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Embryogenese



  Unter der Embryogenese (von gr. έμβρυο, émbryo – „ungeborene Leibesfrucht“, „im Inneren keimen“ und γέννηση, génnēsē – „Geburt, Entstehung, Erzeugung“) wird jene Phase der Keimentwicklung verstanden, die von der Befruchtung der Eizelle über Furchung, Blastulation und Gastrulation zur Bildung der Organanlagen (der Organogenese) führt und die einen wesentlichen Wandel in der äußeren Gestalt des Embryoblasten und Embryos bedingt. Dieser Zeitraum wird auch als Embryonalperiode bezeichnet.

Bei den Plazentalia verläuft die Entwicklung im Keim- oder Germinalstadium über die befruchtete Eizelle (Zygote) zur Blastozyste, die sich am 5. bis 6. Entwicklungstag in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Mit der Ausbildung der Chorionzotten und der Aufnahme der Verbindung zum mütterlichen Kreislauf beginnt das Embryonalstadium.

Beim Menschen ist die Embryogenese nach 8 Enwicklungswochen (p.c.) beendet. Etwa den halben Anteil der nun erreichten Scheitel-Steiß-Länge (SSL) von durchschnittlich 28-30 mm nimmt jetzt der Kopf ein. Mit dem Beginn des dritten Monats p.c. wird die weitere Entwicklung, die sich im Wesentlichen durch schnelles Körperwachstum auszeichnet, als Fetalperiode, die weitere Entwicklung als Fetogenese bezeichnet.

Die menschliche intrauterine Entwicklung lässt sich grundsätzlich in drei Hauptabschnitte unterteilen. Sie besteht

  1. aus der zellulären Phase oder Blastogenese, die sich bis zum 16. Gestationstag erstreckt,
  2. aus der embryonalen Phase, der eigentlichen Embryogenese im engeren Sinne, die vom 16. bis einschließlich zum 60. Gestationstag andauert, und schließlich
  3. aus der fetalen Phase oder Fetogenese vom 61. Gestationstag bis zur Geburt.


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Inhaltsverzeichnis

Blastogenese

Zellentwicklung

  Die Zygote beginnt unmittelbar nach der Besamung sich zu teilen. Folglich besteht die Zygote nach der ersten Teilung aus zwei Blastomeren. Die Zelle teilt sich fortan, bis sie am 4. Tag das Maulbeerstadium erreicht hat. Man spricht nun auch von der Morula, einem kugelförmigen Zellhaufen aus 8 bis 32 Blastomeren. Obwohl sich die Zellen vermehren, ist das Gesamtvolumen der Morula gegenüber der Zygote unverändert. In diesem Stadium, etwa am vierten Tag, kommt es zu einer Differenzierung der Zellen in eine äußere und eine innere Zellschicht. Aus der äußeren Zellschicht werden sich zuerst der Trophoblast und später Plazenta und Eihäute entwickeln, die innere Zellschicht wird zum Embryoblast, dem Vorgänger des eigentlichen Embryos. Wasser dringt in die Zellzwischenräume und sammelt sich schließlich an einer Stelle, an der sich deshalb die Blastozystenhöhle bildet, nach der dieses Stadium als Blastozyste bezeichnet wird.

Nidation

Als Nidation oder Einnistung wird der Prozess bezeichnet, in dem sich der Embryo in die Gebärmutterschleimhaut absenkt.

In der zweiten Woche verwächst das Chorion mit der Plazenta.

Embryogenese

Gastrulation

In der zweiten Schwangerschaftswoche p.c. bildet sich durch Einstülpung aus dem Embryoblast die zweiblättrige Keimscheibe. Die dann nach außen gerichteten Zellen differenzieren sich zu einer epithelartigen, am Zytotrophoblast haftenden Schicht zylindrischer Zellen, dem Ektoderm, die der Blastozystenhöhle zugewandte Schicht zu kleineren vieleckigen Zellen, dem Entoderm.

Ab der 3. Woche bilden sich: das Mesoderm (das dritte Keimblatt), das Neuralrohr, die Nabelschnur und die Amnionhöhle, aus der die Fruchtblase wird. In der 5. Woche beginnt die Körpergrundgliederung. Hierbei bilden sich der Kopf mit allen Sinnesanlagen, der Rumpf mit den Extremitäten und die Schwanzanlage.

Zeichen der abgeschlossenen Embryogenese – die den Beginn der fetalen Entwicklung markiert – sind:

  1. die verschwundene 2.-4. Kiemenspalte,
  2. das ausgeformte Gesicht,
  3. die spontane Rückverlagerung des physiologischen Nabelbruchs

Fetogenese

Ab der 9. Woche (mit dem Anfang des dritten Schwangerschaftsmonats p.c.) beginnt die Fetogenese als Stadium der Entwicklung der Organe (Morphogenese) und der Ausdifferenzierung der Gewebe (Histogenese). Es ist dann schon eine deutlich menschliche Gestalt zu erkennen, die Organe beginnen nach und nach mit eigentätiger Funktion im Sinne ihrer späteren Endfunktion.

Literatur

  • Blechschmidt, Erich: Wie beginnt das menschliche Leben? Vom Ei zum Embryo. Stein am Rhein, 1989, ISBN 3-7171-0653-8
  • Nüsslein-Volhard, Christiane: Das Werden des Lebens. Wie Gene die Entwicklung steuern, Verlag C.H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51818-4
  • Sadler, Thomas W., Langman, Jan: Medizinische Embryologie. Die normale menschliche Entwicklung und ihre Fehlbildungen., Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 3-13-446610-4
  • Tsiaras, Alexander: Wunder des Lebens. Wie ein Kind entsteht. Knaur Verlag München 2003, ISBN 3-426-66477-1
  • Wolpert, Lewis: Regisseure des Lebens. Das Drehbuch der Embryonalentwicklung, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1993, ISBN 3-86025-081-7
  • Christ, Bodo: Medizinische Embryologie. Molekulargenetik - Morphologie - Klinik. Ullstein Medical, Freiburg 1998, ISBN 3-86126-163-4

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Embryogenese aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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