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Mikroevolution



Der Begriff der Mikroevolution beschreibt einen Vorgang der Evolution, der sich innerhalb des Niveaus der biologischen Art oder darunter (also bei Unterarten oder Rassen) in biologischen Populationen abspielt und innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes stattfindet. Dabei handelt es sich meist um kleinere, durch Mutationen, Rekombinationen und Selektionsprozesse bedingte morphologische oder physiologische Veränderungen bei den betrachteten Organismen.

"Selektion ist also ein Faktor, der zur Veränderung von Allelfrequenzen in einer Population führt. Einen solchen Wandel der genetischen Struktur einer Population bezeichnet man als Mikroevolution." (Quelle: Biologie heute entdecken SII, Schroedel Verlag 2005)

Die Verwendung der Begriffe "Mikroevolution" und "Makroevolution" ist umstritten. Viele Evolutionsbiologen vermeiden die Verwendung der beiden Begriffe, da ihrer Meinung nach die gleichen Prozesse, welche für kleine "mikroevolutionäre" Prozesse verantwortlich sind, sich über lange Zeit zu großen "makroevolutionären" Prozessen akkumulieren. Die Einteilung in Mikro- und Makroevolution ist aus dieser Sichtweise also künstlich. Andere, etwa Stephen Jay Gould, verwenden die Begriffe, weil sie der Meinung sind, dass für die Dynamik der Makroveolution, neben den gleichen Prozessen die auch für Mikroevolution verantwortlich sind, noch zusätzliche Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

Beispiele für Mikroevolution sind

  1. das seit dem 19. Jahrhundert stark vermehrte Auftreten einer dunklen Variante des Birkenspanners in englischen Industrierevieren, auch bekannt als Industriemelanismus.
  2. Resistenzausbildung von Mikroorganismen gegen Antibiotika
  3. Veränderungen der Schnabelgröße bei Darwinfinken
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Mikroevolution aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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