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Mikrosakkade



Der medizinische Begriff der Mikrosakkade (Mikrosaccade) bezeichnet feine hochfrequente Zitterbewegungen des Augapfels kleinster Amplitude. Die Mikrosakkaden sind Bestandteil der sogenannten Mikrobewegungen des Auges.[1]

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Die entsprechenden Zitterbewegungen erfolgen mit Frequenzen von 30-80 Hz (Extremwerte 20-150 Hz) bei Amplituden im Bereich von wenigen Bogenminuten (typischerweise <15 arcmin [2]. Dieser Winkel entspricht ca. 80 µm oder ~40 Photorezeptoren Verschiebung auf der Netzhaut).

Die Summe aus den Augenbewegungen durch Mikrosakkaden und dem langsameren Drift (langsamere Folgebewegungen) ergibt den physiologischen Nystagmus des Auges. Feinste Augenbewegungen werden auch als Tremor (Eigentremor) des Auges bezeichnet.

physiologische Bedeutung

Die Rezeptoren der Netzhaut reagieren hauptsächlich auf Änderungen der Lichtverhältnisse. Ein gleichbleibender Lichtreiz führt zum Verlust der Sehkraft durch die Rezeptorermüdung mit dem Ergebnis des Eindrucks des Eigengrau. Bei fixiertem Kopf und Lähmung der Augenmuskeln kommt es zu einer vorübergehenden Erblindung. Der physiologische Nystagmus, und insbesondere die Mikrosakkaden verschieben ständig das auf die Netzhaut einfallende Licht auf verschiedene Rezeptoren und ermöglichen damit das Sehen.

Gerüchteweise soll bei fehlender Schwerkraft der physiologische Nystagmus zunehmen, was die Sehschärfe erhöhen soll. Dies wurde aus Berichten von Astronauten bekannt, die angaben, aus dem Orbit LKWs in Häfen gesehen zu haben, was mit diesem Effekt erklärt wurde.

Siehe auch

Literatur

  1. http://rcswww.urz.tu-dresden.de/~cogsci/pdf/tutorial.pdf
  2. Most naturally occurring human saccades have magnitudes of 15 degrees or less. A. TERRY BAHILL, DEBORAH ADLER, AND LAWRENCE STARK.|http://www.iovs.org/cgi/reprint/14/6/468.pdf
 
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