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Basaliom



      Der Basalzellenkrebs (älter: das Basaliom, auch: Epithelioma basocellulare; engl.: basal cell carcinoma, baslioma, basal cell epithelioma) ist ein Tumor (Krebserkrankung) der Haut. Er geht vom embryonalen Haarkeim aus und ist daher nur an behaarten Hautstellen also nie an Handflächen und Fußsohlen zu finden.Aufgrund der Ähnlichkeit zu den Basalzellen der Haut nahm man früher auch den Ursprung aus diesen Zellen an.Der Tumor wird als semimaligne bezeichnet, da er zwar wie ein bösartiger (maligner) Tumor das umliegende Gewebe schädigt und sogar Knochen infiltrieren kann, aber in der Regel keine Metastasen bildet (in 0,03%).

Basaliome sind etwa zehnmal häufiger als Spinaliom (Plattenepithelkarzinome der Haut). Bei Immunsupprimierten (HIV-Infizierte oder z.B. Transplantationspatienten) hingegen überwiegt das Spinaliom.

Inhaltsverzeichnis

Risikofaktoren und Pathogenese

Zu den Risikofaktoren zählt neben einer genetischen Veranlagung vor allem der langwelligere Anteil des UV-Lichts, UV-A (320-400 nm Wellenlänge). Durch die vergleichsweise höhere Wellenlänge hat UV-A Strahlung eine größere Eindringtiefe in die Haut. Die kurzwelligere UV-B Strahlung wird zum größten Teil bereits in den oberen Hautschichten absorbiert und verursacht daher bevorzugt Schäden in den oberflächlichen Epithelzellen der Haut, siehe Plattenepithelkarzinom der Haut.

Basaliome entstehen bevorzugt im Gesicht (besonders betroffen ist die Nase), am Nacken sowie auf dem dünnbehaarten Kopf.

Formen und Klinischer Verlauf

Man unterscheidet sechs verschiedene Formen von Basaliomen:

  • knotiges, solides Basaliom, häufig Teleangiektasien und (halb)kugeliges Erscheinungsbild.
  • oberflächliches Basaliom (auch: Rumpfhautbasaliom), oft vergesellschaftet mit Psoriasis und bei älteren Patienten, die Arsenexposition der Anamnese aufweisen,
  • pigmentiertes Basaliom (Vorsicht: kann mit einem malignen Melanom verwechselt werden),
  • sklerodermiformes Basaliom, makroskopisch oft nicht von normaler Haut abzugrenzen und daher schwer zu entfernen,
  • exulzerierend wachsendes Basaliom (auch: Ulcus rodens), rodere = lat. nagen, perlschnurartiger Rand ist typisch, und
  • destruierend wachsendes Basaliom (auch: Ulcus terebrans), terebere = lat. bohren, gefürchtete Form, die stark in die Tiefe wächst und Knochen und Knorpel zerstört, Folge sind schwere Verstümmelungen.


Der weitaus größte Teil der Basaliome findet sich im sog. zentrofazialen Bereich, einem Streifen vom Haaransatz bis zur Oberlippe. Etwa 15 % der Basaliome sind an der Ohrmuschel, an der behaarten Kopfhaut und im unteren Gesichtsdrittel zu finden. Nur etwa 5 % der Basaliome liegen am Stamm oder an den Extremitäten.

Basaliome wachsen sehr langsam über einige Jahre (wichtige Differentialdiagnose zum innerhalb von Wochen entstehenden Keratoakanthom!). Den Beginn stellt meist ein kleiner, harter Knoten ("Basaliomperle") oder eine umschriebene Verhärtung (Induration) dar. Oft finden sich am Rand der Läsion sehr feine rötliche Gefäße, die zart durch die Haut schimmern (sog. Teleangiektasien), sowie perlschnurartige Verdickungen am Rand des Tumors.

Lange Zeit findet ein Wachstum in horizontaler und vertikaler Richtung statt. Ulcerationen (Entstehung von Geschwüren) und Destruktionen (zerstörerisches Wachstum) kommen in späteren Stadien vor und sind je nach klinischer Form unterschiedlich stark ausgeprägt.

  • Als Sonderform wird in der Literatur vom seltenen Intermediärtyp des Basalioms berichtet, es handelt sich um stark entdifferenzierte Basaliomzellen, die aggressiv destruierend wachsen und metastasieren. Die Prognose ist entsprechend schlecht.

Therapie

Zahlreiche Behandlungsformen stehen zur Verfügung. Die Behandlungsform mit der geringsten Rückfallquote ist noch immer die chirurgische Behandlung mit histologischer (mikroskopisch kontrollierter) Schnittrandkontrolle. Andere Behandlungsformen kommen meist nur dann als alleinige Therapie zum Einsatz, wenn die Operation nicht möglich ist (z.B. aufgrund von Alter oder Vorerkrankungen des Patienten, der Lokalisation des Tumors o.ä.). Wegen des langfristig zerstörerischen (destruierenden) Wachstums sollten Basaliome chirurgisch frühzeitig im Ganzen operativ entfernt werden, um eine Schädigung tieferliegender Gewebebereiche zu vermeiden; Rezidive (Wiederauftreten des Tumors) sind möglich.

Große Basaliome oder nicht operable Basaliome bei älteren Menschen werden erfolgreich mit Röntgenweichstrahlen therapiert. Weitere Behandlungsverfahren sind die Kurettage mit lokaler chemochirurgischer Nachbehandlung, die Kryotherapie (Vereisungsbehandlung) sowie die medikamentöse örtliche Immuntherapie.

Seit Juli 2004 ist eine neue Behandlungsmethode für das oberflächliche Basaliom zugelassen: Der Wirkstoff Imiquimod wird mit einer Creme über mehrere Wochen vom Patienten selbst aufgetragen. Imiquimod aktiviert lokal das körpereigene Immunsystem der Haut, welches dann die Tumorzellen gezielt angreift. Sichtbare und mit bloßem Auge noch nicht sichtbare Tumorareale werden schmerzfrei beseitigt. Narben bleiben nach der Therapie nicht zurück.

Eine weitere Methode zur Behandlung bestimmter knotiger oder oberflächlicher Basaliomformen ist die photodynamische Therapie mit einer Methyl-(5-amino-4-oxopentanoat)-Creme, die neoplastische Zellen photosensibilisiert; die photosensibilisierten Zellen werden durch eine anschließende Behandlung mit speziellem Rotlicht selektiv zerstört. Diese Behandlungsoption zeichnet sich durch eine Kombination von guten medizinischen und kosmetischen (Gesichtsbereich!) Ergebnissen aus; bei sklerodermiformen Basaliomen ist die Rezidivgefahr sehr hoch.

Die Prognose ist im Allgemeinen gut, da keine Metastasierungsneigung besteht. Patienten mit aggressiven Formen (Basalioma terebrans, Basalioma exulcerans) haben je nach Organbefall evtl. eine schlechtere Prognose.

Siehe auch

Quellen

  • Ingrid Moll: Duale Reihe Dermatologie, 6. Auflage, Thieme 2005
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Basaliom aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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