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Rasselgeräusch



Klassifikation nach ICD-10
R09.8 Sonstige näher bezeichnete Symptome, die das Kreislaufsystem und das Atmungssystem betreffen
R09.8 Rasselgeräusche
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Rasselgeräusch (Synonym: RG, englisch: crackles, rales) kurz RGs, sind bei der Auskultation der Lungen wahrnehmbare Geräuschphänomene, die durch Bewegung von Flüssigkeiten beziehungsweise Sekreten in den Atemwegen während der In- und Exspiration entstehen. Sie zählen zu den Atemnebengeräuschen, welche die normalen Atemgeräusche überlagern, und weisen auf pathologische Veränderung der Lunge hin.

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Inhaltsverzeichnis

Einteilung

Man kann Rasselgeräusche nach den verschiedenen Aspekten ihres akustischen Charakters unterteilen. Neuere Unterteilungen basieren auf dem Begriff „Atemnebengeräusch“ und ordnen unter „Rasselgeräusch“ nur die feuchten Rasselgeräusche ein.[1]

Feuchte Rasselgeräusche

Feuchte RGs werden durch dünnflüssige Sekrete erzeugt (zum Beispiel Ödemflüssigkeit) - vor allem während des Einatmens (Inspiration). Sie lassen sich in drei Klassen gliedern:

  • grobblasig (auch: großblasig)
  • mittelblasig
  • kleinblasig (auch: feinblasig)

Der Geräuschcharakter weist darauf hin, welcher Abschnitt der Atemwege betroffen ist. Grobblasige RGs entstehen in Abschnitten mit größerem Lumen, feinblasige RGs in kleinlumigen Abschnitten. Grobblasige RGs findet man dementsprechend vor allem bei Lungenödem oder Bronchiektasen. Gelegentlich sind sie so deutlich, dass sie ohne Stethoskop gehört werden. Mittelblasige RGs treten zum Beispiel im Rahmen einer Bronchitis auf. Feinblasige RGs sind typisch für ein Problem in der Nähe der Alveolen, zum Beispiel im Rahmen einer Pneumonie.

Die Klangaspekt feuchter RGs ist von den Gewebeschichten abhängig, die sich zwischen dem Stethoskop und dem erkrankten Gewebebezirk befinden. Man unterscheidet daher drei weitere Geräuscheigenschaften:

  • klingend
  • nicht-klingend
  • metallisch

Klingende RGs besitzen eine höhere Tonlage und sprechen für einen „ohrnahen“ Befund. Bei nicht-klingenden RGs liegt der Befund eher „ohrfern“, das heißt im Inneren der Lunge, nahe den Bronchien. Einen metallischen Klang der RGs verzeichnet man beim Pneumothorax.

Trockene Rasselgeräusche

Trockene RGs − nach neuerer Nomenklatur „trockene Atemnebengeräusche“ - werden durch zähflüssige Sekrete meist in Verbindung mit Schleimhautschwellungen in den Atemwegen verursacht. Sie klingen melodischer als feuchte RGs und machen sich als Pfeifen, Giemen oder Brummen bemerkbar. Diese Geräusche entstehen durch Schwingungen des zähflüssigen Schleims im Luftstrom und sind typisch für COPD und Asthma bronchiale.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Respiratory Sounds Am. J. Respir. Crit. Care Med., Volume 156, Number 3, September 1997, 974-987

Dieser Artikel enthält Text aus Rasselgeräusch bei DocCheck Flexikon, einem Wikipedia-Spinoff der Firma Doccheck und ist durch die GNU/FDL lizenziert.
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