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Seuchenhafter Spätabort der Schweine



Der Seuchenhafte Spätabort der Schweine (SSS) (Englisch: Porcine reproductive and respiratory syndrome (PRRS), Mystery swine disease (MSD), Swine infertility and respiratory syndrome (SIRS) und Porcine epidemic abortion and respiratory syndrome (PEARS)) ist eine Seuche des Schweins, die durch das PRRS-Virus verursacht wird.

Inhaltsverzeichnis

Ätiologie und Epidemiologie

Die Erkrankung trat 1987 erstmals in den USA auf. 1990 erreichte sie auch Deutschland. Sie verläuft seuchenartig und führt zu hohen Verlusten in Schweinebeständen. Die Entstehung der Krankheit ist noch weitgehend unbekannt.

Krankheitsbild

Die Infektion der trächtigen Muttersauen verläuft meist unbemerkt. Symptome bei Sauen können auch nur eine wenige Tage anhaltende Störung des Allgemeinbefindens mit Fressunlust und mäßig erhöhter Körpertemperatur sein. Teils sieht man Blaufärbung (Zyanose) von Ohren, Zitzen, Hals oder Schulter, die sich später teilweise als Nekrosen in diesen Hautbezirken darstellen. Selten sind ein ausgeprägtes Ödem der Scham, Lähmungen der Hintergliedmaße und noch seltener Todesfälle von Sauen.

Gravierender sind die Auswirkungen auf den Geschlechtsapparat der Sauen, die sich in der Verkürzung der Tragzeit um durchschnittlich eine Woche, eine verringerte Wurfgröße, die Geburt toter, mumifizierter oder lebensschwacher Ferkel oder Fruchtbarkeitsstörungen wie anormaler oder verzögerter Rausche auswirkt. Die genitale Verlaufsform existiert nur bei Erstlingssauen, bei der zweiten Trächtigkeit gibt es keine Symptomatik mehr.

Ferkel von während der Trächtigkeit infizierten Sauen zeigen Symptome wie Lebensschwäche und Unreife, Ödeme im Unterhautgewebe, Wasseransammlungen in Brust- und Bauchhöhle sowie im Herzbeutel, geschwürige Magenentzündung, fibrinöse Bauchfell-, Gelenks-, oder Hirnhautentzündung und sehr selten interstitielle Lungenentzündung. Der Tod tritt meist innerhalb der ersten Lebenstage ein, die Verluste können bis zu 75 % betragen. Oft sterben gesund erscheinende Ferkel plötzlich mit Atemnot oder nervösen Störungen.

Erkrankte Ferkel, Absatzferkel und Läufer zeigen Atemwegserkrankungen, Hirnhautentzündung, Bindehautentzündung, Entwicklungsstörungen und Kümmern.

Diagnostik

  • Klinik
  • pathologisch-anatomischer Nachweis
  • histologische Untersuchung
  • Antigennachweis in Gefrierschnitten der Lunge durch IF oder auch mAk
  • Antikörpernachweis durch indirekte IF
  • direkte Virusanzüchtung in Schweinelungenmakrophagen oder permanenten Affennierenzellen (MA-Zellen)

Bekämpfung

Aus "Empfehlungen für Maßnahmen zum Schutz gegen den Seuchenhaften Spätabort der Schweine" des deutschen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:

  • Bestandssperren
  • diagnostische Untersuchungen erkrankter und verendeter Tiere
  • Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen
  • aktive Impfung

Quelle

  • Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre von Rolle/Mayr, Enke Verlag Stuttgart (2007)
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Seuchenhafter_Spätabort_der_Schweine aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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