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Human Leukocyte Antigen



  Das humane Leukozytenantigen-System (HLA-System, HL-Antigene, engl. Human Leukocyte Antigene ) ist der Name des humanen Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC). Weitere Synonyme sind Haupthistokompatibilitätskomplex-Antigen, Histo-Kompatibilitäts-Antigen, Transplantations-Antigen.

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Inhaltsverzeichnis

Genetik

Die Gene für alle HLA-Proteine mit Ausnahme des β-Mikroglobulins (Chromosom 15) finden sich in der Nähe des Zentromers auf dem Chromosom 6 und lassen sich topographisch in drei Klassen einteilen:

  • Klasse I Antigene (A, B & C)
  • Klasse II Antigene (DR, DP, & DQ)

Nomenklatur

Der Name eines HLA-Antigens setzt sich wie folgt zusammen:

  • der Abkürzung „HLA“
  • dem Buchstaben, der den Isotyp bezeichnet, den Genort (z. B. HLA-B)
  • der (oft weggelassenen) Angabe der Erhebungsmethode in Klammern (z. B. (PCR-SSO) oder (PCR-SSP))
  • einem (manchmal weggelassenen) Sternchen (*)
  • einer Gruppennummer, die die spezifische Antigenvariante bezeichnet (z. B. HLA-B27 oder auch HLA-B (PCR-SSO) *27).
  • einer Nummer, die die Variante der Gruppe beschreibt (z. B. HLA-B*1501)
  • einer Nummer, die eine Variante mit synonymer Nukleotidsubstitution angibt (z. B. HLA-B*150101)
  • einer Nummer, die die Intronvariation angibt (z. B. HLA-B*15010102)
  • einem Buchstaben: N für Nicht-Ausprägung, L für schwache Asprägung (z. B. HLA-B*15010102 N)

Medizinische Bedeutung

HLA-Antigene dienen der Bestimmung der Histokompatibilität, die für den Erfolg von Transplantationen wichtig ist. Je ähnlicher sich die HLA-Merkmale von Spender und Empfänger sind, desto geringer ist die Gefahr von Abstoßungsreaktionen. Inzwischen setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass die Bedeutung der Ähnlichkeit der HLA-Merkmale für den Erfolg einer Transplantation überschätzt wurde. Identische HLA-Merkmale finden sich nur bei eineiigen Zwillingen oder Klonen.

Eine weitere wichtige Bedeutung kommt den HLA-Antigenen durch die HLA-Typisierung zu. Ihr liegt die Erkenntnis zugrunde, dass viele Krankheiten mit bestimmten HLA-Antigenen assoziiert sind. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf das Krankheitsrisiko ziehen.

Des Weiteren wird eine HLA-Austestung von Spender und Empfänger auch in speziellen Fällen vor einer Transfusion von Thrombozytenkonzentraten durchgeführt, da hier die Empfänger aufgrund beispielsweise einer Chemotherapie über ein geschwächtes Immunsystem verfügen, das nicht weiter belastet werden soll.

Vererbung

Jeder Mensch besitzt 2 HLA-Merkmale (Allele) pro Genort, ein mütterlich und ein väterlich ererbtes. Die HLA-Gene für die verschiedenen Genorte werden gekoppelt als festes Set (Haplotypen) vererbt.

Beispiel: Ein Elternteil hat den Phänotyp A1,2;B8,40;DR3,6, dann hat er den Haplotyp a A1;B8;DR3 und den Haplotyp b A2;B40;DR6. Das andere Elternteil hat den Phänotyp A2,29;B15,44;DR6,7, dann hat sie den Haplotyp a A2;B15;DR6 und den Haplotyp b A29;B44;DR7. Jedes Kind erbt von jedem Elternteil jeweils einen Haplotypen. Es gibt demnach nur vier mögliche Phänotypen für ein Kind:

  • A1,2;B8,15;DR3,6
  • A1,29;B8,44;DR3,7
  • A2,2;B40,15;DR6,6
  • A2,29;B40,44;DR6,7

Als Vaterschaftstest ist eine HLA-Typisierung daher gut geeignet.

Literatur

  • Reinhold Eckstein: Immunhämatologie und Transfusionsmedizin. Urban&Fischer/Elsevier, München 2004, ISBN 3437210327.
  • Ralf Waßmuth: Einführung in das HLA-System. Ecomed-Verlag, Landberg/Lech 2005, ISBN 3609163321.
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Human_Leukocyte_Antigen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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