Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Leistenkanal



Als Leistenkanal (Canalis inguinalis) wird eine anatomische Struktur in der Bauchwand in der Leistengegend bei Säugetieren bezeichnet. Dabei stoßen Anteile der vorderen Bauchwand (s. u., Aufbau) so zusammen, dass sich ein länglicher Kanal bildet, durch den verschiedene anatomische Strukturen von der Bauchhöhle (intraperitoneal) durch die Bauchwand hindurch treten. Der Begriff ist mehr oder weniger mit dem Begriff Leistenspalt (Spatium inguinale) identisch.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Aufbau

  Der Leistenkanal hat einen Eingang, sowie einen Ausgang:

  • der äußere Leistenring (Anulus inguinalis superficialis), als Ausgang des Leistenkanals
  • der innere Leistenring (Anulus inguinalis profundus), als Eingang in den Leistenkanal von der Bauchhöhle her

Der äußere Leistenring ist eine schlitzförmige Öffnung in der Sehne des äußeren schiefen Bauchmuskels (Musculus obliquus externus abdominis). Der innere Leistenring liegt zwischen dem freien Rand des inneren schiefen Bauchmuskels (Musculus obliquus internus abdominis), dem geraden Bauchmuskel (Musculus rectus abdominis) und dem Leistenband (Arcus inguinalis, auch Ligamentum inguinale).

Begrenzt wird der Leistenkanal wie folgt:

Organe, die den Leistenkanal passieren

Im Laufe der Fetalentwicklung wandert bei den meisten männlichen Säugetieren der sich in der Bauchhöhle entwickelte Hoden durch den Leistenkanal in den Hodensack (Scrotum), der sog. Descensus testis (Hodenabstieg). Dabei stülpt der Hoden das Peritoneum (Bauchfell) und die innere Körperfaszie (Fascia transversalis) durch den Leistenkanal aus. Diese Aussackung bezeichnet man als Processus vaginalis („Scheidenhautfortsatz“) und umhüllt den Hoden. Dabei setzen sich die Schichten der Bauchwand in Folge der Ausstülpung des Processus vaginalis fort. Diese Schichten vereinigen sich im Leistenkanal selbst zum Samenstrang (Funiculus spermaticus), welcher in seinem Inneren die Hodenarterie und -vene, den Samenleiter, sowie Nerven führt.

Bei weiblichen Säugetieren durchzieht das Ligamentum teres uteri den Leistenkanal und tritt bei Frauen bis in die großen Schamlippen (Labia majora). Ein Processus vaginalis kommt auch bei einigen wenigen weiblichen Säugetieren vor, z. B. bei der Hündin. Er enthält aber nur Fett.

Unabhängig vom Geschlecht passieren der Nervus genitofemoralis und die Lymphgefäße der oberflächlichen Leistenlymphknoten (Nll. inguinales superficiales) den Leistenkanal. Bei Haustieren zieht auch die äußere Schamarterie (Arteria pudenda externa) durch den Leistenkanal, beim Menschen zieht diese über das Schenkeldreieck in die Genitalgegend.

Erkrankungen

Die Ein- und Austrittspunkte des Leistenkanals stellen eine funktionelle Schwachstelle dar, welche in bestimmten Fällen eine Ausstülpung (Bruchsack) des Bauchfells (Peritoneum) bedingen können, den sog. Leistenbruch (Hernia inguinalis).

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Leistenkanal aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.