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Rinderpest



Rinderpestvirus
Systematik

Reich: Viren
(-)ssRNA-Viren
Ordnung: Mononegavirales
Familie: Paramyxoviridae
Unterfamilie: Paramyxovirinae
Gattung: Morbilliviren
Art: Rinderpestvirus
Wissenschaftlicher Name

Die Rinderpest ist eine Virusinfektion und eine der gefährlichsten Tierseuchen bei Rindern und anzeigepflichtig. Sie ist in Europa dank seuchenhygienischer Maßnahmen letztmalig 1954 in Italien aufgetreten und spielt heute nur noch in Afrika eine Rolle. In Deutschland ist sie seit 1881 nicht mehr in Erscheinung getreten.

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Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Viruserkrankung wurde vor 3000 Jahren erstmals auf Papyrus beschrieben und stammt ursprünglich aus Asien. Sie wurde während der Völkerwanderungen von den Hunnen eingeschleppt. Der Krankheit fielen in Europa zwischen 1740 und 1760 etwa 200 Millionen Rinder zum Opfer. (Zum Vergleich: 1993 gab es in der ganzen EG nur etwa 85 Millionen Rinder). Aufgrund der hohen Bedrohung für die Rinderbestände war die Rinderpest ein Hauptgrund für die Errichtung der ersten Veterinärschulen (die erste wurde 1762 in Lyon gegründet).

Die letzten großen Ausbrüche in Europa waren 1913 in Bulgarien während des Balkankrieges und 1920 in Belgien. Letzterem fielen aufgrund aufwändiger seuchenhyghienischer Maßnahmen aber nur noch 2000 Rinder zum Opfer.

Erreger

Das Rinderpestvirus ist ein Erreger aus der Gattung der Morbilliviren, zu der auch das Masern- und das Staupe-Virus zählt.

Der Erreger kann theoretisch bis zu fünf Monaten im Heu, Stroh oder in der Erde überleben, wird aber durch Fäulnisprozesse schneller zersetzt, so dass die Überlebenszeit in Dung oder Stallanalagen nicht länger als 24 Stunden währt.

Klinik

Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 15 Tage. Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber (bis 42 °C), Anschwellungen der Schleimhäute und starkem Tränenfluss. An dieses Prodromalstadium schließen sich nach einigen Tagen schwere Schleimhautveränderungen mit Erosionen im Maulbereich. An deren Wundrändern bilden sich durch Fibrinabsonderung sogenannte Pseudomembranen. Durch bakterielle Sekundärinfektionen entsteht eine eitrige Konjunktivitis und Rhinitis. Außerdem treten häufig zentralnervöse Störungen wie Erregung oder Depression auf. Ein bis zwei Tage nach den Schleimhautveränderungen setzt schwerer Durchfall ein. In der Regel stirbt das Tier nach vier bis sieben Tagen.

Überlebt ein Tier die Krankheit ist es lebenslang immun. So ist die Mortalität heute in Asien niedrig, in Afrika, wo die Rinderpest erstmals zwischen 1889 und 1896 grassierte, ist sie hoch, weil sich unter den dort lebenden Rinderrassen erst wenige genetisch fixierten Abwehrmechanismen herausbilden konnten.

Behandlung

Zur Behandlung können Antibiotika gegen Begleitinfektionen und/oder Schutzimpfung Anwendung finden. Die einmalige Impfung hinterlässt eine sehr lange Immunität (11 Jahre und mehr). Dazu hat die EU das PARC-Programm aufgelegt (Pan African Rinderpest Campaign).

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rinderpest aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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