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Platzbauch



Klassifikation nach ICD-10
T81.3 Aufreißen einer Operationswunde, anderenorts nicht klassifiziert
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Der Platzbauch ist ein spontanes Aufplatzen einer Laparotomiewunde mit Fasziendehiszenz (Dehiszenz = Auseinanderweichen) und Prolabieren (Vorfallen) von Netz, Darmanteilen oder Organen.

Beim Platzbauch handelt es sich um einen medizinischen Fachausdruck. Man bezeichnet damit eine unerwünschte Komplikation nach einem operativen Baucheingriff mit oft sichtbarem Vorfall von Eingeweiden. Andere Begriffe die mitunter synonym benutzt werden sind die Wunddehiszenz oder Bauchnahtinsuffizienz, wobei diese aber den Zustand nicht ausreichend präzise beschreiben.

Der Code für Platzbauch (ohne Kaiserschnitt- und geburtshilfliche Dammwunden) in der internationalen Krankheitsklassifikation lautet T81.3.

Inhaltsverzeichnis

Einteilung

Zu unterscheiden ist ein

  1. kompletter oder offener Platzbauch mit Aufreißen aller Bauchnähte und ein
  2. inkompletter oder subkutaner Platzbauch, bei dem die tragende Nahtschicht aufreißt, die Hautnaht aber noch hält.

Auch könnte man einen akuten von einem chronischen Platzbauch unterscheiden, nur wird Letzterer hinreichend vom Fachausdruck Narbenhernie erfasst.

Diagnose

Typischerweise tritt dieses Ereignis zwischen dem 4. und 6. postoperativen Tag ein. Die Diagnose des akuten kompletten Platzbauches ist leicht zu stellen, da meist bereits bei der Wundinspektion erkennbar. Ein inkompletter Platzbauch ist nicht so leicht erkennbar. Eine unstillbare klare (seröse) Wundsekretion gibt einen Hinweis. Hier können Ultraschall und CT die Diagnose erhärten.

Pathogenese und Ätiologie

Der Platzbauch ist keine seltene Komplikation eines Baucheingriffes. Begünstigt wird der Platzbauch durch

  1. stark schwankende Bauchdrücke
    1. Hustenstöße
    2. unvorsichtige, zu schnelle Mobilisation nach Operationen (bei übergewichtigen Patienten)
  2. lang anhaltende Bauchdrucksteigerung
    1. überblähter Darm oder Verstopfung
    2. Aszites
  3. verminderte Heilung durch chronische Erkrankungen
    1. diabetische Mikro- und Makroangiopathie
    2. chronische Niereninsuffizienz
    3. konsumierenden Erkrankungen (Krebs)
    4. chronischer Leberschaden
    5. akute, nicht korrigierte Stoffwechselstörungen
    6. Wundinfektion
  4. überdehnte oder geschwächte Bauchdecken
    1. Übergewicht
    2. große Bauchschnitte (durch laparoskopische Eingriffe sind große Schnitte unnötig, was die Zahl der Wundkomplikationen senkt).

Vorbeugung

Man kann dem Platzbauch durch eine elastische Leibbinde entgegenwirken. Leider schränkt die Miederkompression das Atemzugvolumen (Vitalkapazität) erheblich ein und wird deshalb nicht mehr kritiklos akzeptiert. Aber bei der Mobilisation nach Operationen von Bauchwandbrüchen wird diese Methode noch gerne empfohlen.

Vor elektiven Eingriffen sollte man übergewichtige Patienten motivieren, ihr Übergewicht abzubauen.

Behandlung

Das akute Ereignis wird im Regelfall dringlich operiert:

  1. Inspektion der Bauchhöhle zum Ausschluss kausaler Ursachen,
  2. Anfrischung der Wundränder,
  3. zusätzliche, durchgreifende, entlastende vom Wundrand entfernte Nähte (werden noch von vielen Chirurgen favorisiert) und schließlich
  4. erneuter Bauchdeckenverschluss.
  5. postoperatives Bauchmieder oder eine elastische Leibbinde (siehe oben)

Chronische Verläufe oder konservativ behandelte gedeckte Platzbäuche münden in einem Narbenbruch. Dieser wird dann frühestens nach einem halben bis einem Jahr operativ versorgt.

Siehe auch

Fallbeschreibungen

  • Platzbauch nach Kaiserschnitt
  • Platzbauch bei extremer Adipositas
  • Abbildung mit Heilung im Verlauf
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Platzbauch aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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