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Max Schultze



Max Johann Sigismund Schultze (* 25. März 1825 in Freiburg i.Br.; † 16. Januar 1874 in Bonn) war ein deutscher Anatom und Zoologe.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Leben

Schultze stammte aus einer Gelehrten- und Beamtenfamilie. Sein Vater Carl August Sigismund Schultze (1. Oktober 1795 in Halle - 28. Mai 1877 in Jena) war Arzt und Professor für Anatomie und Physiologie in Freiburg und ab 1830 in Greifswald. 1845 begann Max Schultze mit dem Medizinstudium an der Universität Greifswald. Das Wintersemester 1845/46 verbrachte er bei Johannes Peter Müller in Berlin. 1849 wurde er bei seinem Vater promoviert. 1850 wurde er Privatdozent und Prosektor am Anatomischen Institut in Greifswald. Schultze war ab 1854 Professor an der Universität Halle und ab 1859 an der Universität Bonn. 1872 wurde er Direktor des Anatomischen Instituts in Bonn. 1865 gründete er die Zeitschrift Archiv für mikroskopische Anatomie, deren Herausgeber er bis zu seinem Tode war.

Er war Mitbegründer der Zellenlehre (Cytologie; er erkannte erstmals Zytoplasma und Kern als notwendige Bestandteile einer lebenden Zelle), Protoplasma-Theorie (unterschied bei der Zelle 1861 das Protoplasma und den Kern und zeigte, dass das Protoplasma unabhängig von der Art der Zelle immer nahezu die gleichen physikalischen Eigenschaften aufweist) und Begründer der Keimblattlehre. Er unterschied Stäbchen und Zapfen in der Retina. Außerdem beschrieb als erster die Thrombocyten. Weitere Arbeiten betrafen Nervenendigungen in Sinnesorganen, Komplexaugen und Strudelwürmer (Turbellarien). Er arbeitete als erster in der präparativen Technik mit Osmiumsäure und führte die physiologischen Lösungen (Blutersatzflüssigkeiten) ein.

Max Johann Sigismund Schultze darf nicht verwechselt werden mit seinem Zeitgenossen Max Schultze, Thurn und Taxis'scher Oberbaurat.

Werke

  • Beiträge zur Naturgeschichte der Turbellarien (1851)
  • Über den Organismus der Polythalamien (Foraminiferen) nebst Bemerkungen über die Rhizipoden im Allgemeinen. Leipzig, Engelmann, 1854
  • Beiträge zur Kenntnis der Landplanarien (1857)
  • Zur Kenntnis der elektrischen Organe der Fische (1858)
  • Die Hyalonemen (1860)
  • Über Muskelkörperchen und das, was man eine Zelle zu nennen habe (1861)
  • Das Protoplasma der Rhizopoden und der Pflanzenzellen (1863)
  • De ovorum ranarum segmentatione (1863)
  • Ein heizbarer Objecttisch und seine Verwendung bei Untersuchungen des Blutes (1865)
  • Zur Anatomie und Physiologie der Retina (1866)
  • Ueber den gelben Fleck der Retina, seinen Einfluss auf normales Sehen und auf Farbenblindheit. Bonn: M. Cohen u. Sohn, 1866
  • Über die zusammengesetzten Augen der Krebse und Insekten (1868)
  • Observationes de structura cellularum fibrarumque nervearum (1868)

Literatur

  • Brewer DB.: Max Schultze and the living, moving, phagocytosing leucocytes: 1865. Med Hist. 1994 Jan;38(1):91-101. PMID 8145610 (Artikel als PDF)
 
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