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Unblutiger Aderlass



Der unblutige Aderlass ist eine Methode zur Entlastung des Lungenkreislaufs. Im Gegensatz zum klassischen Aderlass, bei dem aus dem Körper Blut fließen gelassen wird, ist diese Methode absolut unblutig. Es wird nur ein Teil des zirkulierenden Bluts in drei der vier Extremitäten zurückgehalten. Dadurch wird zunächst die Vorlast der Herzkammern abgesenkt.

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Erste Maßnahmen bei einem kardialen Lungenödem

Das kardiale Lungenödem, die häufigste Form des Lungenödems, ist keine Lungenkrankheit. Es entsteht bei akutem Linksherzversagen. Ursache des Versagens des linken Herzens ist meistens eine akute Dekompensation bei chronischer Herzinsuffizienz, bei der das linke Herz aufgrund einer Schwäche den Blutrückfluss aus der Lunge nicht mehr bewältigen kann. Es kommt zu einem Rückstau des Bluts in die Lungengefäße und − wegen des dadurch erhöhten Druckes − zu einem Austreten von Flüssigkeit in das Lungengewebe. Dadurch wird der Gasaustausch massiv eingeschränkt. Oft atmen die Patienten keuchend (Asthma cardiale), sind unruhig und haben Erstickungsängste. Gewöhnlich besteht eine ausgeprägte Zyanose.

Ein akutes Lungenödem bei Linksherzinsuffizienz ist ein medizinischer Notfall, der unbehandelt zum Atemstillstand und damit in Minuten zum Tod des Patienten führen kann.

Behandelt wird notfallmäßig mit Oberkörperhochlagerung, Druckbeatmung (möglichst mit Sauerstoffgabe), Katecholaminen, Nitroglyzerin und Diuretika / forcierter Diuerese. Alarmierung von Rettungsdienst und Notarzt.

Besteht nicht die Möglichkeit einer adäquaten medikamentösen Therapie, ist in der Ersten Hilfe zur Überbrückung bis zu einer Krankenhaustherapie der unblutige Aderlass ein effektive Methode den Lungenkreislauf zu entlasten, indem Blutvolumina in den Extremitäten vorübergehend „geparkt“, zurückgehalten werden. Dadurch muss die linke Herzhälfte ein geringeres Volumen pumpen. Der Rückstau in den Lungengefäßen vermindert sich in der Regel − Gasaustausch in der Lunge wird wieder partiell möglich.

Drei von vier Extremitäten werden abwechselnd gestaut

Der „unblutige Aderlass“ wird dadurch erreicht, dass Staubinden an drei der vier Extremitäten (Oberschenkel und Oberarme) so angebracht werden, dass kein Blutrückfluss erfolgen kann. Dazu werden die Blutdruckmanschetten fixiert und auf einen Druck von 30–40 mmHg aufgepumpt. Der Manschettendruck liegt damit sicher über dem Blutdruck im venösen System. Dieser beträgt etwa 12–15 mmHg in den kleineren, postkappilären Venen, 5–6 mmHg in den großen Venen der Extremitäten. Das bedeutet, dass zwar ein arterieller Zufluss in die Extremität ermöglicht aber ein venöser Rückfluss verhindert wird.

Um Gewebsschäden in den partiell abgebundenen Beinen und Armen zu verhüten, wird spätestens alle 10 Min. im Wechsel eine Extremität wieder voll durchblutet. Das heißt, es sind immer abwechselnd drei der vier Extremitäten − und das dort vorhandene gestaute Blut − nicht am Blutkreislauf beteiligt. Sinnvollerweise wird mit vier abwechselnd aufgepumpten Blutdruckmanschetten nach einem festen Rotationsschema gearbeitet (z. B. Wechsel der durchbluteten Extremität im Uhrzeigersinn jeweils zur Viertelstunde).

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Unblutiger_Aderlass aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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