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Sporentierchen



Sporentierchen
Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Eukaryoten (Eucaryota)
Reich: Protisten (Protista)
Abteilung: Alveolaten (Alveolata)
Stamm: Sporentierchen
Wissenschaftlicher Name
Apicomplexa

Die Sporentierchen oder Sporozoen (Apicomplexa, früher, aber noch gebräuchlich Sporozoa) sind einzellige, zu den Eukaryoten gehörige Parasiten, die infektiöse Sporozysten oder Oozysten produzieren und einen charakteristischen Generationswechsel durchlaufen, bei dem sich geschlechtliche und ungeschlechtlich vermehrende Zellen abwechseln.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Charakteristische, allerdings nur von Spezialisten erkennbare Merkmale der Sporozoen sind:

  • am apikalen Ende ein Polringkomplex
  • ein Konoid, das offenbar zum Durchdringen der Wirtszell-Membran dient
  • Rhoptrien, die lytische Enzyme und Serin/Threonin-Kinasen enthalten und z.B. an der Auflösung roter Blutkörperchen beteiligt sind,
  • Mikronemen, langgestreckte, auf Membranverdickungen beruhende Gebilde
  • eine "gleitende" Fortbewegung, die ohne Geißeln oder Flagellen, Zilien oder Veränderungen in der Zellform vonstatten geht.

Außerdem sind sie gekennzeichnet durch den Apikoplasten, einen spezialisierten Plastiden. Dieser Plastid ist vierwandig. Plastiden sind üblicherweise nur zweiwandig und kommen in pflanzlichen Organismen vor. Genuntersuchungen deuten darauf hin, dass die Apikomplexa aus einer makrophagen Zelle, die stabil eine Rotalge aufgenommen hat, entstanden (sekundäre Endosymbiose). Die Alge wurde auf den Plastiden und die Zellmembran der Alge reduziert, daher erklärt sich der vierwandige Apikoplast. Eine Wand stammt vom Parasiten, die zweite von der Alge, die beiden verbleibenden vom primären Endosymbionten. Proteine, die im Apikoplast lokalisiert sind, besitzen ihnen eigene zweigeteilte Signalpeptide, die den Transport über die Zellmembran sichern. Der Apikoplast besitzt ein eigenes Plastiden-Genom, welches dem pflanzlicher Plastiden ähnelt. Unter anderem wurden Enzyme gefunden, die üblicherweise in Pflanzen Teil des Photosynthese-Apparates sind, in den Apikoplasten aber andere Aufgaben besitzen, denn die Apicomplexa betreiben keine Photosynthese.

Ein Beispiel dafür ist die Ferredoxin-NADPH-Reduktase, die in Pflanzen Teil des Photosystems I ist. Diese Enzyme könnten aufgrund ihrer evolutionären Herkunft als Ziele für Medikamente dienen.

Vermehrung

Die meisten Sporozoen sind haploid. Oft wird als ungeschlechtliche Vermehrungsphase zunächst eine Schizogonie/Merogonie (Zerfallsteilung) durchlaufen, bei der ein mehrkerniges Stadium (der Schizont/Meront) sich in mehrere bis viele Zellen (die Merozoiten) teilt. Aus einigen Merozoiten können Gamonten und später Gameten entstehen, die während der Gamogonie (Gametogamie) zu einer Zygote verschmelzen. Aus der Zygote entstehen, nachdem die Meiose und oftmals eine weitere ungeschlechtliche Vermehrung (Sporogonie) vollzogen wurde, infektiöse Sporozoiten, die noch in Zystenhüllen stecken können.

Wirte

Es können bei den Sporozoen ein oder mehrere Wirte auftreten, die sich auf unterschiedliche Weise infizieren können. So werden z.B. die Oozysten oft mit dem Kot ausgeschieden und können durch eine Schmutz- und Schmierinfektion in einen neuen Wirt gelangen. Viele Sporozoen bilden in Zwischenwirten auch Dauerstadien in einer Cystenhülle aus, die von einem fleischfressenden Endwirt beim Verzehr von rohem Fleisch aufgenommen werden können. Beim Malaria-Erreger werden die Sporozoiten von Mücken beim Stechakt übertragen.

Systematik

Zu den Apikomplexa zählen folgende Taxa:

  • Kokzidien (Coccidia)
  • Colpodellidae
  • Gregarinen (Gregarinia)
  • Haemosporida (haemosporidians)
  • Neogregarinorida
  • Piroplasmida (Piroplasmids)
  • Rhytidocystidae

Die früher zu den Piroplasmen gerechneten Formen sind nach neueren Forschungen in die Nähe der Haemosporina zu stellen, eine Untergruppe der Coccidien, zu denen auch der Malaria-Erreger gehört.

Etliche früher auch zu den Sporozoen gerechnete Fischparasiten, so etwa die Gattung Myxosoma, werden heute zu einer anderen systematischen Gruppe, nämlich zu den Myxosporen (Stamm Myxozoa) gezählt.

Bekannte Vertreter

Siehe auch

Parasiten des Menschen, Haplonten

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sporentierchen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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