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Studium der Zahnmedizin



Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.

Das Studium der Zahnmedizin (eigentlich: Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) ist Voraussetzung für die Ausübung des Berufs Zahnarzt.

Plätze für das Studium der Zahnmedizin werden über die Zentrale Vergabestelle für Studienplätze vergeben. In den Jahren 1995 bis 2005 bewegte sich der notwendige Numerus clausus zwischen 1,9 und 2,5. Der aktuelle NC im Wintersemester 2006/2007 liegt zwischen 1,0 und 1,8 für die Abiturbesten und 1,7 bis 2,0 als Mindestkriterium für die Auswahl durch die einzelnen Universitäten. [1]

Das Zahnmedizinstudium gehört zu den teuersten Studiengängen und kostet je nach Universität zwischen 1000 und 10000 € alleine an Materialkosten. [2][3][4]

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Aufbau des Studiums

Dieses Studium gliedert sich in den vorklinischen Bereich (5 Semester), das mit dem Physikum endet. Dieses berechtigt den Zahnmedizinstudenten sein Studium in der Zahnklinik der Universitätsklinik fortzusetzen (weitere 5 Semester plus 6 Monate Staatsexamen). In dieser Phase beginnt der Student mit der beaufsichtigten Behandlung von Kommilitonen und Patienten.

Das Studium endet (derzeit noch, s.u.) mit einem Staatsexamen. Danach erhält der Zahnmediziner auf Antrag die Approbation.

Vorklinisches Studium - Examina

Im vorklinischen Abschnitt werden die naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen vermittelt. Die neue Approbationsordnung für Zahnmediziner sieht eine Vereinheitlichung der vorklinischen Ausbildung für Mediziner und Zahnmediziner vor. Darum wurde an vielen Universitäten in Deutschland die Reihenfolge der Kurse und Praktika seit 2004 umgestellt.

Die grundsätzlichen Anforderungen blieben jedoch unverändert und beinhalten Vorlesungen und Praktika in Physik, Chemie, Biologie, Physiologie, Biochemie/Molekularbiologie, makroskopischen und mikroskopischen Anatomie. Je nach Universität werden zu den einzelnen Fächern außerdem Seminare und Tutorien angeboten. Zusätzlich müssen alle, die nicht schon während des Abiturs das Latinum abgelegt haben, an einen Kursus der medizinischen Terminologie teilnehmen. Häufig finden diese Veranstaltungen für Mediziner und Zahnmediziner gemeinsam statt.

Daneben gehören außerdem 3 zahntechnische Kurse zum vorklinischen Abschnitt. Deren genaue Anforderungen sind an den einzelnen Universitäten unterschiedlich und können zum Teil auf den Homepages der Fakultäten oder Fachschaften nachgelesen werden. Neben den theoretischen und praktischen Grundlagen der Zahntechnik werden hier auch die biologischen und anatomischen Lehrinhalte der anderen Veranstaltungen entsprechend den zahnmedizinischen Anforderungen vertieft. Im ersten Semester findet der technisch-propädeutische Kurs (TPK) statt. Der Phantomkurs I liegt zumeist in der vorlesungsfreien Zeit im Sommer zwischen dem 3.&4. oder 4.&5. Semester. Im fünften Semester folgt dann der Phantomkurs II.

Neben den Testaten und Klausuren, die in den einzelnen Kursen abgehalten werden, gehören auch zwei staatliche Prüfungen zur Vorklinik. Nach dem zweiten Semester liegt in der vorlesungsfreien Zeit das Vorphysikum (Naturwissenschaftliche Vorprüfung) mit 3 mündlichen Prüfungen in Chemie, Physik und Zoologie/Biologie. Nach dem fünften Semester findet das Physikum (Zahnärztliche Vorprüfung) statt. Es werden 4 mündlichen Prüfungen in Biochemie, Physiologie, Anatomie/Histologie/Embryologie und vorklinischer Zahnersatzkunde/Werkstoffkunde abgehalten. In diesem Fach erfolgt außerdem eine praktische Prüfung. Im Laufe von sieben Tagen muss festsitzender und herausnehmbarer Zahnersatz hergestellt und am Modell eingegliedert werden. Für den festsitzenden Ersatz werden vom Prüfling mindestens drei Zähne präpariert und auf den Modellen der Stümpfe eine Brücke und eine Krone oder Teilkrone gefertigt. Als herausnehmbarer Ersatz wird zumeist eine Totalprothese gefertigt, es können aber auch Teilprothesen mit gegossenen oder handgebogenen Klammern gefordert sein.

Klinisches Studium - Examen

Nach dem 10. Semester das Staatsexamen (Zahnärztliche Prüfung) mit mündlichen Prüfungen in der Zahnerhaltung (Kinderzahnheilkunde, Parodontologie, Kariologie), Zahnersatzkunde (festsitzend und herausnehmbar Prothetik, Implantatprothetik, Werkstoffkunde und Anatomie), allgemeine und spezielle Chirurgie, ZMK Krankheiten und Radiologie, Kieferorthopädie, HNO, Dermatologie, Innere Medizin, Hygiene oder Mikrobiologie, Pharmakologie und Pathologie.

