung: Ruther J., Stahl L.M., Steiner S., Garbe L.-A., Tolasch T.; "A male sex pheromone in a para-sitic wasp and control of the behavioral response by the female's mating status."; Journal of Experimental Biology 2007, 210, 2163-2169.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Pheromone
  • Universität Hohenheim
  • Steiner
  • Stahl
Mehr über Freie Universität Berlin
  • News

    Wie Schalter in Bakterien funktionieren

    Viele Bakterien besitzen molekulare Kontrollelemente, über die sie Gene an- und abschalten können. Diese Riboschalter eröffnen neue Möglichkeiten bei der Entwicklung von Antibiotika oder auch zum Aufspüren und Abbauen von Umweltgiften. Wie die Riboschalter funktionieren, haben Forscher des ... mehr

    Wie Enzyme Wasserstoff produzieren

    Jahrelang hatten Forscher angenommen, dass es bei der Reaktion einen hoch instabilen Zwischenzustand geben müsse. Nachweisen konnte ihn niemand. Bis jetzt. Den entscheidenden Katalyseschritt bei der Wasserstoffproduktion durch Enzyme haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Freien ... mehr

    Hin zu neuen antiviralen Wirkstoffen und Antibiotika

    Wissenschaflter der Freien Universität Berlin und des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) haben einen Schlüsselmechanismus im Prozess der Verformung von Zellmembranen entdeckt. „Dieser Mechanismus spielt eine fundamentale Rolle in der zellulären Aufnahme von Reze ... mehr

  • Universitäten

    Freie Universität Berlin

    Die Freie Universität Berlin steht durch ihre Gründungsidee von Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit für Weltoffenheit sowie Grenzen überwindende Forschung und Lehre in sozialer Verantwortung. Die Forschung an der Freien Universität zeichnet sich durch disziplinäre und transdisziplinäre Exz ... mehr

Mehr über TU Berlin
  • News

    Krankenhauskeim MRSA: Neues Antibiotikum entdeckt

    Die gesundheitlichen Risiken, die von der immer stärkeren Verbreitung von multiresistenten Bakterien ausgehen, vereinfacht „Krankenhauskeime“ genannt, haben in den vergangenen Jahren zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit erlangt. Sie sind besonders gefährlich für Patienten in den Kliniken. ... mehr

    Deutschlandweit erstes Vorgründerzentrum für Start-ups aus der „Grünen Chemie“

    Das Land Berlin und die Technische Universität Berlin investieren 10,8 Millionen Euro in den Bau eines Gründerzentrums für „Grüne Chemie“. Damit unterstützen sie Start-ups aus den Naturwissenschaften und legen den Grundstein für einen neuen Wirtschaftszweig in Berlin. Die „Chemical Inventio ... mehr

    Leben auf dem Mars?

    Es sieht aus wie auf dem Mars: Die Atacama-Wüste, die sich nahe der Pazifikküste Chiles rund 1200 Kilometer entlangzieht, ist der trockenste Ort der Erde außerhalb der Polarregionen. Oft fällt dort jahrzehntelang kein einziger Regentropfen. Und dennoch: auch in dieser unwirtlichen Region gi ... mehr

  • Videos

    Bioklebstoff aus Muscheln

    UniCat-Wissenschaftler haben Stämme des Darmbakteriums Escherichia Coli so umprogrammiert, dass mithilfe der Bakterien der biologische Klebstoff von Miesmuscheln produziert werden kann. Das Besondere an dem neuen biogenen Superklebstoff: Die Klebeeigenschaften können durch Bestrahlen mit Li ... mehr

  • Universitäten

    Technische Universität Berlin

    Die Technische Universität Berlin versteht sich als international renommierte Universität in der deutschen Hauptstadt, im Zentrum Europas. Eine scharfe Profilbildung, herausragende Leistungen in Forschung und Lehre, die Qualifikation von sehr guten Absolventinnen und Absolventen und eine mo ... mehr

Mehr über Uni Hohenheim
  • News

    Medikament gegen Varroa-Milbe durch Zufall entdeckt

    Hoffnung für Imker: Erstmals gelang es Forschern der Universität Hohenheim in Stuttgart ein potentielles Medikament zu entwickeln, das befallene Bienenstöcke mit geringem Arbeitsaufwand über die Fütterung von der gefürchteten Varroa-Milbe befreien kann. Die Varroa-Milbe zählt weltweit zu de ... mehr

    Erdbeerduft aus Biogas

    Feine Aromen nach Apfel, Ananas oder Erdbeere: Diese chemischen Substanzen lassen sich aus Buttersäure herstellen. Buttersäure entsteht bisher meist in aufwändigen chemischen Verfahren. Biogasforscher der Universität Hohenheim möchten nun diese und weitere Säuren aus der Biomasse moderner B ... mehr

    Kluge Honigbienen: Lern-Gene bewirken Anpassung an lokale Umweltbedingungen

    Die Honigbienen Ostafrikas sind sehr gut an sehr verschiedene Lebensräume angepasst – was auf eine veränderte Wahrnehmung ihrer Umwelt zurückzuführen ist. Dies fanden Forscher der Universitäten Hohenheim und Uppsala sowie dem Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf heraus. Sie vergli ... mehr

  • Universitäten

    Universität Hohenheim

    Die Universität Hohenheim ist darauf ausgerichtet, mit ihrer anwendungsorientierten Forschung und Lehre einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und Zukunftsfähigkeit des Landes Baden-Württemberg zu leisten und Grundlagen für die Lösung gesellschaftliche Probleme zu schaf ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.