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Zebrabärbling



Zebrabärbling
 
Systematik
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Danio
Art: Zebrabärbling
Wissenschaftlicher Name
Danio rerio
(Hamilton, 1822)

    Der Zebrabärbling (auch aus dem englischen Laborjargon (korrekt: zebrafish) fälschlich als „Zebrafisch“ bezeichnet), (Danio rerio, früher Brachydanio rerio), wurde erstmals 1822 beschrieben und erfreut sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit großer Beliebtheit als Aquarienzierfisch. Beheimatet sind Zebrabärblinge in den Zuflüssen des Ganges in Bengalen (Indien und Bangladesch), und Pakistan, wo sie in langsam fließenden oder stehenden Gewässern, wie zum Beispiel Reisfeldern, leben. Der Zebrabärbling gehört zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae), die mit mehr als 1400 Arten zur artenreichsten Familie der Fische zählt. Erwachsene Fische werden fünf bis sechs Zentimeter lang.

Der Zebrabärbling kann in unseren Regionen nicht im Gartenteich gehalten werden. Die Temperaturschwankungen sind – auch im Sommer – zu hoch. Daher kommt nur Aquarienhaltung mit entsprechender Beheizung in Frage.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftlicher Nutzen

Wegen folgender Eigenschaften ist der Zebrabärbling zu einem erfolgreichen und weit verbreiteten Modellorganismus in der Genetik und Entwicklungsbiologie geworden:

  • Die Embryonen entwickeln sich vollständig außerhalb der Mutter.
  • Die Embryonen sind optisch durchsichtig: Alle Zellen sind bis in frühe Larvenstadien sichtbar.
  • Die Embryonen sind groß genug, um klassische Transplantationsexperimente an den Zebrabärbling anzupassen: Einzelne Zellen oder Zellverbände können entfernt oder in einen anderen Embryo transplantiert werden.
  • Als diploider Organismus eignet er sich hervorragend für genetische Analysen und Screens, da
    • er einen kurzen Generationszyklus hat: Mit zwölf bis 16 Wochen sind die Tiere geschlechtsreif.
    • Zebrabärblinge bei idealen Bedingungen regelmäßig große Mengen an Eiern legen: Ein Weibchen kann wöchentlich bis zu 300 Eier ablaichen.
    • die Haltung wenig Platz in Anspruch nimmt: Seine kleine Größe und seine genügsamen Ansprüche an Wasser, Futter und Beckengröße machen den Zebrabärbling zu einem vergleichsweise preiswerten Labortier.
    • vielfältige und effiziente Methoden zur Mutagenese und zum Screenen nach Mutanten etabliert worden sind: Methoden wurden entwickelt, um die Ploidie (die Anzahl homologer Chromosomensätze) des Zebrabärblings zu verändern; verschiedene Mutageneseprotokolle wurden etabliert und Screening-Methoden entwickelt, die es erlauben, nicht nur Mutanten mit morphologisch sichtbaren Entwicklungsdefekten zu isolieren, sondern auch Mutanten mit äußerlich nicht sichtbaren physiologischen Veränderungen oder Veränderungen im Verhalten zu entdecken.
  • Der Organismus hat die Fähigkeit, wichtige Organe des Körpers nachwachsen zu lassen: Die Herzen von Zebrafischen können abgestorbenes Gewebe in kurzer Zeit nachbilden. Im Versuch konnten den Tieren dabei operativ bis zu 20 Prozent des Muskelgewebes entfernt werden.

Nicht minder wichtig ist schließlich, dass sich viele der beim Zebrabärbling gewonnenen entwicklungsbiologischen Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen. Schon jetzt werden Zebrabärblingmutanten als Tiermodelle für genetische Erkrankungen des Menschen herangezogen.

Leopardbärbling

Der Leopardbärbling ist eine Mutante des Zebrabärblings, bei der die schwarzen Streifen in einzelne Punkte aufgelöst sind. Bei dem betroffenen Gen handelt es sich um connexin 41.8, welches für ein Gap Junction Protein codiert[1]. Er wird als Danio frankei (Meinken, 1963) gehandelt, aber von der Fachwelt nicht als eigenständige Art anerkannt[2]. Es ist auch umstritten, ob es sich um eine natürliche Population oder vielmehr um eine Zuchtform handelt[3].

Leuchtende Zebrabärblinge

Im Jahre 2003 kamen in den USA unter dem Markennamen GloFish® Zebrabärblinge als Aquarienfische in den Handel, denen aus Quallen gewonnene Fluoreszenz-Gene (siehe Grün fluoreszierendes Protein) eingepflanzt worden waren. In der EU sind Vertrieb und Zucht dieses nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismus strafbar.[4][5][6]

Quellen

  1. Masakatsu Watanabe et al.: [1]
  2. Fishbase: Danio frankei, Synonym of Danio rerio
  3. Das Zierfischverzeichnis: Leopardbärbling
  4. Transgene Aquariumsfische Telepolis, 23.11.2003.
  5. http://www.leucht-fisch.de/
  6. Bilder beim Erzeuger
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zebrabärbling aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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