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Phantomschmerz




Der Phantomschmerz ist ein Schmerz, der nach Verlust eines Körperteils, meist einer Extremität (Arm oder Bein) oder eines Teils einer Extremität (z. B. Unterschenkel, Fuß, Finger), aber auch Enddarm oder Zahn auftritt. Obwohl der Patient den betroffenen Körperteil nicht mehr besitzt, verspürt er dort dennoch Schmerzen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass beim Verlust Nerven geschädigt werden, die unter anderem für die Schmerzweiterleitung aus dem amputierten Organ zuständig sind. Das Gehirn interpretiert die dadurch entstehenden Signale als Schmerzen im amputierten Körperteil.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Erklärungsansätze

Für die Entstehung von Phantomschmerz werden verschiedene Erklärungsmodelle diskutiert.

periphere Mechanismen:

  • Neurombildung
  • Ephaptische Erregung (Überspringen der Aktionspotentiale von einem Neuron auf ein anderes)
  • Muskelspannung usw.

zentrale Mechanismen:

andere Modelle:

  • Psychologisches Verlusterleben
  • Psychophysikalische Ansätze usw.

Prävention

Forschungen in den letzten Jahren haben ergeben, dass bei Amputationen trotz Vollnarkose die Nerven an der Amputationsstelle Schmerzsignale an das Gehirn senden, die sich wegen ihrer Stärke und Dauer dort einprägen. Dies führt dazu, dass eine anhaltende Schmerzempfindung entsteht, obwohl es den entsprechenden Körperteil nicht mehr gibt. Durch eine zusätzliche Regional- oder wenigstens Lokalanästhesie während der Amputation kann daher die Gefahr der Entstehung eines Phantomschmerzes verringert werden.

Unterscheide: Stumpfschmerz – lokaler, provozierbarer Schmerz unmittelbar in Absetzungsregion (Tinel-Hoffmann-Zeichen) durch Stumpfneurom. Therapie: gezielte Neuromsklerosetherapie [1].

Therapien

Ein viel versprechender Therapieansatz ist die Spiegeltherapie.

Übertragene Bedeutung

Der Begriff wird auch gern im übertragenen Sinne dafür verwendet, dass jemand eine andere Person oder einen angestammten sozialen Status schmerzlich vermisst.

Fußnoten und Quellenangaben

  • Gruber H et al. Sonographically guided phenol injection in painful stump neuroma. AJR Am J Roentgenol. 2004 Apr;182(4):952-4.
  • Gruber H et al. Practical Experience with Sonographically Guided Phenol Instillations of Stump Neuromas: Predictors for Effects, Success and Outcome. AJR Am J Roentgenol. 2008. in press.

Literatur

Sherman, R. A.: Phantom Pain. Plenum: New York, 1997

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Phantomschmerz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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