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Parenterale Ernährung



Unter einer parenteralen Ernährung versteht man in der Medizin eine Ernährung unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Indikationen

Eine parenterale Ernährung (PE) kommt bei allen Patienten in Frage, die über einen längeren Zeitraum (> 3 Tage) nicht über den normalen Weg ausreichend Nahrung zu sich nehmen können oder wollen. Dies betrifft Patienten, die an akuten Krankheiten des Magen-Darm-Traktes, wie beispielsweise einer Pankreatitis oder einem Ileus, leiden; aber auch Patienten, bei denen im Rahmen einer Operation neue Verbindungen im Magen-Darm-Trakt (Anastomosen) angelegt worden sind, werden in den ersten Tagen nach der Operation zur Entlastung der neu geschaffenen Verbindung in dieser Art und Weise ernährt. Ein weiterer Grund für eine PE sind Resorptionsstörungen im Dünndarm oder kritisches Untergewicht, verursacht beispielsweise durch Eßstörungen wie die Magersucht.

Durchführung

Die Ernährung erfolgt dabei in der Regel über Speziallösungen, die intravenös verabreicht werden. Da die Lösungen hochkonzentriert sind, müssen sie auf Dauer über einen ZVK (zentralvenösen Katheter) in eine der großen Venen des Körpers infundiert werden. Die in der Regel dünneren Armvenen sind ungeeignet; Infusionen darüber führen zu brennenden Schmerzen und die Venen entzünden sich nach kurzer Zeit.

Die komplette parenterale Ernährung besteht in der Zufuhr von:

Die Menge der zugeführten parenteralen Ernährung richtet sich nach dem Energiebedarf und dem Krankheitsbild. Zusätzlich zum Grundumsatz von 1 kcal/h und kg Körpergewicht ist, abhängig davon ob beispielsweise eine Sepsis oder eine großflächige Verbrennung vorliegt, bis zu 1 kcal/h und kg Körpergewicht zusätzlicher Energiebedarf durch die Ernährung abzudecken.

Der Nährstoffbedarf des Körpers sollte zu 50-60% durch Kohlenhydrate (in der Regel durch Glukoselösungen), zu 20-35% aus Fetten und zu 10-15% aus Aminosäuren gedeckt werden.

Alternativen

  • halbkalorische Ernährung über die Armvene
  • subcutane Flüssigkeitszufuhr

Enterale Ernährung:

Probleme der parenteralen Ernährung

Hauptproblem ist die Keimbesiedlung des Katheters und eine Gefährdung durch bakterielle Infektionen, so dass eine parenterale Ernährung über mehr als 2- 3 Wochen schwierig ist. Es müssen dann meist erneute Punktionen erfolgen.

Siehe auch

  • Künstliche Ernährung
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Parenterale_Ernährung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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