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Ipratropiumbromid



Steckbrief
Name (INN) Ipratropiumbromid
Weitere Namen

N-(2-Propyl)atropiniumbromid

Wirkungsgruppe
Handelsnamen
  • Atrovent®
  • Berodual®
  • Itrop®
Klassifikation
ATC-Code
CAS-Nummer 60205-81-4
Verschreibungspflichtig: Ja

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Fachinformation (Ipratropiumbromid)
Chemische Eigenschaften

IUPAC-Name: [8-Methyl-8-(1-methylethyl)- 8-azoniabicyclo[3.2.1]oct-3-yl]- 3-hydroxy-2-phenyl-propanoatiumbromid
Summenformel C20H30NO3Br
Molare Masse 412,365 g/mol

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Ipratropiumbromid ist ein pharmazeutischer Wirkstoff, welcher zur Behandlung der Chronisch obstruktive Lungenerkrankung und von Herzrhythmusstörungen eingesetzt wird. In der Therapie des Asthma bronchiale wird es, wie auch andere Muskarinrezeptor-Antagonisten, kaum mehr eingesetzt. Ipratropiumbromid ist eine quartäre Ammoniumverbindung und ein Derivat des Atropin, welches durch N-Alkylierung halbsynthetisch oder auch vollsynthetisch hergestellt werden kann. Als Arzneistoff wird ausschließlich die Verbindung mit Bromid als Gegenion verwendet.

Als Anticholinergikum blockiert es durch kompetitiven Antagonismus die Erregungleitung am Muskarinischer Acetylcholinrezeptor. Inhalativ beispielsweise als Dosieraerosol eingesetzt wirkt es vor allem lokal und verhindert eine Konstriktion der Bronchialmuskulatur. Als quartäre Verbindung wird Ipratropiumbromid im Vergleich zu tertiären Ammoniumverbindungen schlechter resorbiert. Dies ist aber in der Therapie erwünscht, um zentrale Effekte von Parasympatholytika, wie eine Hemmung der Bronchialsekretion oder Lähmung des Flimmerepithels, zu umgehen.

Der Wirkungseintritt bei inhalativer Anwendung erfolgt bereits nach ca. 5 Minuten und die Wirkdauer beträgt rund 4 bis 6 Stunden. Daneben besitzt Ipratropiumbromid eine große therapeutische Breite. Bei inhalativer Anwendung sind keine schweren anticholinergen Symptome durch eine Überdosierung zu erwarten. Jedoch können durch eine Überdosis bei systemischer Anwendung behandlungsbedürftige Symptome wie Tachykardie, Miktionshemmung oder Darmlähmung auftreten. Als Antidote werden dann Cholinergika wie Pyridostigmin oder Neostigmin verwendet. Die Wirkung von Ipratropiumbromid kann von β-Sympathomimetika und Xanthinderivate wie Theophyllin verstärkt werden.

Siehe auch

Literatur

  • Ernst Mutschler u. a.: Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie. 8. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. Stuttgart 2001. ISBN 3-8047-1763-2
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ipratropiumbromid aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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