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Ökogeografische Regeln



Die Ökogeographischen Regeln sind ein Satz von Regeln, die aus der Beobachtung erwachsen sind, dass bestimmte Merkmale bei verschiedenen Arten eines Lebensraumes ähnlich ausgeprägt sind. Zugleich unterscheiden sich nah verwandte Arten in verschiedenen Regionen in diesen Merkmalen auf eine bestimmte Weise.

Diese regelhaften Unterschiede lassen sich auch innerhalb einer Art beim Vergleich geografischer Rassen und Unterarten beobachten.

Die Regeln spiegeln damit sowohl die konvergente Entwicklung von Merkmalen wider als auch die Variationsbreite innerhalb eines Verwandtschaftskreises.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Tiergeografische Regeln

Regel von Bergmann – Größenregel

Gemäß der Bergmannschen Regel (Carl Bergmann, 1847) sind innerhalb einer systematischen Gruppe die eigenwarmen Tiere in kälteren Regionen größer als in wärmeren Regionen.


Beispiele:

  • Pinguine: Der Galápagos-Pinguin ist der Kleinste, der Kaiser-Pinguin in der Antarktis ist der Größte Vertreter seiner Art.
Pinguin-Art Körperlänge (in cm) Körpermasse (in kg) Federlänge (in cm) Vorkommen (südliche Breitengrade)
Galápagos-Pinguin Spheniscus mendiculus 502,22,1Äquator
Humboldt-Pinguin S. humboldti 654,52,15 bis 35
Magellan-Pinguin S. magellanicus 704,92,434 bis 56
Königspinguin
Aptenodyptes patagonica
95152,950 bis 60
Kaiserpinguin A. forsteri 120404,265 bis 77
  • Die mediterranen Braunbären Ursus arctos syriacus sind kleiner als der Europäische Braunbär Ursus arctos arctos und dieser wieder kleiner als die Braunbären Alaskas Ursus arctos middendorfi. Der größte unter den Bärenverwandten ist der Eisbär Ursus maritimus.

Je größer ein Tier ist, umso kleiner ist seine Oberfläche im Vergleich zum wärmespeichernden Körpervolumen, um so kleiner ist also der Wärmeverlust über die Haut. (Siehe hierzu auch Thermoregulation)

Regel von Allen – Proportionsregel

Die Allensche Regel (nach Joel Asaph Allen, 1838 - 1921) besagt, dass bei gleichwarmen Tieren einer Art und Arten eines Verwandtschaftskreises die relative Länge der Körperanhänge (Extremitäten, Schwänze, Ohren) und Schnauze in kälteren Regionen geringer als in wärmeren Gebieten ist.

Beispiele:

  • Die Länge der Ohren nimmt in der Verwandtschaftsreihe Fennek Canis (Fennecus) zerda (Wüste), Rotfuchs Canis (Vulpes) vulpes (gemäßigte Breiten) Polarfuchs Canis (Alopex) lagopes (Tundra) ab. Ebenso bei Wüstenluchs Caracal caracal und Luchs der Tundren Lynx lynx sowie bei Feldhase Lepus europaeus (capensis) und Schneehase Lepus timidus.

Je länger die Körperextremitäten sind, desto mehr Körperwärme geht aufgrund der zunehmenden Oberfläche verloren.

Regel von Hesse – Herz-Gewichts-Regel

Die Hessesche Regel besagt, dass das durchschnittliche Verhältnis des Herzgewichtes zur Körpermasse bei Tieren in kälteren Regionen größer ist als in wärmeren.

Beispiel Haussperling Passer domesticus (Angaben Gramm pro Kilogramm): Sankt Petersburg 15,7 – Hamburg 14,0 – Tübingen (13,1)

Regel von Gloger – Färbungsregel

Die Glogersche Regel (Färbungsregel) besagt, dass Arten, welche in Gebieten mit mehr Sonneneinstrahlung leben, eine dunklere Pigmentierung der Haut besitzen als Artverwandte in Gebieten mit weniger Sonneneinstrahlung.

In warmen, feuchten Regionen sind Tiere durch Eumelanine braun-schwarz gefärbt, in kühl-trockenen durch Phaeomelanine gelb-braun. Einige Arten der Polargebiete sind zumindest im Winter weiß gefärbt.

Dies wird damit begründet, das eine stärkere Pigmentierung einen besseren Sonnenschutz bietet.

Die Glogersche Regel wurde von Constantin Wilhelm Lambert Gloger, nach dem sie auch benannt ist, in seinem Werk Das Abändern der Vögel durch Einfluss des Klima's (1833) aufgestellt.

Pflanzengeografische Regeln von Werner

  1. Blattgrößenregel: In feuchtwarmen Regionen (Regenwald) bilden die Pflanzen größere Blätter aus als in kalt-trockenen (Bergwald, Polargebiete). Dies erklärt sich daraus, dass über großflächige Blätter mehr Wasser verdunstet wird als bei kleinflächigen.
  2. Blattformenregel: Pflanzen der sommergrünen Wälder in den gemäßigten Breiten weisen eine größere Variabilität auf als Pflanzen der Tropenwälder oder der immergrünen Nadelwälder nördlicher Breiten.
  3. Wuchsformenregel: Holzige Pflanzen bilden in trockenen und kalten Gebieten mit kurzer Vegetationsperiode Zwergformen aus.

Siehe auch

 
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