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Verteilungsvolumen



Unter dem Verteilungsvolumen versteht man in der Pharmakokinetik/Biopharmazie, einem Teilgebiet der Pharmakologie bzw. der Pharmazeutischen Technologie, das fiktive Volumen eines menschlichen oder tierischen Körpers, in das ein bestimmter Wirkstoff oder Arzneistoff sich vom Blutplasma ausgehend verteilt. Das Verteilungsvolumen ist als eine reine Rechengröße zu verstehen. In Abhängigkeit von der Fettlöslichkeit (Lipophilie) oder Wasserlöslichkeit eines Wirkstoffs kann das Verteilungsvolumen beim gleichen Organismus für verschiedene Wirkstoffe unterschiedlich groß sein.

Einheiten für das Verteilungsvolumen sind der Liter, aber auch Liter / Kg.

Das Verteilungsvolumen eines bestimmten Wirkstoffes lässt sich berechnen:

Verteilungsvolumen V = D / c

D ist die gegebene Dosis, c ist die Plasmakonzentration. Bei dieser Berechnung wird allerdings eine gleichförmige also homogene Verteilung im Körper vorausgesetzt, die nicht selbstverständlich ist. Daher ist das Volumen hier als fiktiv oder apparent anzusehen und zu bezeichnen.

Man unterscheidet...

  • zentrales Verteilungsvolumen: VC
  • Verteilungsvolumen der Terminalphase: VZ
  • Verteilungsvolumen im steady state: VSS

Verteilungsräume oder Kompartimente im tierischen Organismus

Nach Resorption eines über den Mund aufgenommenen Wirkstoffes (orale Aufnahme) gelangt dieser in einer bestimmten Menge ins Blut, genauer in den Intravasalraum. Bei geringer Resorption gelangt nur ein kleiner Teil des gegebenen Wirkstoffs ins Blut. Der nicht resorbierte Anteil wird entweder unverändert oder in chemisch veränderter Form ausgeschieden. Eine intravenöse Gabe entspricht einer vollständigen Resorption, hier gelangt die gesamte Wirkstoffmenge sofort ins Blut. Auch eingeatmete Aerosole, Wirkstoffnebel oder Stäube gelangen zu einem bestimmten Anteil ins Blut. Auf die Haut oder Schleimhäute aufgetragene Wirkstoffe (in Salben z.B.) können zu einem bestimmten Anteil resorbiert werden, also ins Blut gelangen.

Der Wasserraum des menschlichen Körpers entspricht in etwa 60% des Körpergewichts, ist jedoch keine homogene Flüssigkeit. Daher verteilen sich Wirkstoffe auch nicht homogen im gesamten Körperwasser.

Wichtige, durch Membranen getrennte Flüssigkeitsräume beim Menschen sind:

  • Der Intravasalraum, das Blutplasma (etwa 2/3 des Blutvolumens) ~ 3 Liter
  • Der interstitielle Raum außerhalb der Blutgefässe und außerhalb der Körperzellen (~11 l)
  • Der intrazelluläre Raum (inkl. der Räume innerhalb von Organellen)

Besonders wichtig für die Wirkung eines Arzneistoffs oder auch Giftes ist der interstitielle Raum, der etwa 25% des Körperwassers enthält. 65% des Körperwassers entfällt auf den intrazellulären Raum und etwa 10% entspricht dem Blutvolumen bzw. Intravasalraum.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Verteilungsvolumen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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