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Wirt (Biologie)



Als Wirt bezeichnet man in der Biologie ein Lebewesen, das außer sich selbst auch einen oder mehrere andere Organismen mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt. Zieht der Wirt daraus einen andauernden Vorteil, so bezeichnet man die Beziehung als Symbiose, andernfalls handelt es sich um Parasitismus.

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Inhaltsverzeichnis

Parasitologie

Die Körpersäfte oder Zellen des Wirtes dienen dem Parasiten oder Symbionten als Nahrungsgrundlage und oft auch als Aufenthaltsort. In jedem Fall wird dabei der Wirt durch den ungebetenen „Untermieter“ mehr oder weniger stark geschädigt.

Man unterscheidet in der Parasitologie zwischen folgenden Punkten:

Reservoirwirt/Hauptwirt/Endwirt

Das ist ein Lebewesen, das mit einem speziellen Parasiten bzw. Erreger infiziert ist, der an diesen, seinen Reservoir- bzw. Hauptwirt, auch angepasst ist. Im Endwirt entwickeln sich die Larven zum erwachsenen Tier wie z. B. der Bandwurm. Die im Laufe der Evolution erfolgte Anpassung des Erregers an seinen Hauptwirt hat zur Folge, dass die gegebenenfalls auch beim Reservoirwirt ausgelöste Krankheit diesen möglichst nicht extrem schädigt oder gar tötet. Jeder Erreger braucht seinen lebenden Haupt- bzw. Reservoirwirt in erster Linie dazu, sich in ihm zu vermehren und/oder zu wandeln.

Wenn z. B. die Todesrate des Marburg-Fiebers oder von Ebola beim Menschen extrem hoch ist, dann weist das eindeutig darauf hin, dass hier die jeweiligen Erreger (Viren) noch nicht an den Menschen angepasst sind. Das bedeutet folgerichtig, dass der Mensch für diese Erreger nicht der Haupt- bzw. Reservoirwirt ist. Bei beiden genannten Beispielen sucht man noch heute nach den jeweiligen Hauptwirten, von dem die Erreger mittels eines Vektors bzw. Transportwirts oder Zwischenwirts (man beachte die Unterschiede) auf den Menschen übertragen worden sind und immer wieder werden.

Zwischenwirt

Ein Organismus, der die Larvenform oder Jugendstadien eines Parasiten in seinen Körper aufnimmt und diese nach ihrer ungeschlechtlichen Vermehrung und oder Metamorphose (Umwandlungen) auf einen anderen Organismus überträgt. Es kommen auch mehrere Zwischenwirte bei ein und demselben Parasiten bzw. Erreger vor.

Transportwirt/Paratenischer Wirt/Sammelwirt

So werden Organismen bezeichnet, die einen Erreger bzw. Parasiten nur mechanisch übertragen, ohne dass sich dieser in dem Überträger vermehrt und oder wandelt. Das bedeutet, dass in diesen Überträgern keine Veränderung des Parasiten stattfindet und der Parasit nur weitergegeben wird. Eine äußere Infizierung des Transportwirts reicht hier schon für eine Infektionsübertragung aus (Kontaktinfektion bzw. Schmierinfektion). Beispiele hierfür sind die Haus- und Stubenfliege, Schmeißfliege und dergleichen.

Der Begriff wird auch etwas ungenau synonym für Vektor (Infektionsüberträger) verwendet.

Nebenwirt

Ein schlechter geeigneter Wirt als der Hauptwirt, der aber noch zur Vermehrung genutzt werden kann. Dadurch kann eine erneute Infizierung des Hauptwirtes bei Bekämpfungsmaßnahmen vorkommen.

Gelegenheitswirt

Der Parasit kann sich in diesem Wirt „normal“ entwickeln, er wird jedoch nur äußerst selten befallen, da andere Wirte bevorzugt werden.

Zufallswirt

Durch zufällige (akzidentelle) Aufnahme des Parasiten kann es hier zu einer (kurzzeitigen) Entwicklung des Parasiten kommen, der Wirt ist jedoch nicht für eine Vermehrung geeignet, und die Entwicklung des Parasiten ist nicht vollständig.

Fehlwirt

Wie beim Zufallswirt findet hier keine Entwicklung statt, da der Wirt nicht dazu geeignet ist. Er kann also nicht von einem Endwirt aufgenommen werden.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wirt_(Biologie) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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