Auch folgen schriftliche und praktische Prüfungen in den zahnmedizinischen Fächern. Im Fach Zahnersatzkunde wird man innerhalb von 10 Tagen praktisch geprüft, indem man sowohl festsitzenden als auch herausnehmbaren Zahnersatz am Patienten eingliedert. Im Fach Zahnerhaltung wird man innerhalb von fünf Tagen geprüft und sollte dabei eine Seitenzahnfüllung mit und ohne Approximalkontakt, eine Wurzelfüllung, eine Teilkrone und eine Frontzahnfüllung am Patienten integrieren (Prüfungsumfänge differieren zwischen den Universitäten: in Regensburg z. B. müssen im Fach Zahnerhaltung innerhalb von fünf Tagen zwei Füllungen im Seitenzahnbereich, zwei Füllungen im Frontzahnbereich, eine Wurzelfüllung, eine Parodontistisbehandlung und zwei Kronen oder Teilkronen angefertigt werden). Im Fach Chirurgie sollte man Patienten innerhalb einer gegebenen Zeit untersuchen und dem Prüfer vorstellen.

Die Wertung der einzelnen Fächer ist wie folgt:

Einfachwertung:

  • Pharmakologie
  • Dermatologie
  • HNO

Zweifachwertung:

  • Hygiene/Mikrobiologie

Dreifachwertung:

  • Pathologie
  • Innere Medizin
  • Kieferorthopädie

Fünffach Wertung:

  • ZMK Krankheiten
  • allgemeine und spezielle Chirurgie
  • Zahnerhaltung
  • Zahnersatzkunde

Neue Approbationsordnung in der Zahnmedizin

Wie in der Medizin so wird es demnächst auch in der Zahnmedizin eine neue Approbationsordnung geben. Die Zahnmedizin wird an die Humanmedizin angenähert, sodass mehr medizinische Aspekte ins Studium einfließen.

Die ersten 4 vorklinischen Semester beinhalten die Fächer Chemie, Physik, Biologie/Zoologie, Biochemie, Anatomie, Histologie und Physiologie, danach folgt das Physikum, was voraussichtlich das gleiche Physikum sein wird wie das der Humanmediziner (d.h. schriftliche Prüfung mit MC Fragen und drei mündlichen Prüfungen). Mit der neuen Approbationsordnung müssen demnächst auch Zahnmediziner ein dreimonatiges Pflegepraktikum absolvieren.

Nach dem Physikum folgen dann 2 Semester vorklinische, propädeutische Kurse in zahnmedizinischen Fächern woraufhin dann das 1. Staatsexamen folgt. Die restlichen 4 Semester beinhalten dann die Patientenkurse (2 Semester Zahnerhaltung, 2 Semester Prothetik, Praktika und Vorlesungen in der Chirurgie, der Kieferorthopädie sowie in medizinischen Fächern) und das Studium wird mit dem 2. Staatsexamen abgeschlossen.

Angebot an den Universitäten

  • Aachen (RWTH)
  • Berlin (Charité)
  • Bonn
  • Dresden (TU)
  • Düsseldorf
  • Erlangen-Nürnberg
  • Frankfurt am Main
  • Freiburg
  • Gießen
  • Göttingen
  • Greifswald
  • Halle-Wittenberg
  • Hamburg
  • Hannover (MHH)
  • Heidelberg
  • Jena
  • Kiel
  • Köln
  • Leipzig
  • Mainz
  • Marburg
  • München (TU)
  • Münster
  • Regensburg
  • Rostock
  • Saarbrücken/Campus Homburg
  • Tübingen
  • Ulm
  • Witten/Herdecke
  • Würzburg

Akademischer Grad

Weniger als die Hälfte der Absolventen promoviert anschließend. In Deutschland lautet der akademische Grad dann Doctor medicinae dentariae, abgekürzt "Dr. med. dent."

Gehalt

Das durchschnittlichne Einkommen von Zahnärzten (Brutto) liegt bei 3.300 bis 4.360 € pro Monat.[5]

Weiterführende Informationen

Überregional

  • bdzm.de - Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland e.V.
  • zahniportal.de - Studium der Zahnmedizin in Deutschland - Informations- und Kommunikationsportal des Bundesverbandes der Zahnmedizinstudenten in Deutschland e.V. (BdZM)

Regional

  • zm-hamburg.de: Informationen zum Studiengang Zahnmedizin an der Universität Hamburg - Eine Seite von Studenten für Studenten
  • studmeddent.de: Einblicke ins Zahnmedizinstudium an der Universität Münster

Einzelnachweise

  1. ZVS
  2. zahniportal.de: Zufriedenheitsstudie Zahnmedizin 2005 - Kosten des Zahnmedizinstudiums
  3. UNI-Zürich
  4. UNI-Heidelberg
  5. KZBV-Jahrbuch 2004, Bundesagentur für Arbeit 2005
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Studium_der_Zahnmedizin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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