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Ethambutol



Strukturformel
Allgemeines
Name 2-[2-(1-Hydroxybutan-2-ylamino)ethylamino]butan-1-ol
Summenformel C10H24N2O2
Kurzbeschreibung Antibiotikum
CAS-Nummer 74-55-5
molare Masse 204,31 g·mol-1

Ethambutol (Myambutol®, EMB-Fatol®, EMBHefa®) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antibiotika, der bevorzugt zur Behandlung der Tuberkulose, aber auch bei anderen durch Mykobakterien hervorgerufenen Infektionen eingesetzt wird. Er darf nur in Kombination mit anderen antimykobakteriellen Mitteln angewendet werden. Aufgrund des erheblichen Nebenwirkungsprofils muss seine Anwendung engmaschig – insbesondere auch augenärztlich – überwacht werden.

Inhaltsverzeichnis

Wirkungsweise

Ethambutol wird von Mykobakterien schnell aufgenommen. Es behindert den normalen Aufbau der Zellwände, die durch ihre besondere Struktur bei Mykobakterien deren außergewöhnlich hohe Widerstandsfähigkeit bedingt, indem die Biosynthese spezifischer Polysaccharide, sogenannter Arabinogalactane, Arabinomannane und Peptidoglycane, unterbunden wird. Ursache dafür ist eine inhibierende Wirkung auf einen Pfad des Kohlenhydratstoffwechsels, der von der Glucose hin zur Arabinose und Mannose führt.[1][2][3] Es wirkt abhängig von der Konzentration bakteriostatisch bis bakterizid immer nur auf sich gerade vermehrende (proliferierende) Erreger. Eine primäre Resistenz der Mykobakterien gegen Ethambutol ist sehr selten und erworbene entwickeln sich nur langsam. Es gibt keine Kreuzresistenz zu anderen Tuberkulosemitteln.

Pharmakokinetik

Ethambutol wird nach Einnahme vom Magen-Darm-Trakt rasch und fast vollständig aufgenommen. Die höchste Konzentration im Blut (Spitzenspiegel) wird etwa 2–4 Stunden nach Einnahme erreicht. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend unverändert über die Nieren. Nur ein kleiner Anteil wird unverändert über die Gallenflüssigkeit oder in veränderter Form mit dem Urin ausgeschieden. Nach 24 Stunden sinkt die Konzentration im Blut weniger als ein Zehntel des Spitzenspiegels ab. Sowohl rote Blutkörperchen (Erythrozyten) als auch Gewebezellen in den Lungen (Alveolarzellen, Makrophagen) können das Ethambutol anreichern, so dass die Konzentration in diesen Zellen erheblich höher ist als im Serum.

Nebenwirkungen

Abhängig von der verabreichten Dosis und der Dauer der Behandlung kann es zu einer Entzündung des Sehnerven (Optikusneuritis) kommen, die sich zunächst durch Störung des Farbensehens, später in Gesichtsfeldausfällen bis zum kompletten Verlust der Sehfähigkeit äußert. Auch Schädigungen sowohl des zentralen wie auch des peripheren Nervensystems (Neuropathie) mit Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrtheitszuständen, Halluzinationen, Schwächegefühl und Gefühlsstörungen (Parästhesien) sind beschrieben. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählt ein Anstieg der Harnsäure-Konzentration im Serum, der sich nach Absetzen wieder normalisiert. Selten treten Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Erbrechen, Durchfall oder allergische Reaktionen mit Fieber oder juckenden Hautausschlägen auf. Sehr selten können auch Veränderungen des Blutbildes mit Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) oder der Blutplättchen (Thrombozyten) sowie Leber- und Nierenfunktionsstörungen beobachtet werden.

Quellen

  1. K. Takayama, J. O. Kilburn: Inhibition of synthesis of arabinogalactan by ethambutol in Mycobacterium smegmatis. In: Antimicrobial Agents and Chemotherapy 33 (1989) 1493–1499.
  2. G. Silve, P. Valero-Guillen, A. Quemard, M.-A. Dupont, M. Daffé, G. Laneelle: Ethambutol inhibition of glucose metabolism in mycobacteria: a possible target of the drug. In: Antimicrobial Agents and Chemotherapy 37 (1993) 1536–1538.
  3. K. Mikusová, R. A. Slayden, G. S. Besra, P. J. Brennan: Biogenesis of the mycobacterial cell wall and the site of action of ethambutol. In: Antimicrobial Agents and Chemotherapy 39 (1995) 2484–2489.
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ethambutol aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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