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Makrolidantibiotikum



  Makrolidantibiotika, häufig verkürzt nur Makrolide genannt, sind eine relativ neue Klasse von Antibiotika aus der Stoffklasse der Makrolide. Sie wirken bakteriostatisch durch Hemmung des Enzyms Translokase und damit der Proteinbiosynthese von Bakterien. Der älteste Vertreter ist Erythromycin, modernere Varianten sind Clarithromycin, Azithromycin oder Roxithromycin. Mit den Makroliden verwandt sind die Lincosamide.

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Sie eignen sich gegen fast alle bakteriellen Infektionen im Atemtrakt (aber nicht gegen Tuberkulose). Sie sind außerdem Mittel der Wahl gegen zwei Geschlechtserkrankungen, die auch oft gemeinsam auftreten: Gonorrhoe und Chlamydieninfektionen. Weiterhin werden sie gegen Hautinfektionen durch Streptokokken eingesetzt.

Makrolide sind neben β-Lactam-Antibiotika die bestverträglichen Antibiotika überhaupt. Sie können lediglich leichte gastrointestinale Beschwerden oder reversible Hörstörungen verursachen. Für Erythromycin ist die Verträglichkeit auch während der Schwangerschaft nachgewiesen.

Sie können als Tablette verabreicht werden. Dabei werden die neueren Vertreter im Vergleich zu Erythromycin besser aufgenommen, bleiben länger im Körper und sind wirksamer. Makrolide werden zum Teil über die Leber, zum Teil auch über die Niere ausgeschieden, was Erythromycin wiederum für Harnwegsinfekte, gegen die es wirksam ist, besonders geeignet macht. Allerdings können sie die Ausscheidung anderer Arzneimittel, die Säuren sind und über die Niere ausgeschieden werden, behindern. Das sind u.a. Acetylsalicylsäure, Urikosurika und Urikostatika, Harnsäure, Thiaziddiuretika, Penicilline, Sulfonamide.

Sie zählen andererseits nicht zu den wirksamsten Antibiotika und eignen sich deshalb nicht gegen sehr akute Infektionen (z.B. auf der Intensivstation). Da sie nur ein spezifisches Enzym hemmen, bilden sich gegen Makrolide schnell Resistenzen aus.

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