Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Weltweit kleinster Düsenantrieb entwickelt

Winzige Röhre, die durch Flüssigkeit saust, schafft es ins Guinnessbuch der Rekorde

26.10.2017

© MPI-IS

Harnstoff reagiert mit den Enzymen, die sich an der Innenseite der Röhre befinden, und diese biokatalytische Reaktion schiebt die Röhre an wie ein Düsenantrieb.

© MPI-IS

Dr. Samuel Sánchez ist begeistert, gleich wie beim letzten Mal, als er den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde bekam für den kleinsten Düsenantrieb, der jemals entwickelt wurde.

Dr. Samuel Sánchez ist begeistert, gleich wie beim letzten Mal, als er den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde bekam für den kleinsten Düsenantrieb, der jemals entwickelt wurde. Sánchez ist Wissenschaftler am Stuttgarter Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, wo er die Nanoroboter-Forschungsgruppe leitet. Der 37-Jährige hat zusammen mit seinem Kollegen Xing Ma aus China einen Antrieb entwickelt mit einem Durchmesser von nur 220nm – ca. 200 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haars. Durch den Düsenantrieb, der eigentlich eine Nano-Röhre ist, fließt keine Luft wie bei einem Flugzeug, sondern Flüssigkeit. Der Harnstoff, den Sánchez verwendet, reagiert dabei mit den Enzymen, die sich an der Innenseite der Röhre befinden, und diese biokatalytische Reaktion schiebt die Röhre an wie ein Düsenantrieb.

Röhre fließt durch Harnstoff

Im Jahr 2010, als Sánchez Erfindung das erste Mal im Guinnessbuch der Rekorde erschien, war die Nano-Röhre noch dreimal so groß und sie funktionierte nur in Wasserstoffperoxid – eine giftige Flüssigkeit, um Haare zu bleichen oder Oberflächen zu desinfizieren. Selbstverständlich würde diese Röhre niemals in einem menschlichen Körper eingesetzt werden. Nun, da die noch kleinere Röhre durch Harnstoff fließen kann, der im Körper natürlich vorkommt, könnte sie laut Sánchez bei der Behandlung von Patienten zum Einsatz kommen.

„Wir hoffen sehr, dass unsere Nano-Röhre eines Tages durch den Körper eines Menschen wandern kann, um Medikamente dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden. Ähnlich wie ein Paketlieferservice. Oder, indem wir an der Spitze eine Nadel anbringen, sticht unsere Röhre in eine Krebszelle hinein und zerstört sie“, hofft Dr. Samuel Sánchez, der zusätzlich zu seiner Tätigkeit in Stuttgart ein Professor am Institut für Bioingenieurwissenschaften in Katalonien ist.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über MPI für Intelligente Systeme
  • News

    Neue Impulse für Biokraftstoffzellen

    In der Chemie ist eine Reaktion spontan, wenn keine externe Energie diese auslöst. Wie viel Energie in einer Reaktion freigesetzt wird, hängt von den Gesetzen der Thermodynamik ab. Bei den spontanen Reaktionen im menschlichen Körper reicht diese oft nicht aus, um medizinische Implantate zu ... mehr

    Eine Teleskopschiene für Nanomaschinen

    Für Nanomaschinen gibt es nun eine neue Komponente. Forscher um Maximilian Urban und Laura Na Liu vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart haben eine Teleskopschiene im Nanomaßstab entwickelt, die von einem Goldpartikel als Zahnradmotor auseinandergeschoben wird. Die Fo ... mehr

    Nachahmung natürlicher Bewegungen im Nanobereich mit Hilfe der DNA-Origami Technik

    Forscher am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, der Universität Heidelberg und der Universität Stuttgart nutzen eine Technik namens DNA-Origami, um eine Vielzahl lebenswichtiger Bewegungen in der Natur nachzuahmen – wie zum Beispiel die Gleitbewegung von Proteinmotoren bei der Zel ... mehr

  • Forschungsinstitute

    Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

    Die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart (vormals Max-Planck-Institut für Metallforschung) widmen sich der Materialwissenschaft. Sie interessiert unter anderem, wie Funktionen von Materialien auf der atomaren, nanoskopischen und mikroskopischen Längen ... mehr

Mehr über Max-Planck-Gesellschaft
  • News

    Stress beeinflusst Regulation des Blutflusses im Gehirn

    Verschiedene Studien mit bildgebenden Verfahren deuten auf einen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und Veränderungen in den Hirnregionen hin, die Stressreaktionen koordinieren. Während akute Stressreaktionen der Anpassung des Organismus daran dienen, kann chronischer Stress zu psychi ... mehr

    Auf die Größe kommt es an

    Alle Zellen im Körper haben die grundlegende Fähigkeit sich vor Infektionen zu schützen. Wie dieses als angeborene Immunantwort bezeichnete Phänomen genau funktioniert, ist allerdings noch nicht gut verstanden. Kürzlich fanden Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biologie des Altern ... mehr

    Braune Fettzellen zum Abnehmen

    Starkes Übergewicht führt in den meisten Fällen zu Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Eine Reduzierung des Übergewichtes ist aus diesem Grund die beste Möglichkeit um weitere Krankheiten zu vermeiden. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Stoffwechse ... mehr

  • Videos

    Epigenetics - packaging artists in the cell

    Methyl attachments to histone proteins determine the degree of packing of the DNA molecule. They thereby determine whether a gene can be read or not. In this way, environment can influence the traits of an organism over generations. mehr

    Biomaterials - patent solutions from nature

    Animals and plants can produce amazing materials such as spider webs, wood or bone using only a few raw materials available. How do they achieve this? And what can engineers learn from them? mehr

    Chaperone - Faltungshelfer in der Zelle

    In der Zelle geht es manchmal zu wie beim Brezelbacken: Damit ein Protein richtig funktionieren kann muss seine Aminosäurekette in die richtige Form gebracht werden. Franz-Ulrich Hartl erforscht, wie die sogenannten Chaperone als Faltungshelfer der Proteine wirken. mehr

  • Forschungsinstitute

    Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

    Max-Planck-Institute betreiben Grundlagenforschung in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften im Dienste der Allgemeinheit. Die Max-Planck-Gesellschaft greift insbesondere neue, besonders innovative Forschungsrichtungen auf, die an den Universitäten in Deutschland noch keinen od ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.