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Rhizanthella slateri



Rhizanthella slateri
 
Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Duirideae
Untertribus: Rhizanthellinae
Gattung: Rhizanthella
Art: Rhizanthella slateri
Wissenschaftlicher Name
Rhizanthella slateri
(Rupp) M.A.Clem. & P.J. Cribb

Rhizanthella slateri ist eine Pflanzenart aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die Art ist in Ostaustralien beheimatet und lebt vollständig unterirdisch.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Vegetativer Habitus

Rhizanthella slateri ist eine blatt- und wurzellose, unterirdisch wachsende Pflanze. Sie hat die Photosynthese vollständig aufgegeben und bildet dementsprechend kein Chlorophyll mehr; stattdessen lebt sie myko-heterotroph.

Das 5 bis 10 Millimeter dicke und 100 bis 150 Millimeter lange, verzweigte Rhizom der Pflanzen ist weiß, fleischig und mit einander überlappenden Nebenblättern besetzt.

Blüte

Die Pflanze blüht im Oktober/November. Dann wächst aus dem Rhizom bis unmittelbar unter die Erdoberfläche (vereinzelt auch bis zu 2 Zentimeter hervorstehend) ein mit zahlreichen, einander überlappenden Nebenblättern besetzter Blütenstängel, an dem endständig ein einzelnes sogenanntes Capitulum steht, ein aufrechter, konischer Blütenkopf mit einem Durchmesser von 15 bis 20 Millimetern. Das Capitulum ist von rund 18 weißen, fleischigen, 6 bis 8 Millimeter langen und 2 bis 3 Millimeter breiten, einander überlappenden Hochblättern eingefasst; diese sind dreieckig und einnervig.

Die zwischen 15 und 36 röhrenförmigen Einzelblüten sind 6 bis 8 Millimeter lang und 3 Millimeter breit, von violetter Farbe und stehen im oben abgeflachten Capitulum arrangiert. Die dicht papillösen Kelch- und Kronblätter sind unverwachsen, stehen aber eng aneinander. Die Kelchblätter sind 3 bis 4 Millimeter lang und 1,8 bis 2,2 Millimeter breit, die Kronblätter 2 bis 2,3 Millimeter lang und 1,5 Millimeter breit.

Das hintere Kelchblatt ist an der Spitze linealisch bis fadenförmig und über die Columna gebogen, die seitlichen Kelchblätter laufen sind an ihrer Spitze ebenfalls fadenförmig. Das auf einem 1 Millimeter langen Stiel sitzende Labellum ist breit herzförmig, 2 Millimeter lang und 2 Millimeter breit, eingebogen, fleischig, an der Oberseite dicht papillös und tiefrot.

Die Columna ist kurz und breit, ihre Flügel sind zu schmalen, papillösen, ohrförmigen Fortsätzen reduziert. Die Staubbeutel sind breit und gebogen, die Narbe ist polsterartig verdickt.

Verbreitung, Habitat, Botanische Geschichte, Status

Die Art ist im Grenzgebiet von New South Wales zu Queensland beheimatet. Weniger als zehn Standorte sind bekannt; der größte Standort auf den Hängen des Alum Mountains umfasst nur acht Individuen. Die Pflanzen wachsen in waldigen, gut dränierten Standorten in Höhenlagen zwischen 10 und 1000 m. Anders als Rhizanthella gardneri scheint die Art nicht auf eine spezielle Wirtspflanze angewiesen zu sein, sondern findet sich in Gesellschaft verschiedenster Pflanzen, häufiger mit Eucalyptus-Arten.

Die ersten Exemplare der Art wurden 1931 von Ernest Slater auf dem Alum Mountain bei Buladelah in New South Wales entdeckt und 1932 von Herman Montague Rucker Rupp als Crypthanthemis slateri erstbeschrieben. 1984 wurde sie zur Gattung Rhizanthella gestellt.

An einem weiteren Standort nahe Buladelah bestehen Pläne zum Bau von Straßen, die den Standort bedrohen. Da sich das ganze Ausmaß der Bestände wegen der unterirdischen Lebensweise der Art jedoch nur schwer beziffern lässt, ist eine Abschätzung der daraus resultierenden Bedrohung für das Überleben der Art derzeit nicht möglich.

Rhizanthella slateri wird derzeit auf Anhang 2 des Washingtoner Artenschutzabkommens geführt.

Quellen

  • David L. Jones: A complete guide to native orchids of Australia: including the island territories., p.373, Frenchs Forest, 2006, ISBN 1-8770-6912-4
  • Gwen Harden: Flora of New South Wales, Vol. 4, 1993, p. 219, UNSW Press, Kensington, ISBN 0-8684-0188-9
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rhizanthella_slateri aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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