Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Ovarialkarzinom



Das Ovarialkarzinom oder Eierstockkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Eierstöcke.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Epidemiologie

Jährlich erkranken ca. 9.000 Frauen in Deutschland mit durchschnittlich ca. 65 Jahren, aber auch jüngere Frauen sind betroffen. Die Erkrankung tritt familiär gehäuft auf. Die beiden Gene BRCA1 und BRCA2 spielen eine Rolle (wie beim Brustkrebs). Kinderlose und Spätgebärende haben gegenüber der Normalbevölkerung ein 2,5-fach erhöhtes Risiko daran zu erkranken. Orale Kontrazeptiva und häufige Schwangerschaften sind hingegen protektive Faktoren, da hierdurch die Eierstöcke "ruhiggestellt" werden.

Möglicherweise gibt es weitere Risikofaktoren, die das Ovarialkrebsrisiko steigern könnten. Hierzu zählt möglicherweise Sonnenmangel: So bemerkten Forscher in Nordamerika und in Europa ein auffälliges Nord-Süd-Gefälle, das sich nur durch unterschiedliche Besonnung der Menschen erklären ließ. Diesen Zusammenhang fand man für Brustkrebs, Prostatakrebs, Dickdarmkrebs, das Ovarialkarzinom und anscheinend auch für das Melanom und den Blasenkrebs.[1] Eine Schlüsselrolle spielt hierbei offenbar das Vitamin D. 90% des vom Körper benötigten Vitamin D werden durch UV-B-Bestrahlung in der Haut gebildet. [2] Erwachsene mit 25-OH-D3-Spiegeln über 20 ug/ml (im Blutserum) haben zum Beispiel ein dreifach reduziertes Risiko, am Dickdarmkrebs zu erkranken. Welche Blutspiegel von 25-OH-D3 optimal sind, bleibt allerdings noch zu klären.[3]

Symptome

Die Symptome sind oft unspezifisch, wie z.B. gastrointestinale Beschwerden, Leistungsminderung oder Blutungsstörungen, sodass die Tumoren vergleichsweise spät erkannt werden. In 25% der Fälle wird über genitale Blutungen berichtet. Bei bekannter familiärer Vorerkrankung ist ein jährliches Screening mit transvaginalem Ultraschall und CA-125-Bestimmung in der Postmenopause empfehlenswert.

Histologie

Ovarialkarzinome gehen definitionsgemäß vom Epithelgewebe der Eierstöcke aus:

  • Seröses Kystom (am häufigsten)
  • Muzinöses Kystom
  • endometroide Tumoren
  • Klarzelltumor
  • Brenner-Tumor.

Daneben gibt es weniger bösartige Geschwulste, die von der Eizelle oder den Keimdrüsen ausgehen und meist gutartig sind:

  • Dysgerminom (junge Frauen; entspricht dem reinen Seminom des Mannes)
  • Dottersacktumor (junge Frauen)
  • embryonales Karzinom (junge Frauen)
  • Teratom (Dermoid; junge Frauen)
  • Chorionkarzinom (junge Frauen)
  • Granulosazelltumor (postmenopausal; kann Östrogen produzieren)
  • Thekazelltumor (postmenopausal; kann Östrogen produzieren)
  • Leydigzelltumor (junge Frauen; kann Androgen produzieren)
  • Androblastom (postmenopausal; kann Androgenproduzieren).

Andere Tumoren, die aus normalem Bindegewebe des Ovars hervorgehen (Fibrome, Sarkome) sind selten. Der Eierstock kann auch Metastasierungsziel anderer Tumoren sein, v.a. von Tumoren des Verdauungstrakts (Magen) und der weiblichen Geschlechtsorgane (Brust). Der Tumormarker CA 125 gehört v.a. zum serösen, CA 19-9 zum muzinösen Ovarialkarzinom. Ein relevanter Tumormarker ist auch CA 72-4.

Stadien

Die Stadien der FIGO-Klassifikation entsprechen beim Ovarialkarzinom praktisch dem 'T'-Wert der TNM-Klassifikation.

I: begrenzt auf Ovarien

II: begrenzt auf kleines Becken (Anatomie)

III: außerhalb kleines Becken nur Lymphknoten- und Faszienmetastasen

IV: hämatogene Organmetastasen

Therapie

Der Tumor wird über einen Bauchhöhlenlängsschnitt möglichst vollständig entfernt, einschließlich der Ovarien, der Eileiter, des Uterus, der befallenen Lymphknoten und der Faszien; zusätzlich erfolgt eine Chemotherapie (Cisplatin, Carboplatin). Die Ansprechrate auf hormonelle Therapien und Strahlentherapie ist gering. Die Überlebensraten liegen um 50% nach 5 Jahren.

Quellen

  1. Sonnenmangel fördert Krebs!, Medical Tribune, 42. Jg., Nr. 23, 8. Juni 2007, S. 21
  2. Sonnenmangel fördert Krebs!, Medical Tribune, 42. Jg., Nr. 23, 8. Juni 2007, S. 21
  3. Sonnenmangel fördert Krebs!, Medical Tribune, 42. Jg., Nr. 23, 8. Juni 2007, S. 21
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ovarialkarzinom aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.