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Neue Ansätze für die Tumortherapie

21.04.2017

Chemiker der Universität Leipzig haben einen hochwirksamen Hemmstoff eines neuartigen Zielproteins für die Tumortherapie entwickelt. Die als "Stafib-2" bezeichnete Substanz hemmt das Protein STAT5b. Dieser Prozess könnte die Bekämpfung bestimmter nicht mehr therapierbarer Tumore ermöglichen. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichte die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Thorsten Berg vom Institut für Organische Chemie jetzt in der Fachzeitschrift "Scientific Reports".

Tückisch an Tumorzellen ist insbesondere, dass sie extrem anpassungsfähig sind. Das führt häufig dazu, dass Krebstherapien nach anfänglichen Erfolgen ihre Wirksamkeit verlieren. "In den Tumorzellen können sich Eiweiße so verändern, dass sie nicht mehr auf die Wirkstoffe in den Medikamenten reagieren", erklärt Berg. Ein wichtiger Ansatz zur Bekämpfung therapieresistenter Tumoren liegt in der Entwicklung von Wirkstoffen gegen solche Eiweiße (Proteine). Zu diesen Proteinen gehört STAT5b. Mit Hemmstoffen dieses Proteins könnte man insbesondere eine bestimmte Blutkrebsart bekämpfen, wenn die Patienten nicht mehr auf die gegenwärtig eingesetzten Medikamente ansprechen.

Der Arbeitsgruppe um Thorsten Berg gelang nun die Entwicklung eines hochwirksamen Hemmstoffs von STAT5b. "Seit vielen Jahren ist es offensichtlich, dass Hemmstoffe von STAT5b für die pharmazeutische Forschung höchst erstrebenswert sind. Ihre Entwicklung galt aber lange Zeit als zu schwierig. Umso mehr freut es mich, dass es uns in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe meines Kollegen Professor Jörg Matysik gelungen ist, den bislang wirksamsten selektiven Hemmstoff dieses Proteins zu entwickeln", erläutert Berg. "Das bedeutet aber nicht, dass wir nun über einen neuen Wirkstoff für die Krebstherapie verfügen", warnt der Chemiker vor zu großen Hoffnungen und erläutert: "Unser neuer Hemmstoff dient als Inspiration für die pharmazeutische Wirkstoffforschung. Zugleich stellt er ein wichtiges Werkzeug zur Untersuchung von Proteinfunktionen in der akademischen Grundlagenforschung dar."

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