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Transferrin



  Transferrin ist ein Protein, das im Blut vorkommt und hauptsächlich für die Eisenversorgung der Körperzellen verantwortlich ist. Es ist also ein Transportprotein, das zwei Bindungsstellen für dreifach positiv geladene Eisenionen, Fe3+, besitzt . Es wird von den Zellen über Transferrinrezeptoren aufgenommen, die über einen Lipidanker in der Plasmamembran verankert sind. Die normale Eisen-Transferrin-Sättigung des Erwachsenen liegt bei etwa 25-30%.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Funktion im Eisenstoffwechsel

Bisher sind zwei Transferrinrezeptoren bekannt: Transferrinrezeptor 1 (TfR1) wird in allen Zellen exprimiert, Transferrinrezeptor 2 (TfR2) hauptsächlich in der Leber. Bindet eisenbeladenes Transferrin an einen der Rezeptoren, wird das Eisen über Rezeptor-mediierte Endozytose aufgenommen und vesikulär zu den Endosomen transportiert. In den frühen Endosomen löst sich wegen des sauren Milieus das Fe3+ vom Transferrin. Das Transferrin selbst (jetzt als Apotransferrin bezeichnet) bleibt an seinen Rezeptor gebunden. Der Rezeptor/Ligand-Komplex wird zur Plasmamembran transportiert (rezyklisiert) und im neutralen Milieu der extrazellulären Flüssigkeit dissoziert Apotransferrin vom Rezeptor. Der Zyklus kann von neuem beginnen. Dies ist insofern eine Besonderheit, als normalerweise bei dieser Art der Endozytose meist entweder die Liganden oder sogar der Ligand/Rezeptor-Komplex durch Fusion des Vesikels mit Lysosomen abgebaut werden. Die Transferrinrezeptoren und das Transferrin erreichen über diesen Mechanismus sehr schnell wieder die Zelloberfläche. Fe3+ wird über ein Bindeprotein aus dem Endosom in das Zellplasma transportiert und dabei zu Fe2+ reduziert. In den Zellen wird Fe2+ dann von Ferritinen gespeichert.

Eisen kommt z.B. in aktiven Zentren von Enzymen vor und ist wichtig für das Zellwachstum. Außerdem sind Eisenionen ein wichtiger Bestandteil des sauerstoffbindenden Hämoglobins. Eisenüberladung ist ebenso wie Eisenunterversorgung schädlich für den Organismus. Mutationen im TfR2 oder in der Regulation des TfR1 führen zum Krankheitsbild der Hämochromatose, einer gesundheitsschädlichen Eisenüberladung. Bei Eisenmangel kann es zu einer sogenannten Eisenmangelanämie kommen.

Molekülmasse: 79600 Dalton

Interpretation des Transferrinspiegels

Der Normwert des Transferrinspiegels (Transporteisen) beim Menschen beträgt 220-372 mg/dl. Eine Erhöhung des Transferrinspiegels wird bei Eisenmangel beobachtet. Zu einer Erniedrigung des Transferrinspiegels kommt es bei chronischen Entzündungen, Tumorerkrankungen, Eisenüberladung oder einer Hämolyse.

Siehe auch: Eisen-Stoffwechsel

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Transferrin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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