Wie Österreich den Weg zum Biotech-Champion schafft

Karl Nehammer fordert beim BIOTECH SUMMIT AUSTRIA mehr Wachstumskapital für Europas Biotech-Branche

16.10.2026
© BIOTECH AUSTRIA

Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB)

Was braucht es, um aus wissenschaftlicher Exzellenz global erfolgreiche Biotech-Unternehmen zu entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigte sich Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger österreichischer Bundeskanzler, in seiner Keynote beim vierten BIOTECH SUMMIT AUSTRIA in Innsbruck.

„Europa hat die wissenschaftliche Exzellenz, um bei der Biotechnologie weltweit führend zu sein. Entscheidend ist jetzt, dass aus bahnbrechender Forschung auch erfolgreiche Unternehmen werden, die in Europa wachsen und global wettbewerbsfähig sind. Gerade in der Phase zwischen Forschung, Markteintritt und internationaler Expansion brauchen innovative Unternehmen Kapital, das langfristig denkt und Wachstum ermöglicht. Wenn wir Europas Innovationskraft in wirtschaftliche Stärke übersetzen wollen, müssen wir diese Finanzierungslücke schließen. Denn wer die Biotechnologie von morgen mitgestalten will, muss heute in ihre Unternehmen investieren“, sagt Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank und ehemaliger österreichischer Bundeskanzler.

Der von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol veranstaltete Summit ist der nationale Treffpunkt der österreichischen Biotech-Branche und verzeichnet zunehmend auch internationale Beteiligung. Unter dem Motto „Start up, Scale up, Step up!“ kamen mehr als 250 Teilnehmer aus 12 Ländern zusammen, um über die Chancen und Herausforderungen für die österreichische und europäische Biotech-Branche zu diskutieren.

Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, betont: „Der diesjährige Summit war ein starkes Signal für den Life-Science-Standort Österreich. Die intensive Vernetzung von Forschung, Unternehmertum, Investoren und Politik schafft die Grundlage dafür, Innovationen schneller zu skalieren und internationale Wettbewerbsfähigkeit langfristig auszubauen.“

Neben der Keynote von Karl Nehammer widmete sich auch das weitere Programm den großen Herausforderungen, vor denen die Branche steht. Der ehemalige STADA-AG-CEO Claudio Albrecht sprach darüber, wie geopolitische Veränderungen, technologische Innovationen, sich wandelnde Gesundheitssysteme und neue Geschäftsmodelle die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital benötigt, während Segel-Olympiasieger Lukas Mähr in seiner Keynote die Bedeutung von Resilienz und Teamarbeit beleuchtete.

Weitere Sessions beschäftigten sich mit Themen wie Venture-Finanzierung, globalen IP-Strategien, dem Einsatz von KI bei Biotech-Investments sowie der österreichischen Biotech-Strategie und -Politik. Den Abschluss des Programms bildete ein Fireside Chat zwischen Christoph Huber, Mitgründer und Investor von BioNTech, und Peter Llewellyn-Davies, bei dem Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Aufbau erfolgreicher Biotech-Unternehmen reflektiert wurden.

Der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle hebt bei seinem Besuch vor Ort die Bedeutung der Branche für den Standort hervor: „Biotechnologie ist ein wichtiger Treiber für Innovation und die wirtschaftliche Entwicklung der Zukunft. Veranstaltungen wie der BIOTECH SUMMIT AUSTRIA zeigen die Stärken Tirols im Bereich Life Sciences und schaffen wertvolle Verbindungen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Sie tragen zudem dazu bei, Österreich international sichtbarer zu machen und den Austausch von Ideen und Partnerschaften zu fördern, die das Wachstum innovativer Unternehmen unterstützen.“

Neben den inhaltlichen Diskussionen stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Bei gezielten 1:1-Meetings und Networking-Veranstaltungen konnten Teilnehmer:innen aus der gesamten Biotech-Wertschöpfungskette neue Kontakte knüpfen, bestehende Beziehungen vertiefen und konkrete Kooperationsmöglichkeiten ausloten.

Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria, ergänzten: „Der Summit zeigt, wie wichtig der Austausch über regionale und nationale Grenzen hinweg für die Entwicklung der Biotech-Branche ist. Innsbruck bot einen hervorragenden Rahmen für neue Kontakte, Diskussionen und Partnerschaften. Gleichzeitig nehmen wir die Dynamik mit und freuen uns darauf, den Summit 2027 in Graz fortzuführen.“

Der fünfte BIOTECH SUMMIT AUSTRIA findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt.

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