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PANDAS



Das Akronym PANDAS steht für engl. Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcal Infections. Es beschreibt die Hypothese, es könnte pädiatrische Autoimmunerkrankungen, die mit Streptokokken-Infektionen assoziiert sind, geben. Es wird postuliert, dass Antikörper, die bei Infektionen des Hals- und Rachenraums bzw. des Mittelohrs (Scharlach, Otitis media) mit β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A gegen die Zelloberfläche der infizierenden Bakterien gerichtet sind, mit speziellen Strukturen des Gehirns, insbesondere den Basalganglien, die im für die Koordination von Bewegungen zuständig sind, kreuzreagieren. In der Folge könne es zu Verhaltensänderungen und Störungen der Motorik kommen.

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Der Symptomenkomplex wurde 1998 erstmals von S. E. Swedo und Mitautoren bei 50 Patienten beschrieben.[1] Die Autoren stellten die Hypothese auf, dass es sich hierbei um eine unvollständige Form der Chorea minor, wie sie beim rheumatischen Fieber vorkommt, handelt. Sie forderten folgende Kriterien sind für eine PANDAS-Diagnose:

  • Vorhandensein von Tics oder Zwangssymptomen
  • Ausbruch der Symptome nach dem dritten Lebensjahr, aber vor Beginn der Pubertät
  • Beginn bzw. Zunahme der Symptome korreliert mit Streptokokken-Infektion innerhalb eines Monats
  • neurologische Besonderheiten (z. B. Hyperaktivität, choreatische Bewegungen)
  • episodischer Verlauf mit abruptem Beginn oder dramatischer Symptomverschlechterung

In einer jüngeren Übersichtsarbeit wurde die Hypothese allerdings in Frage gestellt.[2] Von Kurlan und Kaplan wird kritisiert, dass die diagnostischen Kriterien einerseits zu unscharf formuliert und andererseits zu wenig durch prospektive Studien abgesichert sind. Daher stelle sich insbesondere die Frage nach praktischen klinischen diagnostischen und therapeutischen Konsequenzen. Sie kommen zu dem Schluss, dass die PANDAS-Hypothese als bislang unbewiesenes Konzept betrachtet werden solle, das im Fokus des wissenschaftlichen Interesses steht. Praktische diagnostische oder therapeutische Maßnahmen sollten daraus aber erst nach Vorliegen weiterer kontrollierter prospektiver Studien abgeleitet werden.[2]

Quellen

  1. S. E. Swedo et al. (1998): Pediatric autoimmune neuropsychiatric disorders associated with streptococcal infections: clinical description of the first 50 cases. In: Am. J. Psychiatry. Bd. 155, S. 264-271. PMID 9464208 PDF
  2. a b R. Kurlan, E. L. Kaplan (2004): The pediatric autoimmune neuropsychiatric disorders associated with streptococcal infection (PANDAS) etiology for tics and obsessive-compulsive symptoms: hypothesis or entity? Practical considerations for the clinician. In: Pediatrics. Bd. 113, S. 883-886. PMID 15060240 PDF
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel PANDAS aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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