Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Marasmus



Klassifikation nach ICD-10
E41 Alimentärer Marasmus
Erhebliche Mangelernährung mit Marasmus
E42 Kwashiorkor-Marasmus
Erhebliche Energie- und Eiweißmangelernährung
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Als Marasmus (griech.) bezeichnet man einen Protein- und Energiemangel, der zum Abbau aller Energie- und Eiweißreserven führt (auch PEM protein-energy-malnutrition).

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Symptome und Beschwerden

Symptome bei Kindern

  • Wachstumsstörungen
  • geistige Entwicklungsstörungen
  • Blähbauch
  • dünne Gliedmaßen
  • verringerte Körpertemperatur

Symptome bei Erwachsenen

  • Abbau der Proteinreserven
  • Abbau der Energiereserven
  • Anfälligkeit für Krankheiten

Marasmus bezeichnet den schwersten Grad der Unterernährung mit Atrophien bei Kalorienmangel; die betroffenen Kinder sehen dann beispielsweise aus wie Greise. Vor dem Tod treten schwere Durchfälle auf. Viele Verhungernde sind an den Folgen ihrer durch Eiweißmangel (Antikörper/Komplentmangel etc.) bedingten Infektionen gestorben.

Ursachen

In den Entwicklungsländern ist Unterernährung verbreitet die Ursache für Auszehrung und Abmagerung. Marasmus tritt auch häufig bei Babys auf, die schon zu früh abgestillt und mit Milchfertignahrung ernährt wurden. Weil die Fertignahrung oft teuer ist, wird sie mit (teilweise mit unhygienischem, verunreinigtem) Wasser vermischt, wodurch es zu Krankheiten, zu Unterernährung und zu der Folgekrankheit des Marasmus kommt.

Im Gegensatz dazu tritt Marasmus in den Industrieländern als Folge von Ess-Störungen wie Magersucht (Anorexia nervosa) oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie) oder im Zusammenhang mit Krankheiten wie Krebs, AIDS oder Tuberkulose auf.

Marasmus bei Heimkindern

"Marasmus" bezeichnet, abgesehen davon, auch noch das "Dahinwelken und schließliche Verlöschen" (Spitz '78) von an sich gesund geborenen Kindern in Folge totaler emotionaler Deprivation. In früheren Zeiten starben bis zu 70% der Findelkinder an diesem Zustand.

Folgen und Komplikationen

Marasmus führt bei Kindern zum körperlichen und geistigen Entwicklungsstillstand, zu Durchfällen mit gefährlichem Flüssigkeitsverlust und zum Blähbauch. Im Extremfall kommt es zum Tod.

Beim Erwachsenen lassen die körperlichen Kräfte nach, es kommt zur Erschöpfung und sie werden anfällig für Krankheiten. Der Hunger beherrscht das Denken und Handeln. Auch bei Erwachsenen führt Marasmus unbehandelt zum Tod.

Behandlung

Der Mangel an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten sowie an Vitaminen und Mineralien muss behoben werden, bei Babys und Kindern geschieht dies durch:

  • Einsetzen einer Anfangsmilch (geringer Eiweiß- und Energiegehalt)
  • nach etwa einer Woche Folgemilch (Kuhmilch,Trocken- oder Vollmilchpulver)
  • Zusetzen von wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen
  • Zusatz von Zucker

Bei Erwachsenen wird langsam und allmählich die Nahrungsmenge gesteigert. Am Anfang gibt es Flüssignahrung, um den Verdauungstrakt nicht zu überlasten. Nach einigen Wochen kann passierte Nahrung gegeben werden, wieder nach einiger Zeit Schonkost und so weiter.

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Marasmus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.