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Notfall



 

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Als Notfall werden in der Ersten Hilfe Fälle benannt, bei denen es zu einer lebensbedrohlichen Störung der Vitalparameter Bewusstsein, Atmung und Kreislauf oder der Funktionskreisläufe Wasser-Elektrolyt-Haushalt, Säure-Basen-Haushalt, Temperaturhaushalt und Stoffwechsel kommt.

In einem weiteren Sinn fasst man auch psychische Notsituationen wie beispielsweise Selbsttötungsabsichten oder Psychosen sowie Gewalt unter den Notfall-Begriff (siehe auch: Psychiatrische Krise).

Notfälle sind alle Situationen, in denen Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen, das heißt des Notfallpatienten, besteht. Im Mittelpunkt der Ersten Hilfe steht dabei die Sicherstellung der Vitalfunktionen (Bewusstsein, Atmung und Kreislauf).

Wichtig ist in Notfällen die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten der Rettungskette, d.h. Ersthelfer, Rettungsdienst etc., um keine Zeit zu verlieren. Für den Notruf steht in alle Staaten der EU sowie der Schweiz die Notruf-Telefonnummer 112 zur Verfügung, über die man umgehend mit einer Leitstelle des Rettungsdienstes verbunden wird.

Notfallarten

Die Notfallereignisse, bei denen Erste Hilfe erforderlich wird, sind nur selten so spektakulär, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Explosionsunglück, einem Großbrand oder einem schweren Verkehrsunfall Hilfe leisten zu müssen, ist viel geringer als bei Notfällen, die sich im direkten Umfeld des Helfers und im Alltag ereignen.

  • 53 % der Notfälle geschehen im Haus- und Freizeitbereich (ein Kind zieht sich zum Beispiel beim Spielen eine Wunde zu)
  • 26 % der Notfälle geschehen im Beruf (ein Arbeitskollege erleidet beispielsweise einen Krampfanfall)
  • 15 % der Notfälle geschehen in der Schule (ein Schüler quetscht sich zum Beispiel an der Tür einen Finger)
  • 6 % der Notfälle geschehen im Verkehr (ein Lastkraftwagen fährt beispielsweise auf einen Personenwagen auf)

Die Menschen, denen geholfen werden muss, sind nur in wenigen Fällen Fremde - sondern meistens Verwandte oder Bekannte.

Man wird auch seltener mit Blutungen oder Knochenbrüchen konfrontiert als mit einem Herzinfarkt, einem Asthmaanfall oder plötzlicher Bewusstlosigkeit.

  • 48,58 % der Notarzteinsätze entfallen auf Erkrankungen (zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • 9,78 % der Notarzteinsätze entfallen auf Vergiftungen (beispielsweise mit Tollkirschen, giftigen Pilzen, Alkohol oder Medikamenten)
  • 11,55 % der Notarzteinsätze entfallen auf Unfälle (zum Beispiel Verkehrsunfälle oder Unfälle im Haushalt)
  • 16,78 % der Notarzteinsätze entfallen auf Sonstiges (ein Obdachloser wird beispielsweise erfroren im Park aufgefunden)
  • 13,31 % der Notarzteinsätze sind Fehleinsätze (etwa weil bereits andere einen Rettungswagen zur Unglücksstelle gerufen haben)

Die Rettungskette

  Die optimale Versorgung eines von einem medizinischen Notfall betroffenen Menschen lässt sich mit dem Schema der Rettungskette beschreiben, die je nach Darstellung heute aus vier bis sechs Gliedern besteht.

  • Absichern und Eigenschutz (zum Beispiel Absichern der Unfallstelle, Retten aus der Gefahrenzone)
  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen (zum Beispiel Mund-zu-Nase-Beatmung, Herzdruckmassage, Stabile Seitenlage, Ausräumen des Mund-Rachen-Raumes, Stillung bedrohlicher Blutungen, Schockbekämpfung)
  • Notruf absetzen! ( Was ist passiert? Wo geschah der Notfall? Wie viele Leute sind betroffen? Welche Verletzung, Vergiftung oder Erkrankung? Auf Rückfragen warten!)
  • Weitere Erste Hilfe leisten (zum Beispiel Wundversorgung, Betreuung des Betroffenen, fachgerechte Lagerung, Ruhigstellen von Knochenbrüchen)
  • Der Rettungsdienst knüpft mit seinen Maßnahmen an die des Ersthelfers an und sorgt dafür, dass die Transportfähigkeit des Notfallpatienten hergestellt wird.
  • Das letzte Glied der Rettungskette ist die Notaufnahme eines Krankenhauses. Im Krankenhaus steht dem Notfallpatienten die komplette ärztliche und pflegerische Versorgung zur Verfügung. Im Idealfall wird der Betroffene schon hier bis zur völligen Genesung behandelt - möglicherweise folgt dem Krankenhausaufenthalt aber noch eine weitere Therapie in Rehabilitationskliniken.

Siehe auch

  • Pluralistische Ignoranz


  Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Notfall aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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