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Fingerknacken



Fingerknacken beschreibt das Überdehnen der Fingergelenke durch Ziehen an den Fingern oder durch Durchdrücken der Fingergelenke in Begleitung von knackenden Geräuschen.

Im Gelenk werden die glatten Knorpelflächen durch einen dünnen Film aus sogenannter Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) voneinander getrennt. Wenn man das Gelenk dehnt, wird in der Gelenkkapsel ein Unterdruck erzeugt. Dabei werden schlagartig in der Flüssigkeit gelöste Gase (überwiegend Stickstoff) frei (Kavitation). Es dauert einige Minuten, bis das Gas wieder gelöst ist und der Vorgang wiederholt werden kann.

Die meisten Fachleute sind der Ansicht, dass das nervöse "Fingerknacken" mancher Menschen eine harmlose Angewohnheit sei. Ob durch häufiges Überdehnen ein Verschleiß der Gelenkkapseln eintreten kann, ist umstritten. Auf längere Sicht ist jedoch eine ungesunde Dehnung der Bänder zu befürchten. Rheuma oder Gicht sind entgegen den Gerüchten durch das Fingerknacken allerdings nicht zu erwarten.

Häufig vertreten ist auch das Knacken mit dem Genick (Hals- oder Genickknacken), wobei der Kopf zu einer Seite gebeugt wird und der Halsteil entgegen der Beuge gestreckt wird. Dieses verursacht oftmals ein mehrfaches, lautes Knacken der Halswirbel ähnlich dem Klang von Genickbrüchen in Filmen.
Seltener ist das Knacken mit den Rückenwirbeln (Rückenknacken), wobei meistens der Bauch herausgestreckt wird, während gleichzeitig die Schulterblätter nach hinten geschoben werden um die erforderliche Dehnung auf die Wirbelsäule auszuüben.

Meistens wird das absichtliche Knacken gewohnheitsmäßig ausgeübt, oft vor oder nach schweren Arbeiten. Menschen mit dieser Angewohnheit beschreiben dieses oftmals als entspannendes oder befreiendes Gefühl, während außenstehende Menschen das Geräusch bzw. das Überdehnen der Gelenke häufig als lästig oder gar abstoßend empfinden. So wird das laute durchdringende Geräusch oft mit Ekel oder Abscheu assoziiert.

Quelle

  • Unsworth A, Dowson D, Wright V: Cracking joints. A bioengineering study of cavitation in the metacarpophalangeal joint. Ann Rheum Dis. 1971 July; 30(4): 348–358 Volltext
 
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