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Studie: Ob Rinder und Bauern sich gegenseitig anstecken

RUB-Mediziner untersuchen Zoonosen durch Chlamydien

15.11.2007

Was bei Rindern unter anderem für Euter-Entzündungen und zu früh geborene Kälber sorgt, steht im Verdacht, bei den Landwirten mitverantwortlich zu sein für eine Häufung chronischer Atemwegserkrankungen: Chlamydien, eine Bakterienart, die unterschiedlichste Zellen befallen kann und zum Beispiel die auf den Menschen übertragbare Papageienkrankheit auslöst. Ob sich Bauern und Rinder gegenseitig mit Chlamydien anstecken können, untersuchen Mediziner der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Gernot Rohde und PD Dr. Dirk Theegarten in einer Studie in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Für die Studie suchen sie noch Teilnehmer: Landwirte in NRW, die sich und ihre Milchkühe kostenlos auf Chlamydien untersuchen lassen möchten, können sich bei Michael Altrogge, Tierarzt der Ruhr-Universität Bochum, melden.

Chlamydien verursachen bei Rindern nicht nur akute Infektionen etwa der Augen, der Gelenke und des Euters, sondern können auch ohne klinische Symptome ihr Unwesen treiben. So beeinträchtigt eine latente Euterentzündung zum Beispiel die Qualität der Milch - ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Landwirte. Auch ein vermindertes Wachstum bei Kälbern und Unfruchtbarkeit bei Kühen kann auf Chlamydieninfektionen zurückgehen.

Auch beim Menschen können Chlamydien unter anderem für Augeninfektionen und Fehlgeburten verantwortlich sein. Außerdem stehen sie in Verdacht, ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease ,COPD) zu sein. COPD gehört zu den häufigsten Todesursachen in Industrienationen. Die Wirkung von Schadstoffen, etwa aus Zigarettenrauch oder Umweltgiften, führt dabei gepaart mit bakteriellen Infektionen zu chronischen Entzündungsprozessen, die auf Dauer die Lungenbläschen zerstören.

In der jetzt startenden Studie wollen die Forscher herausfinden, ob sich Rinder und Menschen gegenseitig mit Chlamydien infizieren können, es sich also um eine so genannte Zoonose handelt.

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