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Mesenterialinfarkt



Klassifikation nach ICD-10
K55.0 Akute Gefäßkrankheiten des Darmes
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Als Mesenterialinfarkt wird ein meist akuter Verschluss eines Darmgefäßes bezeichnet, der zur Infarzierung und Nekrotisierung des entsprechenden Darmabschnitts führt, wobei sowohl die Embolisierung einer Arterie als auch die Thrombosierung einer Vene dafür verantwortlich sein können.

Bei den entsprechenden betroffenen Arterien handelt es sich in ca. 85 % der Fälle um die Arteria mesenterica superior, der Rest verteilt sich zu etwa gleichen Teilen auf Truncus coeliacus und Arteria mesenterica inferior.

Der Mesenterialinfarkt kann lebensbedrohlich werden und verläuft typischerweise in drei Phasen:

  1. Initialstadium: heftige Abdominalschmerzen, evtl. hämorrhagische Durchfälle und Schocksymptome, häufig ohne Abwehrspannung und mit fehlendem Druckschmerz
  2. Latenzstadium: Trügerisches Nachlassen des Schmerzes, abnehmende Darmperistaltik („fauler Frieden“)
  3. Stadium der irreparablen Darmnekrose: paralytischer Ileus, Durchwanderungsperitonitis und schwere Allgemeinintoxikation.

Bei der „nicht okklusiven Form“, deren Bedeutung zunehmend erkannt wird, kann ein konservatives, d. h. medikamentöses Vorgehen erwogen werden.

Bei der okklusiven Form, also dem Verschluss eines Gefäßes, ist eine Operation notfallmäßig angezeigt, um durch eine Wiederherstellung der Blutstrombahn den infarktgefährdeten Darm zu revaskularisieren. Nekrotische Darmanteile müssen reseziert werden.

Die Prognose ist mit einer Letalität von 70 % ungünstig. Dies ist vor allem dadurch bedingt, dass die Diagnose meist zu spät gestellt wird (schwierige DD).


Siehe auch: Angina abdominalis, Probelaparotomie

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