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Nervengewebe



Nervengewebe nimmt Veränderungen innerhalb und außerhalb des Organismus auf. Es analysiert und deutet diese sensorischen Reize, um anschließend entsprechend auf sie reagieren zu können. Das Nervensystem besteht aus Nervengewebe und setzt sich aus dem Zentralnervensystem (ZNS) und dem peripheren Nervensystem (PNS) zusammen. Im Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark) wird das Nervengewebe in zwei Hauptbestandteile, nämlich graue Substanz und weiße Substanz, unterteilt. Das ZNS ist für die Bewertung der Reize und die nachfolgende Reaktion, die Entwicklung von Gedanken und Emotionen sowie für die Gedächtnisbildung und -speicherung zuständig. Das periphere Nervensystem leitet sensorische Reize an das Zentralnervensystem weiter. Darüber hinaus übermittelt es die Informationen, welche die körperliche Reaktion bestimmen, an die Muskeln, Drüsen und Sinnesorgane.

Gliazellen und Neuronen

Nervengewebe setzt sich aus Nervenzellen (Neurone) und Gliazellen zusammen. Über die Neurone werden Impulse selektiv transportiert. In einem gigantischen Netzwerk aus verbundenen Neuronen laufen ständig unzählige Erregungen auf vorgeprägten Bahnen mit einer Geschwindigkeit von ca. 360 km/h. Die Impulse verzweigen auf viele andere Neurone, konvergieren auf einige wenige Neurone oder hemmen rückwärts andere Neurone. Die vergleichsweise kleineren und häufiger vorkommenden Gliazellen erfüllen Hilfsaufgaben. Gliazellen lassen sich strukturell und funktionell in Astrozyten, Oligodendrozyten, Schwann-Zellen, Mikroglia, Ependymzellen und Satellitenzellen gliedern. Astrozyten haben Kontaktstellen zur Blutbahn und zu näheren und entfernten Neuronen, bilden aber im Gegensatz zu den Neuronen kein globales Netz. Die Funktion der Glia ist nur teilweise verstanden und wird derzeitig intensiv erforscht. Zu Beginn der neuronatomischen Forschung hielt man Gliazellen für eine reine Kittsubstanz (Glia=Leim). Später erkannte man die Schutz- und Filterfunktion: Glia hält die für die Nervenzellen erforderliche biochemische Umgebung aufrecht, produziert für die Nervenfunktion erforderliche Substanzen, entsorgt störende Stoffwechselprodukte und bekämpft eindringende Mikroorganismen. In der neueren Forschung zeigt sich, dass die Glia in noch nicht bekannter Weise die Tätigkeit der Neurone organisiert, die Neurone folgen den von Gliazellen vorgegebenen Mustern. Die Glia gibt die Befehle zur Bildung der Synapsen. Die Glia legt in Wechselwirkung mit den Neuronen die Bahnen fest, auf welchen die Erregungen durchs Gehirn strömen. Wiederholt benutzte Bahnen werden verfestigt, nicht benutzte Bahnen werden gelöst. Neurone, welche sich nicht in benutzte Bahnen einbinden, werden über Apoptose eliminiert. Immer mehr wird deutlich, die Glia sind keine Hilfszellen, sondern organisieren die Tätigkeit der Neuronen.

Schädigungen des Nervengewebes

Im Alter von sechs Monaten verliert der menschliche Organismus weitgehend die Fähigkeit, vorhandene Nervenzellen zu erneuern. Daher kann eine vollkommen zerstörte Nervenzelle nicht vollständig ersetzt werden. Geschädigtes Nervengewebe kann im ZNS nur in geringem Ausmaß regenerieren, eine Schädigung des Nervengewebes im Gehirn oder im Rückenmark hat meist dauerhafte Schäden zu Folge. Im Peripheren Nervensystem können Nervenfasern nach einer Verletzung nachwachsen (siehe auch Neurogenese).

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nervengewebe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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