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Plegie



Unter einer Plegie (schlaffe Lähmung oder auch denervierte Lähmung) versteht man eine vollständige Lähmung der Skelettmuskeln. Als Synonym verwendet man oft auch den Begriff Paralyse, der aber nur eine inkomplette Lähmung bezeichnet.

Paralysen können für einzelne Muskeln oder Muskelgruppen auftreten, wenn der sie versorgende Nerv oder dessen Wurzelzellen im Rückenmark zerstört sind. Plegien ganzer Gliedmaßen oder Gliedmaßenabschnitte treten beispielsweise beim spinalen Querschnittsyndrom auf. Beim Menschen kommen sie, infolge der großen Bedeutung der Pyramidenbahn, auch bei Schäden des motorischen Cortex vor. Einzelne Muskelgruppen können auch durch eine Schädigung der sie innervierenden Nerven des Plexus brachialis und Plexus lumbosacralis ausfallen.

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Inhaltsverzeichnis

Folgen

Ein denervierter Muskel schrumpft (atrophiert) viel schneller und stärker als ein spastisch gelähmter Muskel. In weiterer Folge degeneriert der Muskel: Die Muskelmasse bildet sich dramatisch zurück und wird zum Teil durch Fett und Bindegewebe ersetzt. Für den Patienten, der zwar die unangenehmen spastischen Zuckungen bei spastisch gelähmter Muskulatur nicht kennt, bedeutet das:

  1. Minderdurchblutung, die sich auch negativ auf die Hautdurchblutung auswirkt.
  2. fehlende Funktion, z. B. lässt sich auf einem spastischen Bein unter Umständen sogar laufen, mit einem spastischen Arm etwas festhalten bzw -klemmen. Eine schlaff gelähmte Extremität ist demgegenüber praktisch nicht brauchbar.

Sonderformen

Monoplegie

Als Monoplegie wird die komplette Lähmung einer Gliedmaße oder eines Gliedmaßenabschnitts bezeichnet.

Paraplegie

Eine Paraplegie ist die komplette Lähmung beider (Hinter-)Beine.

Hemiplegie

Eine Hemiplegie ist die komplette Lähmung einer Körperseite. Der Begriff wird auch für Organe außerhalb des Bewegungssystems, z. B. für die halbseitige Kehlkopflähmung verwendet.

Tetraplegie

Die Tetraplegie ist die komplette Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Therapie

Abhilfe kann die funktionelle Elektrostimulation (FES) bieten. Diese verhindert zumindest die Muskelatrophie, beseitigt aber die Nervenschädigung nicht. Herkömmliche Stimulationsgeräte für die Nervstimulation können jedoch nicht verwendet werden, da zur direkten Muskelstimulation bedeutend längere Pulsbreiten (ca. 40 ms) der Strom- bzw. Spannungsimpulse benötigt werden. Des Weiteren wird bei schlaffen Plegien oftmals Ergotherapie als Therapieform eingesetzt. Hierbei wird bei einer vollständigen, schlaffen Lähmung eine Gelenksmobilisation verwandt, die einer Versteifung der Gelenke und der totalen Unterversorung entgegenwirkt. Die prophylaktische Mobilisation zur Vorbeugung von Gelenksversteifungen ist unerlässlich, weil ein Wiedererlangen der Nervenfunktionen nie ausgeschlossen werden kann.

Siehe auch

Parese - Ataxie - Motoneuron

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Plegie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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