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Monozyt



  Monozyten (auch Monocyten) sind im Blut zirkulierende Zellen des Immunsystems und die Vorläufer der u.a. in den Geweben lokalisierten Makrophagen (eine Fresszellen-Art). Ihre Aufgabe ist die Zerstörung körperfremder Strukturen durch Phagozytose und die Aktivierung der erworbenen Immunabwehr mittels Antigenpräsentation.

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Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Mit einem Durchmesser von 5-20 µm gehören Monozyten zu den größten der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und machen ca. 3-8 % der Leukozyten-Population aus. Sie besitzen einen charakteristischen (v. griech. monos, „einzig“) großen Kern von meist bohnenartiger Form, jedoch verhältnismäßig wenig Cytoplasma.

Entwicklung und Funktion

Im Knochenmark befindliche hämatopoetische (blutbildende) Stammzellen können sich unter Einfluss bestimmter Wachstumsfaktoren wie GM-CSF (Granulozyten-Monozyten Kolonie-stimulierender Faktor) und M-CSF (Monozyten Kolonie-stimulierender Faktor) in sogenannte Monoblasten entwickeln. Aus ihnen wiederum entwickeln („differenzieren“) sich Monocyten, die dabei das Knochenmark verlassen und in den Blutkreislauf übergehen. Dort zirkulieren sie für 1-3 Tage. Innerhalb dieses Zeitraums wandern sie bei Kontakt mit Infektionen in das betroffene Gewebe. Diese Fähigkeit haben Monozyten mit neutrophilen Granulozyten gemein, treffen jedoch zeitlich versetzt (bis zu einigen Tagen) am Infektionsort ein (genauere Beschreibung: siehe neutrophiler Granulozyt). Während der Einwanderung in das Gewebe differenzieren sich Monozyten in Makrophagen. Auch vor der Differenzierung in Makrophagen sind Monozyten in der Lage, körperfremde Strukturen wie Mikroorganismen intrazellulär aufzunehmen und zu zerstören. Dadurch sind Monozyten zur Antigenpräsentation befähigt und initiieren auf diese Weise die erworbene Immunabwehr.

Zelluläre Signale

Aktivierte Monozyten, die Signale erhalten haben, ins Gewebe zu wandern und sich in Makrophagen zu differenzieren, besitzen auf ihrer Oberfläche die Rezeptoren CD14, CD86 und CD16. Des weiteren sind dort zwei verschiedene toll-like“-Rezeptoren zu finden: TLR2 und TLR4. Bestandteile bakterieller Zellwände, bakterielle Lipoproteine oder Antigen-gebundene Antikörper aktivieren diese Rezeptoren, was zu einer Signalweiterleitung im Zell-Inneren führt. Infolgedessen werden z.B. entzündungsauslösende Stoffe (Mediatoren wie Interleukin 1β, Interleukin 6 oder der Tumor-Nekrose-Faktor) hergestellt oder der Phagozytose-Prozess eingeleitet.

Monozyten-assoziierte Krankheiten

Monozyten und Makrophagen verarbeiten in natürlichem Maße LDL, einen wichtigen Teil des Fettstoffwechsels. Ist dieses jedoch durch Acetylierung des Protein-Anteils modifiziert, kann dieses oxidierte LDL nicht mehr verarbeitet werden und häuft sich im Zell-Inneren an. Dadurch entartete Monozyten und Makrophagen nennt man Schaumzellen. Sie gelten im Zusammenhang mit verletzten Blutgefäßen als Hauptursache der Arteriosklerose.

Eine Erhöhung der Monozyten-Anzahl infolge chronischer Entzündungen oder Nekrosen wird als Monozytose bezeichnet.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Monozyt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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