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Burkholderiaceae



Burkholderiaceae
Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Bakterien
Abteilung: Proteobacteria
Klasse: Betaproteobacteria
Ordnung: Burkholderiales
Familie: Burkholderiaceae
Wissenschaftlicher Name
Burkholderiaceae

Die Burkholderiaceae sind eine Bakterien-Familie, die zur Ordnung der Burkholderiales gehört. Aufgrund von 16S-rRNA Analysen wurden hier bzgl. Ökologie und Stoffwechselweg stark unterschiedliche Bakterien zusammengefasst. Es sind obligat aerobe bis fakultativ anaerobe, chemoorganotrophe und chemolithotrophe Arten vorhanden. Die Mitglieder sind, wie alle Proteobakterien, gram-negativ. Die Zellen sind meist stäbchenförmig.

Inhaltsverzeichnis

Ökologie

Gattungen dieser Familie besiedeln ein breites Spektrum von verschieden Habitaten. Pandoraea wurde beispielsweise in Böden, Wasser und Schlamm gefunden. Auch im Atmungstrakt von an cystischen Fibrose (Mukoviszidose) leidenden Patienten kommt es vor. Lautropia wurde in der Mundhöhle von Menschen, Cupriavidus und Paucimonas im Boden gefunden. Im allgemeinen sind sie durch polar oder peritrich angeordnete Flagellaten beweglich (motil). Ausnahmen sind: Ralstonia solanacearum, verschiedene Arten von Burkholderia (z.B. Burkholderia mallei), Lautropia und Polynucleobacter necessarius.

Einige Arten zählen zu den Denitrifizierer, Bakterien die der Nitratatmung fähig sind. Hierbei handelt es sich um eine anaerobe Form der Atmung, anstatt Sauerstoff fungiert Nitrat als Elektronenakzeptor. Hierzu zählt u.a. die Art Ralstonia eutrophus (Syn: Alcaligenes eutrophus)[1]. Auch stickstofffixierende Bakterien sind in dieser Familie vorhanden, z.B. Burkholderia vietnamiensis[2]

Thermothrix azorensis ist thermophil und autotroph (genauer: chemolithoautotroph), es ist in der Lage aus anorganischen Verbindungen Energie zu gewinnen. Als Kohlenstoffquelle dient Kohlendioxid. Wachstum erfolgt bei Temperaturen zwischen 63 und 86 Grad °C.

Polynucleobacter ist ein Endosymbiont von verschiedenen Arten der Euplotes, eine Gattung der Wimpertierchen (Ciliophora).

Pathogenität

Einige Arten sind pathogen (krankheitserregend) für Pflanzen, Tiere und Menschen. Die Art Burkholderia mallei (Synonym: Actinobacillus mallei, Pseudomonas mallei) ist der Auslöser des Rotz (Malleus) bei Pferden, Kamelen, Hunden. Die Melioidose, eine Infektionskrankheit beim Menschen wird von Burkholderia pseudomallei verursacht. Ralstonia solanacearum ist vor allem in tropischen Regionen pflanzenpathogen. Es verursacht in bis zu 200 Pflanzenarten die sogenannte Schleimkrankheit. Betroffen sind hierbei u.a. Kartoffeln, Tabak und andere Arten der Familie Nachtschattengewächse (Solanaceae), daher der Name des Bakteriums. Es ist sehr bedeutsam für die Landwirtschaft. Das Genom von Ralstonia solanacearum wurde 2002 vollständig sequenziert[3] (s.h. auch: Liste sequenzierter Organismen).

Systematik

Gattungen der Familie sind:[4]

  • Burkholderia Yabuuchi et al. 1993 emend. Gillis et al. 1995
  • Candidatus Glomeribacter Bianciotto et al. 2003
  • Cupriavidus Makkar and Casida 1987 emend. Vandamme and Coenye 2004
  • Lautropia Gerner-Smidt et al. 1995
  • Limnobacter Spring et al. 2001
  • Pandoraea Coenye et al. 2000
  • Paucimonas Jendrossek 2001
  • Polynucleobacter Heckmann and Schmidt 1987
  • Ralstonia Yabuuchi et al. 1996
  • Thermothrix Caldwell et al. 1981

Quellen

  1. R. A Siddiqui, U. Warnecke-Eberz, A. Hengsberger, B. Schneider, S. Kostka and B. Friedrich: Structure and function of a periplasmic nitrate reductase in Alcaligenes eutrophus H16. In: The Journal of Bacteriology 1993 September; 175(18): S. 5867-5876 Online
  2. Paulina Estrada-De Los Santos, Rocío Bustillos-Cristales, and Jesús Caballero-Mellado:Burkholderia, a Genus Rich in Plant-Associated Nitrogen Fixers with Wide Environmental and Geographic Distribution In: Applied and Environmental Microbiology Juni 2001, S. 2790–2798 Online
  3. Salanoubat et al. (2002): Genome sequence of the plant pathogen Ralstonia solanacearum. In: Nature Volume 415: 497–502
  4. Systematik nach National Center for Biotechnology Information (NCBI) (Stand: August 2007)

Literatur

  • George M. Garrity: Bergey's manual of systematic bacteriology. 2. Auflage. Springer, New York, 2005, Vol. 2: The Proteobacteria Part C: The Alpha-, Beta-, Delta-, and Epsilonproteabacteria ISBN 0-387-24145-0
  • Martin Dworkin, Stanley Falkow, Eugene Rosenberg, Karl-Heinz Schleifer, Erko Stackebrandt (Hrsg.) The Prokaryotes, A Handbook of the Biology of Bacteria. 7 Bände, 3. Auflage, Springer-Verlag, New York u. a. O., 2006, ISBN 0-387-30740-0. Vol. 2: Ecophysiology and Biochemistry ISBN 0-387-2549-27
 
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