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Ateminsuffizienz



Klassifikation nach ICD-10
J96 Respiratorische Insuffizienz, anderenorts nicht klassifiziert
J96.0 Akute respiratorische Insuffizienz, anderenorts nicht klassifiziert
J96.1 Chronische respiratorische Insuffizienz, anderenorts nicht klassifiziert
J96.9 Respiratorische Insuffizienz, nicht näher bezeichnet
J98.4 Sonstige Veränderungen der Lunge
J95.1 Akute pulmonale Insuffizienz nach Thoraxoperation
J95.2 Akute pulmonale Insuffizienz nach nicht am Thorax vorgenommener Operation
J95.3 Chronische pulmonale Insuffizienz nach Operation
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Als Ateminsuffizienz, auch respiratorische Insuffizienz, Lungeninsuffizienz oder pulmonale Insuffizienz, wird eine Störung der äußeren (mechanischen) Atmung mit Behinderung des Gasaustausches in den Lungenbläschen oder Reduktion des am Gasaustausch teilnehmenden Lungengewebes bezeichnet. Es kommt zur Veränderung der Blutgaswerte.

Inhaltsverzeichnis

Einteilung

Man unterscheidet die Partialinsuffizienz, bei der der Sauerstoffpartialdruck im arteriellen Blut absinkt, der Kohlendioxidpartialdruck jedoch noch kompensiert werden kann, von der Globalinsuffizienz, bei der beide Parameter pathologisch verändert sind.

Am zeitlichen Verlauf orientiert werden Insuffizienzen in akute und chronische Formen unterteilt.

Chronische Ateminsuffizienz

Diese Form ist die weitaus häufigere. Als Folge treten individuell unterschiedlich schwer erlebte Luftnot, Husten, Leistungsschwäche und unter Umständen Zyanose auf. Klinische Zeichen wie Trommelschlägelfinger und Uhrglasnägel sind nur bei längerem Verlauf zu beobachten. Als Ursachen chronischer Ateminsuffizienz kommen die Chronische Bronchitis, Pneumokoniosen, das Lungenemphysem oder Tumore in Frage. Auch nach Operationen mit Entfernung von Lungenlappen (Lobektomie) oder eines Lungenflügels (Pneumektomie) kann Ateminsuffizienz auftreten.

Akute Ateminsuffizienz

Die Kardinalsymptome sind dieselben wie bei der chronischen Verlaufsform. Durch das plötzliche Einsetzen kommt jedoch häufig eine ausgeprägte affektive Reaktion mit Angst und Erstickungsgefühl hinzu. Als akute Ursachen sind schwer verlaufende Lungenentzündungen, Aspiration (Einatmen) von Fremdkörpern oder Wasser (Ertrinken) sowie Verletzungen der Lunge (Pneumothorax) möglich. Der akute Asthmaanfall stellt ein Beispiel paroxysmaler (anfallsartiger) Atemfunktionsstörungen dar. Schwere systemische Erkrankungen können zum Bild der Schocklunge (ARDS) führen, auch hier tritt schnell eine kritische Ateminsuffizienz auf.

Bei kardialen Dekompensationen mit Ausbildung eines Lungenödems (Herzinsuffizienz, Herzinfarkt) oder pulmonaler Gefäßverlegung (Lungenembolie) ist Luftnot als Symptom typisch, prognostisch entscheidend ist jedoch in der Regel weniger die Lungen-, sondern die Herzfunktion.

Neben den genannten Störungen der Lungenfunktion selbst kann auch eine Beeinträchtigung des Atemzentrums in Hirnstamm, beispielsweise durch Vergiftung mit Opiaten zu akuter Ateminsuffizienz führen (Atemdepression). Als führendes Symptom tritt in diesem Fall keine Luftnot auf, stattdessen kommt es schnell zu Bewusstseinsstörungen und schlimmstenfalls zum Tod.

Therapie

In der Therapie hat die Behandlung der Grunderkrankung Vorrang. Eine symptomatische Verbesserung kann durch Sauerstoffgabe über eine Nasensonde erreicht werden. In einigen Fällen (Ventilationsinsuffizienz, früher respiratorische Globalinsuffizienz) mit erhöhten CO2-Werten ist die Zufuhr von Sauerstoff nur mit gleichzeitiger maschineller Atemhilfe (Beatmung) möglich.

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ateminsuffizienz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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