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Somatisch



Somatisch bedeutet: „das, was sich auf den Körper bezieht, körperlich“. Der Begriff leitet sich vom griechischen soma (Plural: somata) ab, das den „Körper, Leib“ bezeichnet. Somatogen meint demgegenüber „das, was sich vom Körper herleitet“, somit körperlich bedingt ist. Die Bezeichnung „somatisch“ wird vor allem in der Medizinsprache gebraucht, um körperliche (organische) von psychischen Krankheiten oder funktionellen Beschwerden abzugrenzen. Das Gegenteil zu somatisch ist psychisch. Von somatoformen Störungen ist die Rede, wenn keine organische Ursache für die Beschwerden gefunden werden kann.

In der Bezeichnung psychosomatisch wird versucht, den allzu harten Gegensatz zwischen rein körperlich und rein psychisch zu überwinden. Die wissenschaftliche Medizin unterscheidet in diesem Denk-Modell zwischen somatisch und psychosomatisch bedingten Erkrankung. Die somatischen Krankheitsursachen sind in der Regel die mit den heutigen Mitteln und Erfahrungen erkennbaren: Unfall, Vergiftung, Fehlbildung, Abnutzung, Infektion, Allergie usw.

Für andere, meist noch unbekannte Störungen, die sich in einer Krankheit manifestieren können, greift man, mangels anderer Erklärungsmöglichkeiten häufig zu der Bezeichnung: psychosomatische Erkrankung - mit anderen Worten auch psychisch-bedingte oder seelische Krankheiten, sowie die Somatisierungsstörung. Die Chinesische Medizin betrachtet und behandelt Krankheiten somatopsychisch, und ordnet seelischen Zuständen energetische Konfigurationen im Körper zu[1].

Einige Vertreter der Komplementär- oder Alternativmedizin[2] fassen den Begriff der Soma weiter: Sie verstehen darunter die lebendige, von innen kommende Wahrnehmung von sich selbst, und grenzen dies gegenüber dem physiologischen System „Körper“, mit seinen objektiv messbaren Eigenschaften, ab. Sie gehen davon aus, dass die lebendige, von innen kommende Wahrnehmung von sich selbst, sich grundlegend von der von außen kommenden Wahrnehmung dessen, was wir einen Körper nennen, unterscheidet. Dieses Begriffsverständnis kann den Kriterien der wissenschaftlichen evidenzbasierten Medizin nicht genügen, da es aufgrund seiner subjektivistischen Sichtweise das Kriterium der Reproduzierbarkeit/Falsifizierbarkeit nicht erfüllt und somit studienmäßig nicht verwertbar ist.

Während die somatischen Erkrankungen mit "allen" Mitteln der modernen oder traditionellen Medizin zu heilen versucht werden, ist man bei den psychosomatischen Erkrankungen auf der einen Seite häufig ratlos, da das Wissen um die entsprechenden Zusammenhänge meist fehlt, andererseits oft hilflos, weil die Widerstände des Patienten als Abwehrmechanismus einer "Heilung" entgegenwirken.

In der Biologie werden die Begriffe Soma, somatisches Gewebe und somatische Zellen benutzt, um Gewebe oder Zellen von den Keimzellen abzugrenzen. Alle Zellen, die nicht Keimzellen sind, sind somit somatische Zellen.

Literatur

  1. Michael van Gorkom: Angst aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), http://www.agtcm.de/index.asp?page=5&Sort=06&FA_ID=17
  2. * Thomas Hanna: Beweglich sein - ein Leben lang. Kösel-Verlag, München 1990, ISBN 3-466-34240-6

Siehe auch

Somatisierung - Somatisierungsstörung - Somatogramm - Somatometrie - Psychische Störung - Somatoforme Störung

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Somatisch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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