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Musculus gluteus maximus



Musculus gluteus maximus
Ursprung
Darmbeinschaufel (Ala ossis ilii (Linea glutea post.)), Kreuzbein (Os sacrum (Facies sacralia dorsalia)), Steißbein (Os coccygis)), Ligamentum sacrotuberale, Fascia thoracolumbalis
Ansatz
Tractus iliotibialis, Oberschenkelknochen (Tuberositas glutea femoris)
Funktion
Streckung Hüftgelenk, Außenrotation, Abduktion und Adduktion
Innervation
Nervus gluteus inferior
Spinale Segmente
L5-S2

Der Musculus gluteus maximus (lat.: größter Gesäßmuskel) ist einer der Hüftmuskeln. Anatomisch betrachtet gehört er zur dorsolateralen (rückenwärts seitlich gelegenen) Hüftmuskulatur. Er ist der größte Muskel des Menschen und einer der kräftigsten (nur der Kaumuskel ist stärker) und bildet den gesamten hinteren Bereich des Gesäßes (Regio glutaea). Er wird daher oft zur intramuskulären Injektion genutzt (intragluteale Injektion).

Unter dem Musculus gluteus maximus liegen noch der mittlere (Musculus gluteus medius) und der kleinste (Musculus gluteus minimus) Gesäßmuskel. Bei den vierfüßigen Säugetieren ist er nicht der größte der Kruppenmuskeln, hier wird er aufgrund der ebenfalls oberflächlichen Lage als Musculus gluteus superficialis („oberflächlicher Kruppenmuskel“) bezeichnet. Bei den Paarhufern ist dieser Muskel mit dem Musculus biceps femoris zum Musculus gluteobiceps verschmolzen.

Inhaltsverzeichnis

Funktion

Der Musculus gluteus maximus streckt das Hüftgelenk (Extension) und streckt den Rumpf aus der Beugestellung (z. B. Aufstehen aus dem Sitzen). Er ist der stärkste Strecker im Hüftgelenk und ermöglicht dem Menschen den aufrechten Gang. Bei den vierfüßigen Säugetieren ist der Muskel daher wesentlich schwächer, wegen seiner oberflächlichen Lage bezeichnet man ihn hier als „Musculus gluteus superficialis“ (oberflächlicher Kruppenmuskel). Alle Fasern dieses Muskels liegen hinter der transversalen Körperachse: Wenn der M. gluteus maximus sich zusammenzieht, kommt es also zur Streckung. So verhindert er auch ein Umkippen des Beckens nach vorne und hilft z. B. beim Treppensteigen. Durch seine verschiedenen Ansätze kann der M. gluteus maximus sowohl als Adduktor (zur Anspreizung des Beins) als auch als Abduktor (zur Abspreizung) wirken: Der kopfwärts gelegene (kraniale) Anteil des M. gluteus maximus unterstützt die Abduktion und spannt die Fascia lata (eine Faszie am äußeren Oberschenkel). Der schwanzwärts gelegene (kaudale) Teil, der an der Tuberositas glutea des Oberschenkelknochens ansetzt, unterstützt dagegen die Adduktion des Oberschenkels. Weiterhin ist der Muskel ein wichtiger Außenrotator des Beins.

Training

Durch gezielte und wiederholt ausgeführte „typische“ Bewegungen kann der Muskel trainiert werden, beispielsweise durch Strecken des Beines nach hinten und durch Bewegung nach oben und unten im Vierfüßlerstand. Im Kraftdreikampf zählen Kniebeugen und Kreuzheben zu wirkungsvollen Übungen zur Stärkung des Musculus gluteus maximus. Im Krafttraining beansprucht die Beinpresse auch den Musculus gluteus maximus.

Im Stehen liegt der Gluteus maximus über dem Sitzbeinhöcker (Tuber ischiadicum). Er wird jedoch beim Sitzen nicht gequetscht, weil der Unterrand des Muskels dabei zur Seite gleitet.

Lähmung

Bei einer beidseitigen Lähmung sind wichtige Funktionen wie das Treppensteigen nicht mehr möglich, jedoch ruhiges Gehen und Stehen. Da die „aufrichtende“ Funktion (Streckung im Hüftgelenk) wegfällt, muss der Körperschwerpunkt dabei jedoch hinter der Transversalachse bleiben, sonst kippt der Körper vornüber.

Bei Lähmung des mittleren Gesäßmuskels (Musculus gluteus medius), der unter dem Musculus gluteus maximus liegt, kommt es zum Trendelenburg-Zeichen: Wird ein Bein beim Stehen gebeugt, kippt das Becken auf die Seite des gebeugten Beins. Um ein Umkippen zu dieser Seite zu verhindern, wird der Oberkörper als Gegengewicht zur anderen Seite hin gebogen (Lateralflexion). Daraus entsteht ein „Watschelgang“.

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Musculus_gluteus_maximus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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