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Thymiane



Thymiane
 
Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Thymiane
Wissenschaftlicher Name
Thymus
L.

Thymiane (von altgriechisch θύμος thýmos, lateinisch Thymus) sind eine Gattung der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Sie zählen zu den Heil- und Gewürzpflanzen. Es handelt sich um niedrige Strauchpflanzen mit blassrosa oder weißen Blüten.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

In Mittel-, Süd- und Osteuropa oder kultiviert in Gärten angebaut. Die Thymiane bevorzugen helle und trockene Standorte mit nährstoffarmen und sandigen Böden und finden sich an Wegrändern, auf trockenen Wiesenflächen, auch auf Mauern. Ihr Samen ist lichtkeimend. Außerdem gibt es die Art Quendel, den Feldthymian (auch Feldkümmel genannt), der wild vorkommt.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl mit Thymol und Carvacrol als Hauptstoffen, sowie p-Cymol, 1,8-Cineol, Linalool und weitere Monoterpene, Triterpene, Flavonoide, Laminaceen-Gerbstoffe, darunter Rosmarinsäure und antioxidativ wirksame Biphenyle.

Gewürz

Unterstützt die Verdauung fetter Speisen, passt gut zu Geflügel, Schalentieren, Wild, Lamm, Fisch, Gemüse, Kräuteressig, Kräuteröl, Suppen, Saucen, Kartoffeln und Ragouts.

Besonders in der mediterranen Küche findet Thymian breite Verwendung und gibt vielen Speisen ihren typischen Geschmack.

Thymian ist Bestandteil der Gewürzmischung Kräuter der Provence.

Ätherisches Thymianöl

Man darf das ätherische Thymianöl nicht mit den Heilwirkungen der ganzen Pflanze vergleichen. Denn hier kommt es auf die genaue botanische Bezeichnung der Thymiansorte und den jeweiligen Chemotyp an. Allein beim Thymus vulgaris unterscheidet man unterschiedliche Chemotypen, die je nach Standort, Boden, Höhenlage und Klima komplett unterschiedliche Inhaltsstoffe und somit auch andere Wirkweisen auf Körper, Seele und Geist haben.

Thymus vulgaris (Chemotyp Thymol) ist auch als rotes Thymianöl bekannt. Er ist sehr stark hautreizend und wird immer nur zeitlich begrenzt angewendet. Für Kinder unter sechs Jahren ist dieses ätherische Öl nicht empfehlenswert. Seine Inhaltsstoffe sind 35-55 % Phenole (Thymol), 40 % Monoterpene (Linalylacetat), Sesquiterpene, Monoterpenole (Linalool) und Oxide. Seine Besonderheit liegt auch darin, dass die Frühjahrsernte eine komplett andere prozentuale Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ergibt als die Herbsternte. Aus diesem Grund verwenden Aromatherapeuten das ätherische Öl nur nach Kenntnis der Inhaltsstoffe der vorliegenden Charge.

Thymus vulgaris (Chemotyp Linalool) ist dagegen sehr mild und sanft in der Wirkung und besonders für Kinder geeignet. Seine Inhaltsstoffe sind 75 % Monoterpenole (davon ca. 70 % Linalool), Ester, Sesquiterpene, Monoterpene, Oxide und Ketone.

Thymus mastichiana ist der spanische Thymian. Seine Inhaltsstoffe sind 50 % Oxide, 15 % Monoterpenole, 15 % Monoterpene, 10 % Ester, Ketone und Sesquiterpene.

Medizinische Anwendung

  • als Kräutertee mit Honig bei Bronchitis, Keuchhusten und Katarrhen der oberen Luftwege. Wirkt hustenreizstillend und verflüssigt den Schleim. Es soll in den Bronchien die Sekretproduktion und die Aktivität der Flimmerhärchen anregen.
  • als Mundwasser gegen Zahnfleischentzündung
  • als Gewürz oder Tee zur Unterstützung der Verdauung
  • als Tee zum Lösen von Verschleimung der Nebenhöhlen
  • als ätherisches Öl (je nach Sorte ein bis drei Tropfen auf 100 mL Pflanzenöl) zum Einreiben von Brust und Rücken
  • als ätherisches Öl hochwirksames Desinfektionsmittel nur in hoher Verdünnung; durch Versprühen als natürliche Raumdesinfektion geeignet

Thymian als Rauschmittel

Schon die Griechen benutzten Thymiane auch als Räucherpflanze. Im Mittelalter wurden Thymiane als Rauschmittel (Halluzinogen) vor allem bei religiösen Ritualen verwendet. Dabei wurde Thymiankraut auf glühende Kohle in Schalen gelegt. Das Einatmen der Blüte kann zu Benommenheit führen und beeinträchtigt die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit. Bei einer Überdosierung kann Thymian abführend wirken.

Thymian als Aphrodisiakum

Thymiane gelten als Aphrodisiakum. Bereits die Römer wussten Thymianbäder vor Sexorgien als reizförderndes Mittel einzusetzen. Ähnlichen Einsatz fanden Thymiane auch während der Renaissance bei den Franzosen. Das Inhalieren von Thymian wird außerdem auch bei Erkältungen empfohlen.

Systematik

 

  • Echter Thymian (Thymus vulgaris), auch Römischer Quendel, Kuttelkraut (siehe auch: Kutteln), Gartenthymian genannt
  • Breitblättriger Thymian (Thymus pulegioides), auch Quendel oder Feld-Thymian (Unterart pulegioides) genannt
  • Wilder Thymian (Thymus serpyllum), auch Sand-Thymian genannt
  • Zitronenthymian (Thymus citriodorus)
  • Kümmelthymian (Thymus herba-barona)
  • Kriechender Zitronenthymian (Thymus herba-barona v. citriodorus)
  • Fleischiger Thymian (Thymus carnosus)
  • Thymus pallasianus
  • Langhaariger Thymian (Thymus praecox), auch Alpen-Thymian genannt

Siehe auch

  • Liste der Küchenkräuter und Gewürze
  • Thymian als Heilpflanze
  • Ätherisches Thymianöl Chemotyp Linalool
  • „Thymian-Rezeptor“ im Magen-Darm-Trakt entdeckt

Bestimmungsschlüssel

  • Bestimmung der in Deutschland vorkommenden Thymianarten
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Thymiane aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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